Beschreibung
Albert, Michael (auch in den Dramen „Die Flanderer am Alt“, 1883, „Harteneck“, 1887, und „Ulrich von Hutten“, 1893,)
Titel: Harteneck
Reych: Nr. 170 Villa Hermanni (Hermannstadt)
Geb.: 21.10.1836 in Trappold
Gest.: 21.10.1893 in Schäßburg
Volltext
Siebenbürger Lehrer, Dichter und Schriftsteller Albert, ein Bauernsohn, absolvierte das Gymnasium in Jena, um sich dem theologischen und philosophischen Studium zu widmen. Mit der Enttäuschung, für das Studium der deutschen Sprache und Literatur keinen Förderer zu finden, kehrte er seiner Heimat den Rücken und versuchte in Berlin einen neuen Anfang. Hier hörte er im Rahmen seines Studiums die gotische Sprache, unter anderem das Nibelungenlied bei Maßmann, germanische Mythologie bei Manhardt und vieles mehr. Berlin war jener Ort, wo Konzerte und Theater auch Einfluss auf seine Entwicklung nahmen. Als sächsischer Theologe ging Albert nach Wien, um von seinen Eltern unabhängig zu sein. Diese Selbständigkeit unterstrich er dadurch, dass er seinen Lebensunterhalt durch Privatstunden bestritt. Ohne rechten Erfolg wandte er sich kurze Zeit einer poetischen Arbeit zu, bei der seine ersten Gedichte entstanden. Nach etwa einem Jahr kehrte er wieder in seine Heimat zurück, wo er seit 1861 Lehrer am evangelischen Gymnasium in Trappold war. Seit 1863 glücklich verheiratet, lebte er ab 1878 finanziell abgesichert durch seine Tätigkeit als Leiter des Volksschulseminars in Schäßburg, was sich im kulturellen Leben der Schule in den Jahren 1891 – 93 bemerkbar machte. Mit Gedichten, Erzählungen, Schauspielen, mit Essays zu Fragen der Politik, des gesellschaftlichen Lebens, der Kunst und anderen Gebieten unternahm er es, seinem Volkstum in politisch bedrängter Zeit durch Besinnung auf die eigenständischen Kräfte Selbstvertrauen und geistige Orientierung zu geben. Besonders durch seine nationalpolitischen Zeitgedichte gewann Albert große Bedeutung für das Kulturleben der siebenbürgischen Sachsen. In seiner Heimat wurzeln auch seine „Humoristischen Dorfgeschichten“ und zeitgeschichtlichen Novellen. Seine kulturpolitische Kampfstimmung brachte er zum Ausdruck. Alberts Werk „Harteneck“, in dem es um den siebenbürgisch-sächsischen Graf Johann Sachs von Harteneck geht, der ursprünglich Zabanius hieß, war nicht nur sein Werk, sondern mit ihm beschäftigte sich auch sein Freund Teutsch. Während Teutsch in seinem Drama „Sachs von Harteneck“ (1874) das Hauptgewicht auf dessen Verschuldung legte und so eine Familientragödie schuf, zeichnete Albert den Sachsengraf in seiner ganzen gewaltigen Persönlichkeit, die ihre Hauptkraft gerade in den politischen Kämpfen jener Zeit zur vollen Geltung brachte. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt