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profan Rudolf Baumbach profan Rudolf Baumbach ieder und Gedichte Lindenwirtin indenwirtin Hoch auf dem gelben Wagen och auf dem gelben Wagen Lacrimae Christi und der acrimae Christi und der Auerhahn ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Lindenwirtin Seite 1 von 5 Die Lindenwirtin Rudolf Baumbach Die „Lindenwirtin" ist einer der bekanntesten Liedtexte des 1840 in Kranichfeld (Thüringen) geborenen Dichters Rudolf Baumbach. Baumbach hatte in Leipzig, Würzburg und Heidelberg studiert. Wer das Vorbild für seine Lindenwirtin war, hat er nicht mitgeteilt. Bald nachdem der Text vertont war, fiel er der Bad Godesberger Wirtstochter Aennchen Schumacher (1860 - 1935) in die Hände. Sie sammelte Kommers- und Studentenlieder und spielte sie abends am Klavier ihren Gästen vor. Bad Godesberg, heute ein Stadtteil von Bonn, war damals noch eine selbstän- dige Gemeinde. Die Gaststätte der Familie Schumacher hieß „Gasthof zum Godesberg" und lag vor dem Ortseingang, unterhalb der Godesburg. Von der Bonner Universität führte ein beliebter Wanderweg direkt zu diesem Lokal. Die Besucher, an vielen Abenden mehr als 500 an der Zahl, waren Studenten aller Couleurs und deren Dozenten. Zwei dieser Dozenten, Professor Tache und Dr. Dafert, erweiterten die sechs Strophen des Baumbach-Liedes um eine siebte, in der Aennchen Schumacher zur Lindenwirtin erklärt wird: Wißt ihr, wer die Wirtin war. Schwarz das Auge, schwarz das Haar? Ännchen war´s, die Feine. Wißt ihr, wo die Linde stand, Jedem Burschen wohlbekannt? |: Zu Godesberg am Rheine. :| Aennchen, die das ursprünglich nicht wollte, fügte sich und nannte ihre Gaststätte im Jahr 1891 in „Zur Lindenwirtin" um. Das Lied und die Wirtin gelangten bald zur Berühmtheit. Das inzwischen restaurierte Gasthaus „Zur Lindenwirtin Aennchen" in Bad Godesberg wird von vielen, Dichterich ambitionierte Studierende ergänzten den Text der „Lindenwirtin" um sog. Fakultätsstrophen, in denen es beispielsweise heißt: Ein Student der Bergbaukunde Kam auf seiner Wanderrunde Unter die blühende Linde. Kaum saß er der Wirtin auf dem Schoß Gingen die Schlagenden Wetter los. |: Unter der blühenden Linde :| Florian Russi Text (1876): Rudolf Baumbach Melodie (1878): Franz Abt ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Lindenwirtin Seite 2 von 5 ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Lindenwirtin Seite 4 von 5 ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Lindenwirtin Seite 5 von 5 ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Hoch auf dem gelben Wagen Seite 1 von 3 Hoch auf dem gelben Wagen Rudolf Baumbach Es ist einer der bekanntesten Liedtexte des in Kranichfeld in Thüringen geborenen Dichters Rudolf Baumbach (1840-1905). Das Lied ist Ausdruck eines unruhigen und getriebenen Geistes, eines Menschen, der ständig unterwegs ist und immer wieder neue Ziele ansteuert, so wie dies auch im Leben Rudolf Baumbachs der Fall war. Das Lied ist vor allem in Chören und Wandervereinen sehr beliebt. Zu seiner großen Popularität hat auch der ehemalige deutsche Außenminister und Bundespräsident Walter Scheel (geb. 1919) beigetragen. Er trat 1973, während seiner Zeit als Außenminister, für die Aktion Sorgenkind mit dem Lied an die Öffentlichkeit, was damals für einen seriösen Politiker ungewöhnlich war. Die Schallplatte wurde schon bis zum Frühjahr 1974 über 300.000 Mal verkauft. Ein französischer Radiosender kommentierte den Gesang mit den Worten „Pas mal", und das heißt übersetzt: „Nicht schlecht". ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Hoch auf dem gelben Wagen Seite 2 von 3 Rudolf Baumbach Der Wagen rollt Hoch auf dem gelben Wagen Sitz' ich beim Schwager vorn. Vorwärts die Rosse jagen, Lustig schmettert das Horn. Berge und Wälder und Matten, Wogendes Ährengold. - Möchte wohl ruhen im Schatten, Aber der Wagen rollt. Flöten hör' ich und Geigen, Kräftiges Baßgebrumm; Lustiges Volk im Reigen Tanzt um die Linde herum, Wirbelt wie Laub im Winde, Jubelt und lacht und tollt. - Bliebe so gern bei der Linde, Aber der Wagen rollt. Postillon an der Schenke Füttert die Rosse im Flug; Schäumendes Gerstengetränke Bringt uns der Wirt im Krug. Hinter den Fensterscheiben Lacht ein Gesichtchen hold. - Möchte so gern noch bleiben, Aber der Wagen rollt. Sitzt einmal ein Gerippe Hoch auf dem Wagen vorn, Trägt statt Peitsche die Hippe, Stundenglas statt Hörn - Ruf ich: »Ade ihr Lieben, Die ihr noch bleiben wollt; Gern war' ich selbst noch geblieben, Aber der Wagen rollt.« ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Hoch auf dem gelben Wagen Seite 3 von 3 ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Lacrimae Christi und der Auerhahn Seite 1 von 1 Lacrimae Christi Es war in alten Zeiten ein schwäbischer Fiedelmann, der kräftig strich die Saiten und lustige Mären spann. Mit Friederich dem Andern ins Welschland zog er ein, und kostete im Wandern von einem jeden Wein. Und als auf seinem Zuge er nach Neapel kam, quoll ihm aus irdnem Kruge ein Tropfen wundersam. Er trank mit durst'gem Munde und rief den Wirt herbei: "Viellieber, gebt mir Kunde, was für ein Wein das sei. Er rinnt mir altem Knaben wie Feuer durchs Gebein; von allen Gottesgaben muß das die beste sein." Der dicke Kellermeister gab ihm die Auskunft gern: "Lacrimae Christi heißt er, denn Tränen sind's des Herrn." Da überkam ein Trauern den fremden Fiedelmann; er dachte an den Sauern, der in der Heimat rann. Und betend sank er nieder, den Blick emporgewandt: "Herr, weinst du einmal wieder, so wein im Schwabenland!" ES Truggold prof. Rudolf Baumbach Der Auerhahn Seite 1 von 1 Der Auerhahn Es war einmal ein Auerhahn, Ein recht verliebter Don Juan. Kein zweiter in dem Tannenwald Glich ihm an Kraft und Wohlgestalt, Und unternehmend war er schier Wie ein Husarenoffizier, So dass er von der Hennen Schar Gefürchtet und vergöttert war. - Doch einen Fehler hatte er, Der wurde für ihn folgenschwer. Er pflegte, ging’s zum Stelldichein, Sein Glück in alle Welt zu schrein. So wurde es bekannt alsdann Jedweder Kreatur im Wald. Einmal, der Morgen graute kaum, Saß unser Hahn auf seinem Baum Und schrie und jauchzte fast wie toll, Dass ringsherum der Wald erscholl. Im Dickicht aber während dessen, Hat still ein Jägersmann gesessen Der fand den Hahnen auf der Balz, Wollt auf den Schwanz ihm streuen Salz, Doch weil der Hahn ihm saß zu hoch, Schoss er ihm durch die Brust ein Loch, So dass der arme Don Juan Vom Baume fiel als toter Hahn. Ein Lehrgedicht muss allemal Besitzen eine Schlussmoral. Sie folgt auch diesmal hinterher, Jedwedem jungen Hahn zur Lehr: Was dir der Frauen Gunst verschafft, Ist: Erstens, volle Manneskraft, Verwegenheit zum zweiten – und Zum dritten ein verschwiegener Mund. Wer nicht den Schnabel halten kann, Der denke an den Auerhahn! Rudolf Baumbach Pensionierte Sittlichkeit Fred Endrikat Es war einmal ein Auerhahn, der hatte seine Pflicht getan, acht Jahre lang und noch viel mehr, dann ward der Dienst ihm etwas schwer. Kein Ding auf Erden ewig dauert, er hatte eben ausge-auert. Nun ließ er seine Blicke schweifen betrübt zu all den Ordensschleifen, Diplomen und den Ehrenpreisen, die er er-auert einst auf Reisen. Was halfen ihm jetzt all die Prämien? Er mußt' sich vor den Hühnern schämien. Kein Hafer und kein Sellerie entlockte ihm ein Kikeriki. Es klang jetzt wie ein heisres Quieken sein einst so frohes Kikerikieken. Und alle Hennen, alle Glucken, die waren darob baß erschrucken. So stand er traurig wie Piek sieben im Kreise seiner Hühnerlieben. Man hat den Enterich gebeten, den Hahn einstweilen zu vertreten. Was kümmert sich das Federvieh um Sittlichkeit und Bigamie. »Jawoll«, sprach stolz der Enterich. »Die Kleinigkeit besorge ich.« Am Zaun stand nun der Auerhahn und sah voll tiefer Trauer an, wie seine Hennen, seine Glucken, ohn' mit der Wimper nur zu zucken, im Gegenteil, noch mit Frohlucken sich von dem Entrich ließen ducken. Verächtlich tät der Hahn ausspucken: »Pfui Teufel, ja so sind die Glucken.« Dann kam der böse Bauer an und schnappte sich den Auerhahn und sprach: »Du oller Veteran wirst höchstens für die Suppe taugen.« Dann schlossen sich zwei Hühneraugen. Was ist des Lebens ganze Mühe? Ein kleiner Topp voll Hühnerbrühe! –