Reych Nr. 128

Humperdinck, Engelbert

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Humperdinck, Engelbert Prof. Dr. h.c.
Titel: Hänsel
Reych: Nr. 128 Filadelfia (Philadelphia)
Geb.: 01.09.1854 in Siegburg
Gest.: 27.09.1921 in Neustrelitz

Volltext

deutscher Komponist Der im rheinländischen Siegburg geborene Sohn eines Gymnasialoberlehrers und einer musikbegabten Mutter sollte nach des Vaters Wunsch Architekt werden, aber mit dem Abschluss seiner Schulzeit folgte er der Stimme seiner inneren Berufung und widmete sich ganz der Musik. Die am Kölner Konservatorium begonnenen Studien wurden nach der Auszeichnung mit dem Mozartpreis bei Fr. Lachner und J. Rheinberger in München abgeschlossen. Das hier errungene Mendelsohn- Reisestipendium erlaubte ihm einen Aufenthalt in Italien, wo er die entscheidende Begegnung mit Richard Wagner hatte, der den jungen Musiker zu den Vorbereitungen für die Uraufführung des „Parsival“ heranzog. Zwischenzeitlich wirkte Humperdinck als Kompositionslehrer in Barcelona, Köln und Frankfurt a. Main, bis sein erstes Bühnenwerk „Hänsel und Gretel" den erstrebten Welterfolg brachte, als Richard Strauss die Uraufführung in Weimar dirigierte und die Märchenoper als „Meisterwerk erster Güte" bezeichnete (1893). Mitte des Jahres 1894 bat ihn sein Münchner Freund Heinrich Porges die Musik zu einer Märchendichtung seiner Tochter zu komponieren, die mit dem Bühnenschriftsteller Max Bernstein verheiratet war und unter dem Pseudonym Ernst Rosmer schrieb. Dies war letztlich nach Überwindung vieler Schwierigkeiten der Anlass für seinen zweiten großen Erfolg, als er 1910 mit der Märchenoper „Die Königskinder" über 130 Bühnen eroberte. Humperdinck komponierte im Anschluss daran weitere Bühnenwerke „Dornröschen", „Die Heirat wider Willen", „Die Marketenderin" und „Gaudeamus“, denen ein gleich großer Erfolg versagt blieb. Hingegen erfreuten sich die Kompositionen zur „Lysistrata“ des Aristophanes und Maeterlincks „Blauem Vogel" sowie zu mehreren Shakespeareschen Dramen wie der „Kaufmann von Venedig", „Was Ihr wollt" und „Wintermärchen“ großer Beliebtheit. Wie sehr er der Märchenwelt verhaftet war beweisen auch seine für Klavier und Gesang komponierten „Die sieben Geislein". Im Jahre 1900 nahm Humperdinck das Amt des Direktors der Akademischen Meisterschule in Berlin an, wurde dort als Professor in die königliche Akademie der Künste gewählt und war deren Präsident bis 1913. Die Universität Berlin verlieh ihm 1910 die Ehrendoktorwürde. Sein schaffensreiches Leben endete in Neustrelitz im Alter von 67 Jahren. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt