Beschreibung
Lichtenberg, Georg Christoph Prof.
Titel: Aphoristicus
Reych: Nr. 404 Am Elbgestade (Stade, erk. 10.04.155)
Geb.: 01.07.1742 in Ober Ramstadt
Gest.: 24.02.1799 in Göttingen
Volltext
deutscher Schriftsteller und Physiker Als Sohn eines Predigers geboren, wurde er schon als Kind durch einen Unfall bucklig, was ihn sein Leben lang belastete. Der Schüler des Darmstädter Gymnasiums zeigte schon ein hervorragendes Talent für mathematische Studien. 1763 studierte er Physik und Naturwissenschaften. Seine Lehrer Kästner und Meister wurden auch bald seine Freunde. 1769 wurde er zunächst außerordentlicher Professor der Physik in Göttingen und nach einem mehrjährigen Aufenthalt in England 1775 ordentlicher Professor. Das Jahr zuvor wurde er Mitglied der Göttinger Sozietät der Wissenschaften. Seine „Briefe aus England" erschienen bereits 1776 und 1778 in Boes Zeitschrift „Deutsches Von 1772-73 führte er im Königreich Hannover Berechnungen der Längen- und Breitengrade durch. Auf physikalischem Gebiet wurde er durch die 1777 von ihm entdeckten und beschriebenen „Lichtenbergschen Figuren" bekannt. Dies waren Pulver-Figuren, die eine elektrische Aufladung auf einem Isolator sichtbar machten. Größere Bedeutung erwarb sich Lichtenberg durch seine ausgezeichneten Vorlesungen über Experimentalphysik und seine schriftstellerische Tätigkeit. Von 1778 an gab er den „Göttinger Taschenkalender" heraus und veröffentlichte darin zahlreiche Abhandlungen naturwissenschaftlichen, philosophischen und auch satirischen Inhalts. Er prangerte das Geniewesen, die Empfindsamkeit der Sturm- und Drangzeit und die Mystik der zeitgenössischen Philosophie an. Hier sind zu erwähnen ein Aufsatz „Über den deutschen Roman", die Verspottung der Lavaterschen Physionomik im „Fragment von Schwänzen". Seine in England erworbenen Erkenntnisse dienten ihm bei der Abfassung seiner Schrift „Ausführliche Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche". 1780 gründete er mit G. Forster das „Göttingsche Magazin". Die späteren Jahre seines Lebens verbrachte er infolge von mancherlei Körperleiden in hypochondrischer Abgeschlossenheit. Seine philosophischen Aphorismen erschienen zuerst zusammengestellt in seinen „Vermischten Schriften" nach seinem Tode. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt