Beschreibung
Lobisser, Suitbert
Titel: Suitbert aus rechtem Holz geschnitzt
Reych: Nr. 126 Claudium Forum (Klagenfurt)
Geb.: 23.03.1878 in Tiffen
Gest.: 01.10.1943 in Klagenfurt
Volltext
österreichischer Pater, Maler, Bildhauer Das Bundesland Kärnten nimmt in der österreichischen Kunstgeschichte eine besondere Stellung ein infolge seiner Lage, die ein Aufeinandertreffen von Strömungen sowohl aus dem Süden wie auch aus dem Norden Europas ermöglicht. Dies bezeugen Spitzenwerke wie der romanische Dom zu Gurk, die Gemälde des spätgotischen Meisters Thomas von Villach oder der Renaissancepalast der Grafen von Salamanca (Schloss Porcia in Spittal an der Drau, Burg des Reyches Alta Carinthia). Auch die Moderne hat hier bedeutende Vertreter hervorgebracht, etwa die Maler des „Nötscher Kreises“ oder Herbert Boeckl, ausgezeichnet durch eine stark farbige, expressionistische Malweise. Nicht zuletzt ist der Maler Werner Berg zu er- wähnen mit seinen aus der bäuerlichen Umwelt entnommenen Motiven. Dies gilt auch für einen Künstler, der eine Generation vor diesem in Kärnten tätig war und durch seine Werke - Fresken, vor allem aber Holzschnitte - einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat: Suitbert Er kam am 23.3.1878 in Tiffen als Leo Lobisser auf die Welt, hineingeboren in eine damals noch weitgehend ländlich geprägte Umwelt. Als er acht Jahre alt war starb sein Vater, der Volksschul- lehrer gewesen war. Dies bedeutete für die Mutter ein sorgenvolles Dasein, für Leo aber trotz allem eine unbeschwerte Kindheit, was später in seinen Werken zum Ausdruck kommen sollte, in denen Armut und glückliche Momente keinen Widerspruch darstellen. Nach der Matura am bischöflichen Knabenseminar in Klagenfurt 1898 trat er als Novize ins Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal (genannt „Kärntens Schatzhaus“) ein mit dem Klosternamen Switbert. 1903 wurde er zum Priester geweiht, es folgte ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Ab 1908 unterrichtet er als Kunsterzieher am Stiftsgymnasium St. Paul. Zu seinen Schülern dort zählte übrigens auch der spätere Schauspieler Paul Hörbiger (in der Praga zum Rt Ziehar, der beste Monikaner geschlagen, später in der Vindobona sesshaft). Daneben war Lobisser auch Forstmeister des Stiftes, was es ihm ermöglichte, außerhalb des Stiftes tätig zu sein, wo er auch ein Atelier einrichtete. Hier wandte er sich, der zunächst als Freskant tätig gewesen war, ab 1923 besonders dem Holzschnitt zu, dem er sich mit überragendem Fleiß widmete. Das für andere Künstler angeblich so wichtige Warten auf Eingebung verwies er in das Reich der Fabel: „I bin überhaupt nie nach Stimmungen gangen. Wann i nach Stimmungen gangen wär, hätt i monatelang nix g’macht. Das is alles a Fabel und Unsinn“. 1932 trat er aus dem Orden aus und wurde in den Laienstand versetzt, um Eva Luise Bleymaier (seine „Ev“) heiraten zu können. Diese starb tragisch im folgenden Jahr nach Geburt der Tochter Notburga („Burgi“). Lobisser bezog ein Wohn- und Atelierhaus in Klagenfurt, heiratete später Relli Lobisser und starb am 1. Oktober 1943 in Klagenfurt. Sein Begräbnis erfolgte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Lobisser schuf an die einhundert Fresken, vor allem für das Stift St. Paul im Lavanttal. Dort wird auch eine Sammlung seiner sämtlichen 673 Holzschnitte aufbewahrt, von denen viele für Exlibris, Hochzeits- und Geburtstagskarten Verwendung fanden. Stilistisch folgen sie den altdeutschen Meistern in virtuoser Gestaltung. Im Mittelpunkt der Darstellungen steht die Natur, besonders die heimatliche Landschaft mit ihren Menschen, die er auf zahlreichen Wanderungen studierte. Daneben schuf er auch plastische Werke sowie den Entwurf für die Holzkirche in Bad Kleinkirchheim. Auch wenn Suitbert Lobisser kein Schlaraffe war, hatte er doch einige Beziehungen zu Schlaraffia und deren Sassen. Daher können etliche seiner Werke ihren schlaraffischen Ursprung nicht verleugnen. Lobisser hatte etwa Kontakte zu den beiden damals in St. Veit an der Glan bestehenden Schlaraffenreychen, dem allschlaraffischen Urbs Viti und dem urschlaraffischen An der Glan. Er war häufig Gast im Haus von Leo Knaus, dem Rt Wehrhaupt der h. Urbs Viti, daselbst als Schatzmeister und Marschall tätig. Weitere Mitglieder der Familie Knaus waren in diesem Reych sesshaft, nämlich Werner Knaus (OK Rt. Essigaal der Tonsüße), Hans Knaus (K Rt. Brausewind der Backgepulverte) und Fritz Knaus (C R.t Friedl vom Vituspark). Leider sind unter den Arbeiten, die Lobisser für diese Familie anfertigte, keine schlaraffischen. Eine diesbezügliche Anspielung findet sich dafür auf dem Exlibris für Sepp Gatternigg (OÄ Rt. Reim der Leyermann)- die Figur des Stadtbrunnens bildete auch den Ahnen des Reyches Urbs Viti. (Text: Rt. Denk mal (24) in DSZ 1/153)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt