Reych Nr. 7

Lorm, Hieronymus

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Lorm, Hieronymus (auch Landesmann, Heinrich)
Titel: Abdul
Reych: Nr. 7 Bruna (Brünn)
Geb.: 09.08.1821 in Nikolsburg
Gest.: 03.12.1902 in Brünn

Volltext

mährischer Dichter und Philosoph Von Kindheit an schon kränklich, besuchte er mehrere Lehranstalten mit Unterbrechungen in Wien, verlor tragischerweise mit 16 Jahren als vielversprechender Klaviervirtuose das Gehör und im Laufe der späteren Jahre auch sein Augenlicht vollständig. Die Wirkung des Gehörverlustes hat er in seiner Autobiographie mit den Worten charakterisiert: „Das Unglück hatte zunächst mein Inneres in ein Chaos verwandelt; die erste Wirkung war, als ich mein eigenes Anschlagen auf die Tasten zum ersten Male nicht mehr hörte, eine zum Grauen gesteigerte Abneigung gegen das Instrument, die ich noch Jahrzehnte danach nicht überwinden konnte, so dass sich meine technische Fertigkeit, meine Spielweise mit der Zeit fast spurlos verlor". Und weiter „Da ich die Fähigkeit verloren hatte, Lieder in Musik umzusetzen, so habe ich meine Musik in Lieder gesetzt". Er veröffentlichte schon damals mehrere Gedichte in Zeitungen, bearbeitete 1843 die mohammedanische Faustsage „Abdul“ in fünf Gesängen und gab dann 1847 die kritisch-politische Schrift „Wiens politische Schwingen und Federn" heraus, die ihn zum Verlassen Wiens zwang. Nach seiner Übersiedlung nach Berlin setzte er seine kritische Tätigkeit in Kühnes Zeitschrift ,,Europa“ fort und schrieb die „Grafenberger Aquarelle". Ein Jahr später, wieder in Wien lebend, siedelte er von dort 1873 nach Dresden über und 1892 nach Auf philosophischem Gebiet hat er eine Schrift vom grundlosen Pessimismus verfasst und ein kleines Werk „Die Muse des Glückes", in der man Analogien zu schlaraffischem Denken entdecken kann. „Die Kunst glücklich zu sein, kann daher nicht gelehrt, sondern nur von demjenigen, der sie kraft seiner Natur besitzt, geübt werden. Man lehre einen Menschen Honig aus der Blume zu ziehen. Die Bienen brauchen es nicht zu lernen und die anderen können es nicht lernen". Die Bejahung der Lebensfreude, die wir Schlaraffen wollen, hat Lorm als „Muse des Glückes" formuliert. Seine Werke: „Tote Schuld", „Späte Vergeltung", „Vor dem Attentat", „Außerhalb der Gesellschaft", „Der Naturgenuss", „Geflügelte Stunden", „Leben, Kritik, Dichtung". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt