Reych Nr. 20

Lortzing, Albert

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Lortzing, Albert
Titel: Czar der Unvergessliche
Reych: Nr. 20 Hannovera (Hannover)
Geb.: 23.10.1801 in Berlin
Gest.: 21.01.1851 ebenda

Volltext

deutscher Komponist, Schauspieler und Dirigent Lortzing war in der preußischen Hauptstadt geboren, die Familie entstammte dem musikreichen Thüringen. Der Vater war Lederhändler, musste sich aber infolge des wirtschaftlichen Niederbruchs von 1811 samt seiner Frau vom Theaterliebhaber zum aktiven Mimen wandeln. So wuchs Albert als Schauspielerkind in einer nur halb sesshaften Truppe auf, die das Rheinland und Westfalen mit Kotzebue und Raupach, Mozart und Dittersdorf, Himmel und Weber bespielte. Noch in „Zar und Zimmermann" mimte seine Mutter eine Nebenrolle. So gewann Lortzing, der kurze Zeit unter Runghausen studierte, die Dialoggewandtheit des jugendlichen Bonvivants wie die Gesangspraxis des lyrischen und Buffo-Tenoristen. 1824 schrieb er seine erste Oper „Ali Pascha von Janina". Seit 1823 war er glücklich vermählt mit einer Kollegin aus Bietigheim in Schwaben. Er reiste mit einer Operngruppe nach Detmold, Münster, Osnabrück und Köln. 1826 stieg er ans Hoftheater der Residenz Detmold auf, bewährte sich 1828 in Münster als Oratorienkomponist mit seiner „Himmelfahrt Christi" und gewann 1833 mit einem gefühlvollen Liederspiel „Der Pole und sein Kind" nachhaltigen Beifall. Im gleichen Jahr wurde Lortzing als Spieltenor nach Leipzig verpflichtet und betrat damit eine der angesehensten Bühnen. Mit der dortigen Premiere seines Stückes „Die beiden Schützen" errang er den ersten bleibenden Erfolg, den 1837 „Zar und Zimmermann" krönte. 1846 war Lortzing für kurze Zeit Dirigent am Theater an der Wien, das während der Revolution 1848 geschlossen wurde. Seit 1850 war er Dirigent am Friedrich-Wilhelm-Stadttheater in Berlin. Lortzing gilt als Schöpfer der deutschen Singspieloper des 19. Jahrhunderts. Seine bekanntesten Werke sind, neben „Zar und Zimmermann", „Der Wildschütz" (1842), „Undine“ (1845) und „Der Waffenschmied" (1846). Weitere Werke sind „Das Fischerstechen", „Hans Sachs", „Casanova“, „Der Weihnachtsabend", „Die Berliner Grisette" und aus „Mozarts Leben". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt