Beschreibung
Löns, Hermann
Titel: Hansbur
Reych: Nr. 20 Hannovera (Hannover)
Geb.: 29.08.1866 in Culm
Gest.: 26.09.1914 bei Loivre
Volltext
deutscher Dichter und Schriftsteller Als Sohn eines Oberlehrers studierte er in Münster, Greifswald und Göttingen Medizin, Mathematik und Naturwissenschaften. Nach seinem Studium war er meist in Hannover und Bückeburg als Berichterstatter und Schriftsteller, seit 1893-1902 als Schriftleiter beim „Hannoverschen Anzeiger" tätig. Gleichzeitig redigierte er von 1898-1901 die Zeitschrift „Niedersachsen“. Von 1902-04 war er Redakteur an der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", von 1904-07 am „Hannoverschen Tageblatt", dann bis 1909 an der „Schaumburg-Lippischen Landeszeitung" in Bückeburg. Von 1912- 14 lebte er als freier Schriftsteller in Hannover. Löns war Lyriker und Dichter der niedersächsischen Heide, deren Flora und Fauna er mit naturwissenschaftlich geschultem Blick durchforschte und mit dichterischer Kraft gestaltete. Seine Naturschilderungen „Mein braunes Buch", „Mein buntes Buch'' sowie seine Tiergeschichten „Was da kreucht und fleucht", „Mümmelmann", „Aus Forst und Flur" und seine Jagdgeschichten „Mein grünes Buch", „Kraut und Lot", „Auf der Wildbahn" sind Bekenntnisse eines die Einsamkeit liebenden, naturverbundenen Menschen, der auch drastischen Humor besaß. In seinen Romanen „Der letzte Hansbur", „Dahinten in der Heide", „Der Werwolf", „Die Häuser von Ohlenhof' vermochte er Volkstum und Geschichte lebendig werden zu lassen, während er mit „Das zweite Gesicht" auch das Leben seiner Zeit zu erfassen versuchte. Er schrieb außerdem „Mein blaues Buch" und „Mein goldenes Buch". Seine schlichten, lyrischen Gedichte, die vielfach vertont wurden, nähern sich dem Volkslied an. Darüber hinaus verfasste er eine Reihe von Schriften über Naturschutz und naturwissenschaftliche Studien über Schädlingsinsekten. Von Löns dichterischem Vermächtnis lebte am lebendigsten im Herzen des deutschen Volkes „Der kleine Rosengarten". Der bald 50-jährige Kriegsfreiwillige begab sich nach kaum anderthalbwöchiger Ausbildung mit einem Transportzug an die Front. Er führte ein ausführliches und anschauliches Kriegstagebuch. Die letzten Aufzeichnungen stammen vom 25. September, dem Vorabend seines Todestages. „Frohe Stimmung und es geht in die Linie ..." war der letzte Eintrag und „Von wo er nicht mehr zurückkehren sollte. Gefallen am 26.9. bei Loivre. Ehre seinem Andenken!" hat eine andre Hand, die den Toten und sein Tagebuch fand, hinzugefügt. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt