Beschreibung
Meißen, Heinrich von
Titel: Frauenlob der Minnesänger
Reych: Nr. 45 Moguntia (Mainz)
Geb.: um 1250
Gest.: 29.11.1318 in Mainz
Volltext
deutscher Lyriker Der fahrende Sänger erhielt nach einem Preislied auf die Mutter Gottes den Beinamen „Frauenlob". Als Dichter und Vortragskünstler an vielen, vor allem norddeutschen und ostdeutschen Höfen, wurde er zum erfolgreichsten und eigenständigsten Lyriker der ritterlichen Spätzeit. Seine prunkvolle „Leich“ mit den Höhepunkten „Marienleich“, „Kreuzleich" und „Minneleich“, war eine schon im 9. Jahrhundert eingeführte, altdeutsche Dichtform, die von den mittelhochdeutschen Dichtern weiter zu vokalen Liedern ausgebaut wurden. Im 15. Jahrhundert kamen sie wieder außer Heinrich von Meißen war bürgerlicher Herkunft, von Meißen sagt daher nur aus, dass er von Meißen stammt. 1228 weilte er nachweislich am Hofe Rudolfs von Habsburg, am Hofe von Wenzel II. in Böhmen und bei Waldemar von Brandenburg. In Innsbruck liegt ein Dokument vor, dass er am 17.08.1299 von einem Adeligen ein Kriegspferd für 15 Silbermark erworben hatte. Er schrieb genau 448 Sprüche mit weltlichen und geistlichen Themen, die erstmalig mehrstrophig waren und als Mischung von Lied und Spruch zum Meistergesang führten. Darüber hinaus hat er auch dreizehn Minnelieder und mehrere Streit- und Preisgedichte verfasst, deren Schönheit, Gelehrsamkeit und virtuose Form der bildreichen Sprache ihm die Anerkennung einbrachte, einer der zwölf „alten Minnesänger" zu sein. Besonders bekannt wurde er wegen des Streites, den er mit dem Fahrenden Bartel Regenbogen über die Bezeichnung „vrouwe" oder „wip“ (Frau oder Weib) hatte und in dem er sich für ,,Frau“ entschied. Sicherlich hat er sich auch damit den Beinamen „Frauenlob" in weiten Kreisen verdient. Frauen sollen ihn jedenfalls in Mainz zu Grabe getragen haben, nachdem er angeblich durch Gift zu Tode gekommen sein soll. Der Erzbischof von Mainz, Peter von Aspelt, hat es bewirkt, dass er im Dom zu Mainz seine letzte Ruhe fand. 1842 ist ihm dort ein neues Denkmal von Schwanthaler gesetzt worden. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt