Reych Nr. 21

Gött, Emil Servatius

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Gött, Emil Servatius
Titel: Edelwild
Reych: Nr. 21 Fryburgia Brisgaviae (Freiburg)
Geb.: 13.05.1864 in Jechtingen
Gest.: 13.04.1908 in Freiburg

Volltext

deutscher Dichter Emil Gött war der Sohn eines Feldwebels, studierte in Freiburg im Breisgau und in Berlin Literatur, Philosophie, Philologie und Nationalökonomie. Er beschäftigte sich mit sozialen und wirtschaftlichen Verbesserungsplänen. Nach einem Wanderleben mit E. Strauß in der Schweiz, Oberitalien und Tirol als Landarbeiter und Handwerksbursche erwarb er sich 1894 ein kleines Gut an der Leihalde in Zährungen bei Freiburg, das er als Landwirt bewirtschaftete. Nebenbei beschäftigte er sich mit phantastischen Plänen und Erfindungen. In seinem Dichterleben rang er um die geistige und erlebnismäßige Verbindung von Tolstois Lehren und der Philosophie Nietzsches im eigenen Lebensbereich, immer wieder seine Dichtung gegenüber tätigem Handeln abwägend. Er war ein ausgezeichneter Erzähler. Am erfolgreichsten war er, abgesehen von kleinen Betrachtungen und Aphorismen, mit Vers-Lustspielen von anziehender und bühnensicherer Gestaltung und feinem Humor in der klassisch-spanischen Tradition, wobei er sich Stoffe nach Cervantes und Lope de Vega vornahm. Sein bekanntestes Werk in dieser Richtung war das aus einem Zwischenspiel von Cervantes erarbeitete Lustspiel „Der Adept", das 1895 unter dem Titel „Verbotene Früchte" in Berlin zur Aufführung gelangte. Erst nach seinem Tode vermittelte die von Roman Woerner 1911 veranstaltete Ausgabe der Schriften Götts in drei Bänden einen umfassenden Einblick in sein dichterisches Wirken. Von den insgesamt vier Vers-Dramen sind „Edelwild“ und das Lustspiel „Mauserungen" die bedeutendsten. Selbstkritik, Ablehnung der zeitgenössischen Bildung und Lebensgewohnheiten, lyrische Diskussionen von dichterischem Rang zeichnen diese Persönlichkeit, die seine Vielseitigkeit mit der Schaffung von Erzählungen, Lyrik, Spruchdichtungen, Aphorismen, „Nachdenkliche Geschichten" und mit seinen „Briefen an einen Freund" bewiesen hat. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt