Reych Nr. 319

Faistauer, Anton

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Faistauer, Anton
Titel: Saalhofer
Reych: Nr. 319 Stella Alpina (Zell am See)
Geb.: 14.02.1887 in St. Martin bei Lofer
Gest.: 13.02.1930 in Wien

Volltext

österreichischer Maler Anton Faistauer wurde als dritter Sohn des Josef und der Anna Faistauer auf Schloss Grubhof in der Gemeinde St. Martin geboren. Die Mutter fühlte sich auf Schloss Grubhof nie richtig zuhause. Die Familie übersiedelte deshalb nach Maishofen, wo sie ein Gasthaus mit Landwirtschaft erworben hatte. Hier verbrachte Anton Faistauer seine Kindheit zusammen mit 11 Geschwistern. Der aufgeweckte Bub fiel sehr bald dem geistlichen Herrn des Dorfes auf und sollte mit Einverständnis der Eltern Theologie studieren. Zuerst in Salzburg dann in Bozen und letztlich in Hall in Tirol gefiel es ihm nicht in den Internaten und so zog er ohne Matura nach Wien, wo er lange in seiner Entscheidung zögerte, ob er Maler oder Schriftsteller werden sollte. Die französischen Impressionisten waren es, die schließlich ihn ihm den Entschluss reifen ließen, Maler zu werden. Er besuchte dann eine private Malschule. Im Jahre 1906 wurde er in die Akademie der bildenden Künste aufgenommen. 1909 stellte er das erste Mal aus. Von 1910 – 1912 wanderte er durch die Schweiz, kam dann nach Italien, wo er von den Werken der Meister Tintoretto, Greco und Tizian stark beeindruckt wurde. 1914 erwarb die österreichische Staatsgalerie seine ersten Werke. Der Beginn des ersten Weltkriegs machte viele seiner Pläne, darunter auch eine Ausstellung in Berlin, zunichte. Er zog nach Maishofen zurück und bearbeitete mit seinem Vater den landwirtschaftlichen Betrieb, da alle seine Brüder kriegsdienstverpflichtet waren. Faistauer malte, wann immer es seine Zeit zuließ. Es entstanden Stilleben und Portraits, auch sein Selbstportrait, die Schwermut ausdrückten. 1916 kam er selbst auch noch zum Militär. Er erhielt die Order, Ausstellungen österreichischer Maler in der Schweiz und Schweden zu organisieren. Vom Kriege heimgekehrt, zog es ihn wieder in seine Pinzgauer Heimat. Da starb unerwartet seine Gattin Ida. Der Künstler übersiedelte alsbald nach Salzburg. In der Folgezeit entstanden Bilder der Landschaft Salzburgs, ein gotisch anmutendes sechsteiliges Marienwerk. 1921 heiratete er zum zweitenmal. Stilleben und Aktbilder entstanden, die Farben wurden leuchtender, die Werke gewannen an Frische, die Formen wurden freier und aufgelockerter. Sein schriftstellerisches Werk „Neue Maler in Österreich – Betrachtung eines Malers“ ließen ihn auf diesem Gebiet als Meister erscheinen. In Salzburg erhielt er seinen ersten großen Frescoauftrag. In der Kirche zu Morzg malte er Szenen aus dem Marienleben, die von großer Innigkeit und religiöser Verwurzelung Zeugnis gaben. Daraufhin erhielt er 1926 den Auftrag, das Foyer des Festspielhauses zu gestalten. In knapp einem Monat vollendete er das über 300 m² große Werk. Nach seiner Übersiedlung nach Wien erhielt er den Titel eines Professors und fand in der Wiener Gesellschaft gute Aufnahme. Reisen nach Frankreich, Korsika und Italien vertieften seine künstlerischen Auffassungen. Der Tod Hugo von Hoffmanthals im Jahre 1929 ergriff ihn sehr, Noch einmal durchreiste er Italien bis Taormina in Sizilien, kehrte krank zurück und verstarb überraschend schnell. Seine Werke leben weiter als Ideal unzerstörbarer Schönheit und edlen Menschentums. (Text (gekürzt): Rt. Rudifer (319))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt