Beschreibung
Ritterbünde Ritterschaft bzw. Ritterbund, entstand schon rund 20 Jahre vor der Gründung der schlaraffischen Dresdensia (33), wahrscheinlich von 1864-1897 im sächsischen Pirna, Königstein und Umgebung, seine Mitglieder stammten offensichtlich aus dem gehobenen Bürgertum des Elbtales. Dieser Bund war
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Ritterbünde Ritterschaft bzw. Ritterbund, entstand schon rund 20 Jahre vor der Gründung der schlaraffischen Dresdensia (33), wahrscheinlich von 1864-1897 im sächsischen Pirna, Königstein und Umgebung, seine Mitglieder stammten offensichtlich aus dem gehobenen Bürgertum des Elbtales. Dieser Bund war nicht im Deutschen Ritterbund organisiert. Zweck des Vereins waren hauptsächlich Frohsinn und Geselligkeit. Ein Mitgliedsschein gibt Auskunft über die Aufnahme des Ulrich von Ulrichshausen, ausgefertigt auf Grund des Bundesbeschlusses vom 15. Oktober 1864 auf der Veste Papststein, unterzeichnet: Der Bund und sein Geschäftsführer Siegfried von Papststein. (Der Papststein (451 m) ist ein Tafelberg in der linkselbischen Sächsischen Schweiz, er befindet sich etwa vier Kilometer südöstlich von Königstein und etwa drei Kilometer südlich von Bad Schandau). In einer Aufnahmeurkunde bekennen die Ritter Wippo von Königstein, Hans von Schönberg, Ypsilanti von Karaseck, Astloch von Cunnersdorf, Siegfried von Papststein und Attila von Salonich die Aufnahme von Ulrich von Ulrichshausen Golo von Snobbenstein und Urach von Liebenstein auf der Veste des Wippo von Königstein. Kurz danach wurde Kunibert von Eulenhorst aufgenommen. Es erfolgte ein Ritterschlag. Beschlussfassende Treffen nannten sich Hauptversammlungen, normale Treffen Versammlungen oder Sitzungen, die gewöhnlich in einem wilden Trinkgelage mit Kartenspiel endeten, wie aus einem Protokoll zu erfahren war. Wenn sich profane Nachbarn wegen des Lärms beschwerten, wurden diese „nachbarliche Kaffer“ genannt, deren Kafferblut fließen möge. Weitere Mitglieder waren Siegfried von Brandenfels, Roderich von Hoheneck und Berga von der Duba auf und zu Hohenstein. Der Protokollant war der Schreibmeister. Wahrscheinlich fand jährlich ein Reichsturnier statt, so am 17.März 1866 und am 26. März 1870, gleichzeitig war es eine Zusammenkunft mit den Ritterfrauen. Zu jedem Reichsturnier gab es ein spezielles Tafel-Lied zu der Melodie „Hinaus in die Ferne“. Das Turnier wurde auch Raubzug genannt. Überliefert ist ein weiteres Ritter-Lied, gesungen im Kreise der edlen Zechbrüder beim Wiedersehen am 31. Oktober 1885. Es hatte 19 Strophen, neun Ritter werden darin namentlich genannt. Die wenigen Unterlagen zur Ritter – und Knappenschaft ob der Elbe wurden 2019 in einem Antiquariat in Ostritz bei Zittau entdeckt.
Quelle: Lulupedia Import