Nr. 14 TE PLI T I A
(TepHtz-Schönau, Tsch.-Sl.)
gegriindet 28. 2. a. u. 21 (1880)
Auffallend spärlich sind die Quellen, aus denen der
gewissenhafte Forscher seinen Durst löschen kann, so
daß der eigentliche Stifter des einst biühenden Reyches
nicht bekannt ist. Gegründet wurde das Reych am
28. des Hornung 1580 durch die h. Lipsia. Teplitia ist
der Ort, in welchem "Raps der Große" seine ersten
Lebensjahre verbracht und dann auch die letzte Ruhe~
stätte gefunden hat. So spärlich die offiziellen Kund
machungen sind, so reich ist die Ausbeute auf geistigem
Gebiete. Reich in doppeltem Sinne, denn durch die poetischen Gaben, die ge
boten wurden, erhalten wir so manchen Wink über die Feste, die gefeiert
wurden und erfahren, daß die Teplitia dem Grundsatz folgte: "Wol1ltun trägt
Zil1sen". Das Reych seIlte sich gerne in den Dienst der Wohltätigkeit.
Nach einem Tiefpunkt schlaraffischen Daseins begann im Eismond 1598
mit dem Einzuge in die neue Burg, der Rapsburg, eine neue Aera schlaraf
fischen Lebens. Der frische Geist, mit welchem das neue Heim die alte Teplitia
erfüHte, hat sich während Jahrungen in einmütigem Zusammenhalten der Sas
sen schaft, in unermüdlichem Eifer, in ehrlicher Begeisterung für Schlaraffia
kundgetan. Hiervon zeugen die vielen Beiträge des Reyches in den Schlaraffia
Zeyttungen.
Am 28. des Hornung 1580 gründete die Teplitia das Reych Ostia. Die
Teplitia konnte am 28. des Hornung a. u. 61 (1920) ihr 40. und am 15. des
Lenzmondes a. u. 71 (1930) das 50. Stiftungsfest begehen. A. u. 79 (1938)
ist das Reych erloschen. In den Stammrollen a. u. 100 (1959) werden in be
stehenden Reychen erwähnt: 6 seßhafte und 2 fahrende SaSSell.
Nr. 15 MON ACH I A
(München)
gegründet 27.3. a. U. 21 (1880)
Schon ein Jahr nach ihrer Gründung -
am
23. 3. a. u. 21 (1880) schritt die hohe Mutter
Stutgardia zur Gründung ihrer ältesten T och
ter, der Monachia, der "Krone in Bayern".
Gewaltig ist Monachia im Laufe ihres
78~
jährigen Bestehens gewachsen, sie zählt heute
sechs T ochterreyche: Augusta Vindelicorum,
Juvavia, Landeshuota, Imma Allgoviäe, Im
Rosenhag, Am Tegrinsee, ferner sechs Enkel
reyche: Ulma, Ingoldia, Hala Bavarika, Brun
dunum, Paulista, Pluvia Silvana, vier Urenkel
reyche:
Cambodunum,
Am
Eysenhammer,
Truna Bavaria, Rio Carioca. Mit Sendboten vom 9. 2. a. u. 21 (1880), unter
zeichnet von R. KOlikordius (Carl Lautenschläger, Stutgardia) und 15 Gründern,
-
399
die größtenteils Münchener Bühnen angehörten, suchte Monachia bei der h.
Allmutter um Genehmigung ihrer Gründung nach, die auch bewilligt wurde.
Unter den Erzschlaraffen erwähnt die amtliche Kundmachung die Herrlichkeiten
Konlwrdius (Stutgardia), Häd,erl (Praga), Bamsti (Eduard Brummer), K. Blon
dei (Ludwig Ganghofer), M. Damian (Peter Auzinger), R. Wurstel (Konrad
Dreher), Plato, dem R. Blondel beim Abschied aus der Monachia eine Fechsung
widmete, die zu seinen ersten dichterischen Ergüssen zählte (Zeyttungen
Nr. 570). Die Burg befand sich zunächst im Hotel Roth.
Am 3O. 3. a. u. 22 (1 S S 1) wurde die Sanktion der Monachia in den Prunk
räumen der Centralsäle festlich celebriert. Von nah und fern strömten die
Freunde herbei. Die Stammrolle a. u. 22 (1 S 81) verzeichnet als Herrlichkeiten
Bamsti, Theuerdanl" Narcissus, als Kantzler Blaubart, sämtlich Schauspieler
bzw. Hofschauspieler an Münchener Theatern, als Reychsschatzmeister R.
Miezl, der später Erbherrlichkeit der Monachia wurde.
Große Festtage folgten, als am 29. bis 31. 3. a. u. 29 (1888) das III. All
schlaraffische Conzil feierlich in Monachia begangen wurde, bei dem 79 Reyche
mit 55 Legaten vertreten waren. Monachia zählte damals bereits 56 Sassen.
Herrlichkeiten waren zu dieser Zeit: Raps der Kleine, Theuerdanl" Seppl,
Kantzler Carmen (Jakob Rosental), der später zwei Jahrzehnte als Herrlichkeit
fungierte. In der Stammrolle a. u. 29 (1888) ist als Sasse der Urschlaraffe
Veildtenboa (Franz Nachbauer) aufgeführt.
Immer herrlicher entwickelte sich in den folgenden Jahren das Reych.
A. u. 31 (1890) wurde eine eigene Burg in der alten Bockhalle des Hotels
Kappier gewonnen, die von Hkt. van Dyl, in genialster Weise ausgeschmückt
wurde.
Hervorzuheben ist in den folgenden Jahren die segensreiche Tätigkeit des
Eb-O Carmen der Vielsaitige, der unvergeßliche Fechsungen zu Festsippungen
brachte, darunter auch das von ihm zugleich in Musik gesetzte" Uhu bau m
I i e d", ein Lied, das heute noch überall bei den Uhubaumfeyern der Schlaraffia
erklingt.
Aus profanen Gründen mußte die Burg mehrmals gewechselt werden: Zu
nächst Hotel Kronprinz, dann Gaststätte Kühbogen, weiter Pfisterhof, in der
Monachia zehn Jahrungen sippte und schließlich in der Bonbonniere, wo Mo
nachia bis a. u. 71 (1930) gar frohe Sippungen und Feste celebrierte.
In der Zeit vom 16. bis 19.7. a. u. 41 (1900) wurde das große Allschlaraf
fische Sommerfest, verbunden mit dem 20. Stiftungsfest des Reyches, in
Monachia begangen, unter Funktion von Hkt. Hinluldey mit Festbankett im
Hotel T reffler und Festsippung im Saal der Salvator brauerei Schwabing. 318
Recken aus 82 Reychen waren zu diesem Feste eingeritten.
Das 25. Stiftungsfest wurde celebriert am 24. bis 26. 3. a. u. 46 (1905)
unter Funktion der Herrlichkeiten Hinl,eldey, Miezl und Carmen mit Be
grüßungsabend, Festsippung im Künstlerhaus und Festbankett. Eingeritten
waren 204 Recken auswärtiger Reyche.
-
400
Während des ersten Weltkrieges mußten 14 Sassen zu den Fahnen einrücken,
darunter Hkt. Parsifal, an dessen Stelle R. Wdtrlta)1I1 a. u. 59 (1918) als
Herrlichkeit erkürt wurde. Monachia zählte damals bereits 72 Sassen.
Am 27. 3. a. u. 61 (1920) feierte Monachia unter Funktion der Herrlich
keiten W dir/lahn, Paracelsius und Parsifal mit glanzvoller Festsippung in den
Räumen des Künstlerhauses sein 40. Stiftungsfest.
Zwei Festsippungen fanden in Monachia a. u. 65 (1924) statt anläßlich des
X. Schlaraffischen Conzils: Eine Voraussippung am 23. S. a. u. 65 anläßlich der
Anwesenheit von Hkt. Fichte (Praga) unter Funktion der Hkt. Wehrttalm und
am 23. 8. a. u. 65 (1924) im Rokokosaal der alten Hackerbrauerei eine Nach
sippung unter Funktion von Hkt. Weldtahn und Hkt. Pars/fal.
Glanzvoll verlief das 45. Stiftungsfest am 28. 3. a. u. 66 (1925) im Saal
der Landesbauemkammer unter Funktion der Herrlichkeiten We/lrhahH, Parsi
fal, Ost111ark und Paracelsius. Die Zahl der Sassen war zu dieser Zeit bereits
auf 161 gestiegen, Monachia stand mit dieser Sassenzahl an der
der
bayerischen Reyche.
Eine große Festsippung des Reyches fand am 20. 4. a. u. 70 (1929) statt, als
das 25jährige Kantzlerjubiläum des Eb-K Biterolf gefeiert wurde.
In gar festlicher Weise beging Monachia am 29. 3. a. u. 71 (1930) ihr
50. Stiftungsfest unter Funktion der Herrlichkeiten Parsifal, klil-Iex, Brutus
und Elog/us in der neuen eigenen Festburg, Herzog-Spital-Straße 21, die unter
Mitwirkung der Ritter Vitruvius und Sdmärhel errichtet und wenige Wochen
vor diesem Stiftungsfest feierlich eingeweiht worden war. 400 Recken aus
48 Reychen waren zum Stiftungsfest eingeritten.
Es folgte die Großursippenfeyer Eb-O Miezl am 20. 12. a. u. 71 (1930)
unter Funktion von Hkt. Brutus.
Aber nur ein paar Jahre konnte das Reych in seiner wundervollen Burg
sippen. Dann überstürzten sich die Ereignisse: A. u. 74 (1933) wurden die
reichsdeutschen Reyche gezwungen, sich von der Allmutter zu trennen. Am
14. 10. a. u. 74 (1933) sippte das Reych, das zuletzt 172 Sassen zählte, zum
letztenmal in seiner Burg. Dann mußte es die Auflösung beschließen.
In dankbarer Treue sei an dieser Stelle einer Reihe von Recken gedacht. die
bis dahin jahrzehntelang die Geschicke der Monachia leiteten: Der Erbherrlich
keiten HiHkeldey, der 26 Jahrungen hindurch den Thron der Monachia zierte,
Miezl, Baju, Parsifal, WeltrlJahH. Brutus und ZweHg-ZweHg, des Eb-K Biterolf.
der Erbschatzrneister FraHheHtaJ und Statis und des Eb-C Doe-Doe.
Trotz der Auflösung blieb eine große Schar von Treugebliebenen unter
Führung von Hkt. Brutus weiterhin in Krysrallinen zusammen. Ein Freuden
strahl in dieser u
[… Fortsetzung im Originalband]