Potsdamia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 111 — Potsdamia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

111 Potsdamia
A.U. 124 gab es 16 Sassen der Potsdamia. Obgleich in der Stammrolle als derzeit nicht bestehend
deklariert, sippten sie in Heimburgen in Berlin und Umgebung spiegelgerecht und gastfreundlich
unter Mitwirkung der Burgfrauen. Die Sippungen hatten häufig etwas Konspiratives, wenn Abend-
lied und Schlusslied besonders leise gesungen wurden, weil unter uns das Wachregiment residierte.
Die treibende Kraft war Rt Plastiteles, eigentlich Sasse der Lietzowia, aber nach 1961 von seinem
Reych getrennt. Das Finden neuer Sassen zu dieser Zeit war schwierig und von Vorsicht geprägt.
Häufige Einritte der Mutter Berolina und der Schwester Lietzowia und gemeinsame Ausritte in die
Umgebung und sogar nach Prag und Budapest gaben Auftrieb. Legendär die Sommerfeste in der
Heimburg des Rt Plastiteles „Mit der Dame an der Dahme”, oder die Sommerritte gen Wörlitz oder
an den Nottekanal. Erinnert sei an dieser Stelle auch an die materiellen Hilfen durch den allschla-
raffischen Hilfsfonds organisiert durch Rt Auch ein Spaß. Das schlaraffische Spiel wurde durch den
Zusammenhalt der acht Reyche, die im Verborgenen blühten und der Ausrittfreude einiger Sassen
gefördert. Nach dem Überleben von fast 60 Jahrungen Uhufinsternis gab es ab a.U. 130 neue
Herausforderungen. Im Status „Wiedererstehen” a.U. 130 fand sich die Potsdamia intermediär in
Potsdam wieder, ohne dort einen ansässigen Sassen zu haben. Mit einem rauschenden 100. Stif-
tungsfest im Logenhaus, in opulenter Ausstattung noch durch den Rt Plastofile gestaltet, brachte
sich das Reych bei Allschlaraffia in Erinnerung. Dann organisierte man sich auf halbem Wege in
Zeuthen mit neu dazu kommenden Sassen wie Rt Kiwi und dem späteren Rt Teufelchen. A.U. 138
wurde der Umzug nach Potsdam beschlossen, wenn auch unter Schmerzen und erneuten Verlus-
ten an Sassen. Ein Problem, welches bis heute besteht, ist das Fehlen einer eigenen Burg.
So sippt die Potsdamia inzwischen in der fünften Burg. Die eigentliche Neuentwicklung am Grün-
dungsort blieb dann den Rtt Kusen-Pien, Habra, später auch Krocus und dem zugezogenen Rt
Kiwi anvertraut. Die nun notwendige schlaraffische Bürokratie wurde zunächst vom Rt Colo(h)rius,
danach von Rt See-Parator und später vom Rt Ikanemme übernommen. Die J Volcanus und letztens
Batic führten 10 Junker zum Ritterschlag. Rt Kusen-Pien feierte sein 25jähriges Thronjubiläum und
Rt Habra trat nach 15 Jahrungen Thronarbeit in den wohlverdienten Ruhestand, ohne sich nun in
Abstinenz zu üben.
Höhepunkte der beiden letzten Jahrzehnte waren das 100. Stiftungsfest, die unvergessliche Wieder-
aufnahmefeier - die Festburg in der Sparkassenakademie wurde noch von Rt Lilla organisiert - und
das 111. Stiftungsfest im Logenhaus (Idee Rt Kusen-Pien, Texte Rt Habra, Regie Rt Nucleus). Trotz
der verstärkten Präsenz in der Öffentlichkeit durch einen umfangreichen Bericht im Magazin „Pots-
dam Life”, den Rt Kiwi initiierte, ist es zunehmend schwierig neue Sassen zu gewinnen.
Rt Schaljapini, neuer Sasse der Potsdamia, brachte die musikalische Seite verstärkt mit der Grün-
dung des Reiseorchester, kurz ROP, ein. Das ROP brillierte in mehreren Ausritten und verstärkt
auch so die traditionelle und immer noch so notwendige Verbindung zu den Reychen im Uhuver-
sum, insbesondere aber zu den Reychen 2 und 175. Potsdam und Sanssouci, der Alte Fritz und die
Erinnerung an die besseren preußischen Traditionen, die lange zerschlagen schienen und jetzt mit
dem Schlossneubau verstärkt beachtet werden, bilden zusätzlichen Anreiz zu Einritten.Es bewahr-
heitet sich was in Potsdamias Willekumlied gesungen wird (nach der Melodie „Üb immer Treu
und Redlichkeit”, des Klanges des einstigen Glockenspiels der zerstörten Garnisonkirche): „Sippt
einfühlsam und sippt gescheit / dann lebt Potsdamia fort / dann ist nicht mehr in Ewigkeit / hier
uhufinstrer Ort”.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
113 Castra Batava
Der Zeitraum der Winterungen a.U.126-150 umfasst die 94. bis 118. Jahrung der Castra Batava und
die Sippungen ab 2319 ff seit ihrer Gründung. Nach dem a.U. 121 erfolgten Umzug in die neue Freu-
denburg wurde die Burg durch die Umsicht des Rt Thermicus zu einem Schmuckkästchen im Uhu-
versum ausgebaut. Ein langfristiger Mietvertrag sichert den Verbleib über den Berichtszeitraum
hinaus. Der erste Knappe, der in der neuen Burg aufgenommen wurde, war der Kn 248.
Der spätere Rt Orchideus diente unserem Reych über 12 Jahrungen als sehr verdienstvoller C. Der
jüngste Knappe trägt die Nummer 285, die Castra Batava erhielt damit einen Zuwachs von 38 Sas-
sen, während 36 Sassen gen Ahalla reytten mussten. A.U. 148 weist die Castra Batava 65 Sassen auf,
darunter 2 Junker und 3 Knappen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 64 Jahren. Besonders erfreulich
ist der rege Besuch der Sippungen, er liegt stets bei 2/3 der eigenen Sassen.
Um die Reychsgeschicke bemühten sich ab a.U. 126 als Oberschlaraffen in dieser Reihenfolge:
Rtt Lacki, Diridari, Schachterl, Thermicus, Domplatzido, Fäustling, Nix-Neis, Imagon, Glaukomo,
Artebold und Mager-Nuss. Der profane Verein wurde und wird durch die Rtt Thermicus, Schachterl,
Zinsfuß und Domplatzido, mit der Wahl a.U. 148 durch die Rtt Nix-Neis, Schachterl und Recht-hosst
geleitet. Als Kantzler haben sich 2 Sassen besonders verdient gemacht, nämlich die Rtt Aktivi-Kuss
und Schachterl. Letzterer hat das Amt nach dem plötzlichen Ahallaritt des Rt Aktivi-Kuss spontan
übernommen und nach 11 Jahrungen a.U. 148 in die Hände des früheren J Rt Trämp, übergeben.
Rt Zinsfuß kümmerte sich ab a.U.125/126 vorbildlich um den Reychsschatz, den er wohlgeordnet
nach 23 Jahrungen Ambtszeit a.U. 148 an den Nachfolger Rt Recht-hosst übergab. Rt Schachterl
wirkt als 2. Vorstand des profanen e.V., Rt Zinsfuß als Reychsschatzprüfer weiter für die Castra
Batava. Alle Wahlwürdenträger im Berichtszeitraum enthält Band 3 der Chronik der Castra Batava,
die von Rt Domplatzido verfasst wird.
Unter den stets bereichernden Sippungen ist das 100. Stiftungsfest hervorzuheben. Wir celebrier-
ten es am 16.3. a.U.133. Zunächst bestand die Absicht, eine große Feier für mehrere hundert Gäste
auszurichten. Sie entfiel jedoch zugunsten einer kleinen in der Freudenburg. Mit dem ersparten
Sonder-Mammon für die große Feier wurde eine einheitliche Bestuhlung mit passenden Tischen
angeschafft, die damit ein Sammelsurium alter Möbel ablöste.
A.U.93 bot die Castra Batava im Wonnemond erstmals eine Sippung mit Burgfrauen an. Sie wurde
im Uhuversum als Fliedersippung bekannt und zog stets viele Sassen mit Tross aus Nah und Fern
an. Trotz ihrer Beliebtheit hat sich die Castra Batava nach 50 Jahren entschlossen, die Fliedersip-
pung nicht mehr auszurichten, ganz nach dem Motto: Wenn es am besten läuft, soll man aufhören!
Großen Zuspruch bei Sassen und Burgfrauen hat a.U. 144 die Entscheidung gefunden, am ersten
Montag eines Sommerungsmonats auch die Burgfrauen einzuladen. Im Gastgarten der Heiligen-
Geist-Schänke sitzen immer 35 - 40 Sassen mit Burgfrauen beisammen.
Beliebt wurden in der Sommerung seitdem sowohl ein- als auch mehrtägige gemeinsame Ausflüge
mit den Burgfrauen. Die Ziele waren u.a. das Mostviertel in Oberösterreich und Böhmen. Sie wur-
den stets hervorragend vorbereitet durch Rt Schnipserl und seine liebreizende Burgfrau.
Große Trauer erfüllte die CB, als am 17.5. a.U.143 der Wiederbegründer des Reyches nach uhufinste-
rer Zeytt, Rt Salmonid, den Ritt gen Ahalla antrat. Das Reych hat ihm für viele Jahrungen schlaraffi-
schen Lebens im Geiste Uhus zu danken.
Großen Schmerz löste auch die Nachricht vom Ahallaritt des Rt Thermicus aus, dem das Reych für
die Anmietung der neuen Freudenburg zu danken hat.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 291-292