198 Denvera
Die letzten 25 Jahre brachten viele denkwürdige Ereignisse mit sich. Wir erlebten vier- und fünffache
Ritterschläge, das Reych wuchs und eine kurze Zeit lang konnten wir uns rühmen, das stärkste
Reych im LVNA zu sein.
Obwohl das nächstgelegene Reych in 1650 km Entfernung liegt, wurde die Sassenschaft von einem
Reisefieber erfasst, das zu Ausritten in alle Reyche auf unserem Kontinent führte.
Per Wohnwagen ritten wir in die kanadischen und die Reyche an der Westküste ein. Besonders
Aufsehen erregte unsere Kurzsippung auf einer Raststätte an der Autobahn von Massachusetts
während unseres Rittes zu den mittelwestlichen und östlichen Reychen. 22 Recken aus Austrias,
Germaniens und ahamerikanischen Gauen nahmen an dem 2-wöchigen Ritt in 11 Reyche teil.
A.U. 127 legte Rt Wie-Papa den Vorschlag vor, einen Orden zu schaffen, der allen Schlaraffen, die
in alle oder eine bestimmte Anzahl von Reychen im LVNA einritten, Dank sagen soll. In Hornung
a.U 128 war es dann soweit, und die erste Verleihung des Kolumbus-Ordens fand anlässlich des 28.
Flugross-Rittes nach USA statt.
Rt con tempo vom verflixten te daille war es allerdings nicht vergönnt, seine Schöpfung zu sehen.
Sein frühzeitiger Ahallaritt lag wie ein Schatten über der Festlichkeit. Bis zum Ostermond a.U. 148
wurden 74 Kolumbus-Orden I. Klasse und 119 II. Klasse verliehen, und wir danken den Trägern
dieses Ordens für ihre Einritte.
Unser 75. Stiftungsfest a.U. 130, organisiert von Rt Bonnaricus, war (wie alle von ihm organisierten
Feste) ein überragender Erfolg in der Geschichte der Denvera. Über 300 Schlaraffen, Burgfrauen
und Tross aus 42 Reychen ritten ein. Jedoch der Höhepunkt dieses Festes war der erste Einritt des
Praga-Banners in ein nordamerikanisches Reych. Diese Ehre wurde uns nochmal zu unserem 90.
Gründunsfest erwiesen. Unser Dank gilt dem h. Reych Vindobona und seinen Rtt Van Bütten, Bolle,
Goscherl, Wehr-Waas und Bob-Corn.
Doch in den folgenden Jahren erlitt das Reych Rückschläge. Drei unserer ältesten Sassen und die
ErbO Bab-Bel-Le und Wie-Papa ritten gen Ahalla. So schmerzhaft der Verlust unserer verdienten
Freunde war, umso erstaunlicher war der Zusammenhalt unseres Reyches unter der Leitung der
darauf folgenden Oberschlaraffen, von denen Rt Menne sich besondere Verdienste erwarb, als er
zum SRNA und danach zum ASR berufen wurde.
Durch das Sesshaftwerden der Rtt Don Columbo und Ahlensius in der Denvera hat unser Reych seit
seiner Gründung drei SRNA und zwei ASR zum Wohle unsere Bundes zu verzeichnen. In der glei-
chen Zeitspanne wurden vom SRNA insgesamt sieben Verdienstmedaillen an unsere Sassen verlie-
hen. Ehrungen, Feste und Einritte von Freunden aus allen Gemarkungen des Uhuversum brachten
uns Freude und Anerkennung.
Wo Licht ist, ist leider auch Schatten, und wir trauern um sechzehn Freunde, die in den letzten zwei-
einhalb Jahrzehnten gen Ahalla ritten. Unser Dank gilt ihnen für ihr Schaffen und ihre Bemühungen,
uns die Denvera zu erhalten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
203 Ingoldia
In den Schlussworten der vorausgegangenen Chronik wurde berichtet, dass das Reych Ingoldia
a.U. 117 in eine neue Burg, die vierte seit der Reychsgründung, umgezogen ist. Sie befindet sich
im Cavalier Hepp, einem Befestigungsbau aus der Zeit vor der Gründung der Schlaraffia errichtet
von dem Baumeister Klenze. Heute befindet sich das Stadtmuseum der Stadt Ingolstadt in diesem
Gemäuer.
Die Räume für die Burg „Auf der Schanz” sind von der Stadt angemietet. Die Rtt Bratzl und Red-
manet haben ein hervorragendes klassizistisches Interieur für die Einweihung am 9.11. a.U. 117
geschaffen. An diesem Dekor hinter dem Thron hat sich bis heute nichts geändert; es findet nach
wie vor die Bewunderung von einreitenden Gästen.
Am 17.4. a.U. 134 beging die Ingoldia ihr 75. Stiftungsfest. Die Feierlichkeiten wurden im Festsaal
des Ingolstädter Stadttheaters ausgerichtet. Es war ein gar glänzendes Fest mit vielen hochkarätigen
Einritten aus den fernsten Gemarkungen mit hervorragender Untermalung durch unser Reychsor-
chester unter der Führung von Rt Bankerl.
Aber dann entstand eine Sorge um die Burg. Noch ein paar Jahre hin, dann lief der 25-jährige Miet-
vertrag mit der Stadt Ingolstadt aus. Wohin sollten wir, wenn die Stadt uns den Mietvertrag kündigt?
Etliche potentielle Objekte wurden in der Stadt beurteilt, aber so recht begeistern konnte man sich
für keines. Die Jahre vergingen und dann flatterte die fristgerechte Kündigung des Mietvertrages für
die Burg ins Haus. Es wurde eng.
Doch dann die erlösende Meldung. Die Stadt verlängerte unseren Mietvertrag bis zum Jahr 2015.
Die Verlängerung des Mietvertrages ist vor allem auf die emsige Tätigkeit unseres Rt Antikwirt,
profaner Vorsitzender des Vereins Ingoldia e.V., zurückzuführen. Durch geschicktes und diplomati-
sches Verhandeln mit der Stadt und dem Museum gelang es ihm, die Vorteile einer Fortführung des
Mietvertrages mit der Stadt hervor zu heben. So wurde z.B. ein Museumsförderverein gegründet,
in dem alle Ingoldiasassen Mitglieder sind. Die Zusammenarbeit mit dem Museum wurde aus-
geweitet z.B. durch die Nutzung der Burg durch das Stadtmuseum für besondere Anlässe. Diese
Zusammenarbeit hat sich bestens bewährt.
Auf Grund dieser Entwicklung wurde der Beschluss gefasst, die Burg zu renovieren und auch tech-
nisch aufzurüsten. Die Renovierung hat viel Einsatz gefordert, persönlich von den Sassen, aber
auch finanziell im Rahmen von Ausgaben für die Handwerker. Das Aus- und wieder Einräumen der
Burg und viele Handgriffe wurden durch Eigenleistung erbracht. Aber dann erstrahlte die Burg im
neuen Glanz, der Mief durch lange und intensivste Nutzung der Burg war Vergangenheit, die tech-
nischen Erneuerungen leisteten ihre Dienste. Schätze wie Fotografien unserer Altvorderen, beim
Ausräumen in dunklen Ecken vorgefunden, hängen nun für alle sichtbar in der Burg. Am 14. Herbst-
mond a.U. 144 wurde zum ersten Mal in der renovierten Burg gesippt.
In den Jahren zwischen a.U. 125 – a.U. 135 hat uns Oho arg zugesetzt, da viele alte Sassen gen Ahal-
la reiten mussten. Aber es begann auch eine Zeit des Wiederaufbaus, in der viele neue Sassen zu
unserem Reych gestoßen sind. Zwischendurch hatte die Ingoldia die stärkste Junkertafel im Uhuver-
sum mit 14 Junkern und Knappen. Trotzdem sank die Zahl unserer Mitglieder auf 64 verglichen mit
75 vor 25 Jahren. Unsere Traditionssippungen d.h. die Hubertussippung, die „Schazmajorsippung”,
die Sippung unter dem Thema „Das Reychsorchester hat den Ton” und die Sommer-„Sippung in
der Au” sind nach wie vor sehr beliebt und werden gut besucht. Somit wurde die Tradition über die
Jahre erfolgreich erhalten.
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