Waterkant

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 256 — Waterkant. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

256 Waterkant
In den Farben der Handelsmarine schwarz-weiss-rot a.U. 66 gegründet, sippte man bis zur Selbst-
Auflösung a.U. 78. Dann durfte erst a.U. 88 wieder gesippt werden. Um Ärger mit der Militärregie-
rung zu vermeiden, gab Kantzler Rt Treuhand als Reychsfarben weiss-rot an.
Seit a.U. 103 sippt man (festgeschrieben auf 50 Jahre) im Bootshaus. Möge Verhandlungsgeschick
dem Reych einen glücklichen Fortgang bescheren. Der Burgname „Burg Roter Sand” wurde so stark
verinnerlicht, dass das Reychswappen der Waterkant darin aufging. Die Einkleber zierte seitdem nur
der Leuchtturm Roter Sand. Nach stürmischer See, wo sich das bunte Treiben unter Uhus Banner
stark änderte, da „Theaterleute” und „Musici” nicht, wie in früheren Zeiten nachwuchsen, weht
inzwischen wieder eine Brise, die die Hansekogge der Waterkant hoffnungsvoll neuen Gestaden
zuführt.
Mit Wechsel des Kantzlers a.U. 145 kam erneut Wind auf. Die Krönung der Ritterarbeit war, dass
die Kogge seit Hornung a.U. 147 wieder unter schwarz-weiss-roter Beflaggung segelt. Die schon
vorbeschriebene Beständigkeit auf der Brücke fand der Chronist langjährig bestätigt. Doch starke
Stürme wühlten die See auf, indem Oho 17 Ritter abrief, u. a. die Rtt Lusam, Nordsee-Nah-Tor,
Blinkfüer, Spill, Adamk a.U. 144 Hkt Minneral und a.U. 147 Großfürst Unser Brummow. Dem war
es vergönnt, 3 Tage zuvor mit unserem Rt Theorettich 100 Schlaraffenjahre zu feiern, was beide
sichtlich genossen.
Unser Großfürst Rt Theorettich ziert nach vielen Thronjahren wieder die Rittertafel als Nestor des
Reyches und emsiger Rudergänger. Zur Drucklegung im 88. Lebensjahr, geht er ins 54. Schlaraf-
fenjahr und bietet Zeugnis dafür, dass Schlaraffia jung hält! Höhepunkte der Nautik waren die ge-
genseitigen Landgänge Sugambria/Waterkant und Tarimundis/Waterkant sowie die Stiftungsfeste,
zuletzt das 75. mit starker Beteiligung „der Mutter”.
Doch flog auch sonst, oft unvermutet der güldene Ball, was manche Sippung ohne Thema zu einer
Sternstunde machte. Sippungen/Turneys zu Ehren der Geistesheroen (Faust, Funke, Gaudeamus
und unseres ES Schlenderer) gehören zur Tradition. Ebenso markiert die Fischersippung seit
über 30 Jahrungen den Winterungsbeginn, die Lumpensammlersippung vereint zum Winterungs-
abschluss im Wonnemond schon fast 20 Jahre noch einmal Recken unter Uhus Schild. So bietet die
Waterkant allen Freunden immer wieder ein buntes Spiel.
Nur die Grogsippung mit Mittwoch als Sippungstag verliert an Zugkraft, da aus „steuerlichen”
Gründen sonst Schlingern des Schiffes ohne ersichtlichen Seegang zu befürchten ist. Dafür bietet
in jüngster Zeit, wo das Luntetten verpönt wird, im Eismond die Waterkant den Sassen eine Insel
der Glückseligkeit ! Es wird ein Schmauchtopf- und Luntettenturney abgehalten. Möge es zur festen
Institution werden. Dies wünscht sich die Waterkant aber noch mehr für den ab a.U. 149 gegrün-
deten Weserritt, der die Bande zwischen den Weser-Reychen weiter festigen möge. Es fand bereits
a.U. 120 im hohen Reych Castellum Butjentum eine Weserreychsippung statt, damals mit regem
Zuspruch.
Ob der Weserritt gleichen Anklang findet, entnehme man der nächsten Chronik.
„Hie guet Waterkant alle Wege”
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
257 Glorimontana
Die Sassen der Glorimontana sehen sich nach wie vor in der Tradition der altbergischen Ritter-
schaft, die mit dem Schlachtruf „Hya, Berge roemrijke!”, hochdeutsch: „ruhmreiches (Land) Berg!”
große Schlachten geschlagen hat.
A.U. 66 wurde dieses Motto zum pseudolateinischen Glorimontana, dem Namen des Reyches 257.
Das Vademecum a.U. 148/149 weist 45 Sassen aus, darunter alte Klassenkameraden aus dem Gym-
nasium unweit unserer Stahlburg, Freunde aus der Jugendzeit und ehemalige Kollegen.
So wurden alte Freundschaften unter den Schwingen des Uhu erneuert. Etliche Freunde sind über
25, ja über 30 Jahrungen oder noch länger dabei. Zwei Ritter sippen bereits in der dritten Generati-
on, in der Nachfolge von Vater und Großvater. Diese sind: Rt Basson (Rt Karika, 330 und Rt Froh-
sinn, 38), sowie Rt Scotti (Rt Kurz-Fex, 257, und Rt Pittjupp, EZ, 257).
Nach Erscheinen der Chronik a.U. 126 erlebte das Reych einen herben Verlust durch den Ahallaritt
des Rt Raudi D.E.R. reisefrohe Spötter, aber am 5.2. a.U. 129 wurden für jeweils 40 Jahrungen Zuge-
hörigkeit zu unserem Bund die fünf Säulen des Reyches geehrt: die Rtt Dro-Kreuz, Enrico, Kurz-Fex,
Motorich und Pankreas.
Am 4.8.131 fand auf Schloss Burg noch einmal das vielgerühmte Fest der Roten Rose statt. Es war
das 23. und aus technischen und organisatorischen Gründen leider auch das letzte. Bisher! Das
soll uns aber die Freude am Sippen nicht verdrießen. So konnten wir am 10.3.136 unseren 70. Grün-
dungstag begehen.
Am 9.3.137 wurde bei uns die Reychsfehde der hohen Reyche Elberfeldensis versus Hagena ausge-
tragen. Am 16.1.139 folgte eine 5-fache Großursippenfeier für die Rtt Dro-Kreuz, Enrico, Motorich,
Nostra-Dramus und Kurz-Fex im reich geschmückten Saal des Remscheider Schützenhauses. Am
Vorabend des XXII. Concils zu Colonia Agrippina a.U. 140 stellten die befreundeten Nachbarreyche
Glorimontana und Elberfeldensis in einer Gemeinschaftssippung mittel­alterliche Berufe und ihr
Umfeld dar, zur großen Freude und Begeisterung der Eingerittenen.
Ein großes Ereignis folgte am 20.5. a.U. 141, das lang ersehnte 75. Stiftungsfest mit befreundeten
Recken und Tross aus 60 Reychen mit weit über 400 Personen und musikalischer Begleitung des
ASO, welches am Folgetag geleitet von wld Rt Putto (8) ein glänzendes Konzert gab.
Eine großartige Bandbreite des schlaraffischen Spiels wurde begeistert angenommen und erhielt
von beiden Regionalgazetten eine erstklassige Beurteilung als Lohn für die von den Sassen geleis-
tete Arbeit.
Die Glorimontana hat bedeutende Heroen der Kunst und Wissenschaft zu ihren Ehrenschlaraffen
erkoren: Die Brüder und Grafen Anton Wilhelm Florentin und Vincenz von Zuccalmaglio wurden
als ES „Kein schöner Land” und „Montanus” für ihr musikalisches Wirken, ihre Sagensammlungen
und ihre Beiträgen zur Geschichte und gesellschaftlichen Gestaltung im Bergischen von uns geehrt.
Ebenso wurde der erste Nobelpreisträger, der Remscheider Physiker Wilhelm Conrad Röntgen, zum
ES „Strahlemann” ernannt.
Es bleibt noch zu erinnern an die Sängerkriege auf der Stahlburg a.U. 142 und 146, die am 14.3.149
mit viel Freude fortgesetzt werden.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 366-367