312 Am Eschenwege
Im Rückblick auf die vergangenen 25 Jahrungen schreibt der Chronist die Geschichte des ehemali-
gen „Grenzlandreyches” fort, welches in seiner „Grenzlandburg” noch heute an die Reyche hinter
dem sog. „Eisernen Vorhang” erinnert. Die berühmten „Thuringia-Sippungen” gestalten die Reyche
in Thüringen inzwischen selbst. Die Uhufinsternis ist beseitigt.
Das Reych 312 an der Werra feiert seine Sippungen und Ereignisse - seit a.U. 117 - im historischen
„Herrenkeller” des 1578 vollendeten „Hochzeitshauses” der Stadt Eschwege in alter Heimatver-
bundenheit. Dieses manifestiert sich in den Reychsfarben blau/weiß, den allseits beliebten Diete-
mann Ahnen (Wahrzeichen der Stadt), manchem Titul, vor allem aber mit den seit 52 Jahrungen am
Heimatfest, dem jahrhundertealten „Johannisfest”, wiederkehrenden „Johannisritter-Sippungen”.
Sie gelten über die Gemarkungen hinaus als schlaraffische Höhepunkte der Jahrungen und als
begehrtes Ziel vieler Einritte.
Diese Sippungen der „Johannisritter” bewertete die lokale Presse in unserem Sinne als „...großar-
tige Veranstaltung voller Witz und Geist und künstlerischen Genusses.” Satzungsgemäß zählt das
Reych stets nur 24 „Johannisritter” aus verschiedenen Reychen und unterhält zu diesen freund-
schaftlichste Kontakte.
In den vergangenen Jahrungen, so erkennt der Chronist, sind durch eine Vielzahl regelmäßiger
Ausritte und Besuche, nicht nur mit dem Großmutter- (51) und Mutterreych (248), feste und freund-
schaftliche Verbindungen mit Reychen und zwischen einzelnen Sassen neu entstanden. Ihnen ver-
dankt unser Reych einen wachsenden und äußerst tragfähigen Austausch, der in bemerkenswerten
und willkommenen Einritten, sowie gemeinsamem Spiel und Feiern Gestalt gewinnt. So bestimmt
diese Tatsache bis heute Persönlichkeiten unseres Umkreises, dem Lebensbund Schlaraffia bei-
zutreten und unseren allschlaraffischen Idealen im Dienst und Geist Uhus nachzuleben. Es bleibt
Zukünftiges gesichert und den Freunden in Ahalla eine gestaltende Nachfolge erhalten. Sie werden
jährlich mit einem erinnerungsreichen Gräbergang geehrt.
Im verpflichtenden Gedenken an unsere Ahallarecken stehen hier die gegenwärtigen Namen un-
vergessener Ritter für alle - Rtt Lustifex (langjähriger OS, Mitglied des DSR), Don Ckarlos (als
letzter EZ a.U. 143 gen Ahalla geritten), Paletti (Kn. 2, Großkristall zum GU, 32 Jahrungen Hofmaler,
Ehrenhelm des Reyches Ysenaha), Lydström (Großkristall zum GU, 54 Jahrungen Zinkenmeister),
Don Basilio (weithin bekannter Zinkenmeister, Gründer des Burgquintetts).
Auch die Reychsfehde gegen das Großmutterreych Chasalla a.U. 139 auf der Burg Ludwigstein
bleibt in Gedanken. Während in der Sommerung nach altem Brauch rege Krystallinen - überwie-
gend gestaltet von der Junkertafel - Kontakte unter den Freunden aufrechterhalten, bringen die
Winterungen in der „Grenzlandburg” meist anspruchsvolle, originell gestaltete Sippungen für das
Reych an der Werra.
Mit Bedacht werden herausragende Fechsungen nach Auswahl und Entscheid des OSR in „Das
Goldene Buch” aufgenommen. Im Bewusstsein, dass Vergangenes in das Zukünftige von heute
führen wird, stellt sich die Sassenschaft unter Uhus Schutz.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
313 Im Rosenhag
Die Herausgabe der schlaraffischen Chronik der Jahre a.U. 125 -150 war Anlass, über Entwicklung
und Zukunft des Reiches nachzudenken. Drei Punkte sollen betrachtet werden: Entwicklung der
Zahl und der Struktur der Sassenschaft, das schlaraffische Leben im Reich und ein Ausblick.
Eine Aussage zur Entwicklung im Reich bietet die Statistik: Dabei zeigt sich, dass die Zahlen stabil
geblieben ist. Das Reich zählt im Durchschnitt 58 Sassen. Man mag dies negativ kommentieren,
weil das Reich nicht gewachsen ist, andererseits lässt sich daraus ableiten, dass eine bestimmte
Größe der Gemarkung nur ein bestimmtes Potential an Schlaraffen hat.
Wir können also mit der Zahl unserer Sassen zufrieden sein. Zu erwähnen ist, dass hier nicht die
Tendenz des Wachstums um jeden Preis verfolgt wird, sondern dass wir bei der Gewinnung neuer
Sassen Sorgfalt und Zurückhaltung walten lassen. Bemerkenswert waren die Schwankungen in der
Stärke unserer Junkertafel.
Wir haben Jahrungen zu verzeichnen, wo nur ein Knappe, bzw. Junker die Junkertafel „bevölkerte”,
während jetzt bis zum Ende a.U. 148 neun Junker und Knappen die Junkertafel zieren werden. Wir
haben dafür keine Erklärung, freuen uns aber über unsere starke Truppe. Die altersmäßige Struktur
unseres Reichs liegt im Durchschnitt im oberen Lebensdrittel. Dies ist einerseits auf die Tatsache
zurück zu führen, dass Schlaraffen ein hohes Lebensalter erreichen, andererseits aber viele Sassen
erst dann zu Schlaraffia stoßen, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden und sie die gewonnene
Freiheit nützen, sich neu zu orientieren.
Dies gilt etwa für die Hälfte der Junkertafel, während der Rest noch voll im Beruf steht und sich
manchmal nicht so dem Schlaraffenleben widmen kann. Doch ist das Alter kein Indiz für einen
„guten” Schlaraffen, sondern es gilt der Satz „das Herz gehört dazu”.
Das Leben im Reich wird von 25-30 Sassen getragen, die im Durchschnitt bei den Sippungen an-
wesend sind, dazu sind noch 4-6 Einritte zu verzeichnen. Damit ist eine spiegelgerechte Sippung
gesichert. Sippungen, die von anderen Reichen großen Zuspruch erhalten, sind die Sippung der
Innschiffergilde, „Vivat musica” und natürlich die Ehrungen verdienter Sassen.
Eine Sippung, wo bildende Künstler ihre Werke zeigen und erläutern, war ein Erfolg, sie wird wieder-
holt. Früher waren die Faschingssippungen das Ereignis der Winterung: Diese Feste sind Vergan-
genheit. Der Mangel an Tänzern und die gestiegenen Honorare der Kapellen war der Grund. Jetzt
hat die Rosenmontags-Sippung mit dem Reich Oenipontana diesen Platz eingenommen.
Das Fest der Rosenkavaliere im Schloss Amerang wurde jedes zweite Jahr gefeiert. Als die Kosten
immer höher wurden, wurde der Abstand auf drei Jahre gestreckt und in Rosenheim im Ballhaus
eine neue Festburg gefunden. Das Reich Im Rosenhag blickt mit Optimismus in die Zukunft: Wir
hoffen, dass wir unseren Sassenstand in Zahl und Qualität halten können, indem wir weiter gezielt
geeignete Freunde und Bekannte ansprechen.
Wir hoffen weiter, dass wir für die Gestaltung unserer Sippungen gute und begeisterte Fechser und
Organisatoren finden, die mit neuen Ideen neue Wege beschreiten.
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