389 Im Sachsenwald
Das junge Reych hatte sich a.U. 123 in seiner „Notburg”, dem Karolinenhof, eingerichtet in der
festen Hoffnung, dass die geliebte „Hubertusburg” bald wieder im neuen, alten Glanz erstrahlen
möge.
Aber viele Monde gingen ins Land, und unsere Burg verfiel zur Ruine. Erst Ende a.U. 126 konnte un-
ser Burgbaumeister, Rt Astronaut, seine Mannen um sich scharen, um mit ihnen den Wiederaufbau
der Burg zu beschließen. Mit frischem Mut ging man an die Arbeit. Jedoch erst nach umfangreichen
Trocknungsarbeiten war im Wonnemond a.U. 127 an Ausbauarbeiten zu denken.
Die Burgweihe wurde voll Optimismus auf den Beginn der Winterung 127/28 festgelegt. Doch die
Realität holte uns bald auf den Boden der Tatsachen zurück: Erst im Ostermond a.U. 128 konnten
wir unsere Burg weihen. Über ein Jahr hatten die Getreuen des Burgbaumeisters gewerkelt! War
auch der Schwung des Anfangs bald dahin, so hielten sie wacker durch. Das Ergebnis der Arbeit
- oder sollen wir sagen: der Fron - hatte aber alle Mühe gelohnt. Es entstand eine Burg, um die wir
– auch heute noch – von vielen beneidet werden.
Als der J Rt Balladir in der Winterung a.U. 131/32 zehn junge Sassen um sich scharen konnte, wurde
diese quicklebendige Junkertafel gleich übermütig und griff nach den Sternen: dem „Firlefanz-Hum-
pen”! A.U. 136 war es so weit: Unsere Knappen und Junker forderten die Junkertafel des h. Reyches
Scardinga und besiegten diese im Reyche Gamundia.
Zwei Jahrungen konnten sich die Sieger im Glanze ihres Erfolges als beste Junkertafel des Uhuver-
sums sonnen bis sie den Pokal nach ehrenvollem Kampfe unter dem J Dichtator in den Gemarkun-
gen der hohen Ravensbergia an die Junkertafel der Berolina wieder abtreten mussten. Aus beiden
Turneys entstanden gar herzliche Verbindungen zu diesen Reychen, die bis heute geblieben sind.
Von den ursprünglich vier Turneys, die im Sachsenwald anfangs regelmäßig ausgetragen wurden,
haben die Turneys um den „Goldenen Keiler”, die „Goldene Bootsmannspfeife” und das Minnetur-
ney vor der kritischen Auslese der Zeit standgehalten.
Unsere Reychsbläser hatten ihren ersten Ansatz schon a.U. 127 unter der Leitung von Rt Assmus.
Beim zweiten Anlauf unter Jk Bernd (jetzt Rt BelArte) erweiterte sich die Gruppe auf fünf Bläser.
Heute hat diese Gruppe im nordischen Sprengel Klang und Namen.
Die Sassen unseres Reyches waren und sind noch immer sehr ausrittfreudig und tragen unsere
grünen Farben ins ganze Uhuversum. So liegt es nahe, dass auch viele Freunde den Weg zu uns
finden und das Spiel beleben. Der gewaltige Einritt zu unserem 25. Stiftungsfest a.U. 142 im Umfang
von mehr als dem zehnfachen der eigenen Sassenschaft hat dieses eindrucksvoll unterstrichen.
Besonders groß war bei diesem Fest die Freude darüber, dass alle drei Gründungsritter und noch
neun Erzschlaraffen an diesem Fest teilnehmen konnten.
Ein weiterer Höhepunkt war das Konzert des ASO a.U. 146 in unseren Gemarkungen. Rt Schlabba-
dabbadu war es gelungen dieses Orchester in den nordischen Sprengel zu locken.
Bei allem Wechsel in der Sassenschaft und bei allen Veränderungen, die auf ein Reych von außen
einwirken, hat sich der Sachsenwald seine Spielfreude und seine Herzlichkeit, die ihm von Anbe-
ginn zu Eigen waren, bewahrt.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
390 Kaiserpfalz
Die großartige Gründungsfeier der Colonie Kaiserpfalz a.U. 119 und die Sanktionsfeier a.U. 121 in
der Aula regis der historischen Kaiserpfalz Goslar mit jeweils 900 Teilnehmern hatte Folgen. Die
profane Stadt hatte erstaunt bemerkt, welch einen großartigen Versammlungsraum das Museum
besaß.
Sie beschaffte eine Bestuhlung und nahm fortan hohe Mieten von den Benutzern. Diese konnten
und wollten wir nicht zahlen. Deshalb mussten die Feste zur AHA-Übergabe a.U. 131 und zum 25.
Stiftungsfest a.U. 144 in profanen Gasthaussälen in bescheidenerem Umfang stattfinden.
Während der Feldlagerzeit trugen die Gründungsritter als ein Zeichen der Verbundenheit ein Rü-
ckenschild mit dem Adler, dem Wappen der Stadt Goslar, über den unterschiedlichen Rüstungen.
Das wurde als Auszeichnung sanktioniert und mit einem Titul „Pfalzgraf de Goslaria” verbunden,
der künftig in Reychswürden verdient wirkenden Sassen verliehen werden soll.
Die Finanzierung des Ausbaus unseres als baufällig eingestuften Fachwerkhauses zur Burg war im
Wesentlichen einem Getränk zu verdanken. Rt Archäologes hatte aus wilden schwarzen Kirschen ei-
nen aufgesetzten Quisselbeersaft gebraut, der in kleinen Fläschchen für 1 Rosenobel/Stück verkauft
wurde. Im eigenen Reych und bei vielen Ausritten wurden so erstaunliche Beträge eingesammelt.
Auch kleine Gemäße mit Burgbaumörtel trugen im Verkauf zum Erfolg bei. Zur Erinnerung an diese
Zeit stiftete Rt Ramm die Quisselbeerkette um die in einem internen Turney gestritten wird. Nicht
vergessen sei auch der umfangreiche handwerkliche Einsatz aller Sassen, der unsere Burg zu ei-
nem behaglichen Treffpunkt auch für private Feste der Sassenschaft gemacht hat.
Als ein besonderer Festtag des Reyches im schlaraffischen Spiel hat sich auch der „Handgifdendag”
zum Jahresbeginn entwickelt. Er folgt einer alten Tradition, sich zum neuen Jahr die Hand mit allen
guten Wünschen zu reichen. An diesem Tag wird außer einer taxfreien Atzung auch der Quissel-
beersaft und die „Brennewieskoschale” (eine Brandweinkaltschale mit Weißbrot) gereicht, um die
Erinnerung an die Gründungszeit wach zu halten.
In einer kleinen profanen Stadt mit mehreren konkurrierenden Vereinigungen konnte sich unser
Reych gut behaupten. Zum Jahresende a.U. 148 zählt es 34 Sassen. Darunter befinden sich noch 7
Erzschlaraffen. Wir sehen hoffnungsvoll in eine gute Zukunft.
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