Josefina California

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 391 — Josefina California. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

391 Josefina California
Unsere Sippungen und Feste fanden anfangs auf einem Luxus-Grundstück in Los Altos statt, das
unbewohnt war, aber durch eine private Vereinbarung des Rt Filenikuss mit dem abwesenden
deutschen Besitzer für unsere Zwecke benutzt werden durfte. Im Gegenzug verpflichtete sich das
Reych, alle Gartenanlagen im besten Zustand zu halten. Rt Gaudeo und zwei jüngere Ritter in den
vierziger Jahren waren auf dem Thron. Das Durchschnittsalter der 26 Sassen war Mitte 50. Rtt
Saudi-Boy, Pumpelmuhs und Kn 14, der spätere Rt Baryon, brachten neue Ideen und Initiative in die
Sippungen. Max von Eyth wurde als Ehrenschlaraffe des Reyches gewählt.
Die Freundschaftssippung der pazifischen Reyche in Pismo Beach im Jahre a.U. 128, an dem sich
über 120 Sassen beteiligten, war ein rauschender Erfolg . Rt Hanseatus als K war ein vorzüglicher
Organisator. Zwei junge Sassen, die späteren Rtt Deko-Fex und Sume brachten Karneval und rheini-
schen Humor, mit Akkordeon Begleitung. Ein Maskenball mit 3 Akkordeon Spielern mit Burgfrauen
und Sassen der Josefina und des Mutterreyches Franciscana war ein großer Erfolg.
Rt Copernicus und Burgfrau luden beide Reyche zu einem Schützenfest auf ihrem Grundstück in
Santa Cruz am Ozean ein; über 50 Gäste nahmen teil. Rt Hanseatus gewann den musikalischen
Wettbewerb. In jenem Jahr a.U. 130 fiel das 10-jährige Jubiläum der Sanktionsfeier des Reyches. Es
war ein großartiges Fest in einem Großhotel in San Jose, und es war verbunden mit dem Turney
der blauen Berge mit Beteiligung von wieder etwa 120 Sassen aus allen westamerikanischen und
westkanadischen Reichen.
Wir hatten einen Amerikaner in unseren Reihen, Rt Lexikus. Ein Zweiter, der sein Deutsch von
seinem Großvater gelernt hatte, stieß zu uns. Leider traten beide nach einigen Jahrungen aus weil
sie sich sprachlich nicht adäquat fühlten. Während unser zuvor so aktive Hfn Rt Wollt-Er zur h.
Franciscana überwechselte, kam von dort Rt Sa-tier und dieser fungierte dann auf unserem Thron.
Auch brachte er seinen langjährigen Freund Rt Konstruktief an die Rittertafel mit. Dieser stellte
seine Heimburg für mehrere Frühlingsfeste, die gut besucht wurden, zur Verfügung.
Da es so aussah, als ob die langjährige Josefinenburg verkauft werden würde, bemühte sich Rtb
Ohmius erfolgreich und fand a.U. 136 eine gemietete Burg, die zwar jedesmal auf- und abgebaut
werden muss, aber punkto Lage und Kosten durchaus praktisch war.
In den folgenden Jahren traten eine Reihe der aktivsten Sassen den Ritt nach Ahalla an. Jedoch ein
Knappe der Vindobona wanderte ein, Rt Bärzillius übernahm das Kantzleramt und durch Bemühun-
gen der Rtt Ohmius und Gaudeo stießen die Rtt Don Albergo, Orbital und Wartburg sowie einige
Junker und Knappen zu uns, so dass sich die Reihen wieder auffüllten.
So war das 25 jährige Stiftungsfest ein voller Erfolg, ein rauschendes Fest in einem Prunkhotel am
Flughafen von San Francisco in Gegenwart von über 100 Sassen und Gästen.
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392 Castra Praetoria
Das Vierteljahrhundert seit der von ASR Humanist a.U. 123 vorgenommenen Sanktion hat dem
kleinen Reych in Pretoria eine künstlerische Blütezeit beschert. Mit ihrer Fröhlichkeit und den allen
Einreitenden bekundete Gastfreundschaft haben sich die Sassen im Uhuversum große Beliebtheit
errungen. Mancher Sasse, der uns aus profanen Gründen verlassen musste, hat es inzwischen in
anderen Reychen zu Amt und Würden gebracht.
Begeisterung, Opferereitschaft und Einsatz der Sassen haben in vier schönen inzwischen errichten-
ten Burgen – kulminierend in der a.U. 130 geweihten und allgemein bewunderten „Leopardenpfalz”
– überzeugend Ausdruck gefunden. Diese bislang schönste Burg hat im Laufe der Jahrungen immer
fröhliche Feste, Konzerte und Vortragsabende erlebt. Auch war sie Start für Sternfahrten und Ort
von Silvesterfeiern und Empfängen - aber auch von Beerdigungen treuer Sassen. Lagen die ersten
zwei Burgen bis a.U 127 noch in der Innenstadt Pretorias, so zog man daraufhin in die ruhigeren
Vorstädte. Aber auch über die „Pfalz” ist die Ausdehnung der Stadt längst hinweggerollt.
Seit etwa a.U. 135 treiben alle 14 Tage an Donnerstagvormittagen die „Alten Esel”, eine Gruppe be-
stehender und ehemaliger Sassen, in der Burg ihr feucht-fröhliches Unwesen. In Debatten werden
bei Atzung und Labung die jeweiligen politischen, religiösen und profanen Weltprobleme gelöst
und in Jugenderinnerungen geschwelgt.
Zu den Höhepunkten in den nunmehr 650 abgehaltenen Sippungen der Castra Praetoria gehören
die Reychsfehde zwischen dem Mutterreych Castellum Auri Africae und der Schwester Große Gold-
grube (a.U. 127), die siegreiche Reychsfehde gegen die hohe Augusta Vindelicorum (a.U. 130) und
das 10., 20. und 25. Stiftungsfest. Sie alle sind Anlass zahlreicher fröhlicher Einritte aus dem weiten
Uhuversum gewesen. Ein Höhepunkt der Jahrung ist die traditionelle Nikolausfeier, verbunden mit
dem Einritt des Mutterreychs Castellum Auri Africae und mit Rt Alberich als überzeugenden Niko-
laus. Als Säulen des Reyches müssen die Kantzler Rtt Rotafex und Zöli-Bacchus II genannt werden,
wie auch Burgvogt Rt Alberich, Zinkenmeister Rt Ambras, Rt Klimper als Garant der in der Burg
gereichten kulinarischen Genüsse, die in vielen Würden und Ämtern geübten Rtt Sippsam, Pol-Tor-
Geist, Jung-Herr-Karl und Genofix und die nun schon mehr als 25 Jahrungen währende Thronzierde
Rt Pilot-Sophikus. Mögen die Genannten für alle stehen, die über 25 Jahrungen hinweg den Ruf des
Reyches - als besonders herzlich, künstlerisch, musikalisch und im Innern harmonisch - gefördert
und erhalten haben.
Jedoch ist Castra Praetoria’s schlaraffische Tatkraft nicht auf die Mauern der Leopardenpfalz be-
schränkt geblieben. Die hier erstmals einberufene Tagung der Kantzler der drei südafrikanischen
„Nordreyche” ist seit fast zwei Jahrzehnten eine jährliche Einrichtung und hat zu den inzwischen
dazugekommenen turnusgemäßen Treffen der Oberschlaraffen der vier Reyche und der Herausga-
be eines gemeinsamen Vademecums geführt.
Doch gibt es Grund zur Besorgnissen, denn seit einigen Jahren ist die Sassenzahl rückläufig. Von
einstmals über 30 ist sie auf 21 gesunken. Es mangelt an jungem Nachwuchs mit humanistischer
Bildung. Auch haben die Aus- und Einritte abgenommen, was nicht zuletzt an der zunehmenden
Unsicherheit unserer Heimburgen und Strassen liegt. Die Mauern der Leopardenpfalz dienen
längst nicht mehr dem traditionellen Schutz vor den Tücken der Profanei sondern sind heute zur
Abwehr physischer Bedrohungen entartet - Zeichen der sozialpolitischen Veränderungen im Lande.
Mag es Uhu fügen, dass sich die Zeiten wieder ändern und das schöne Reych in Pretoria abermals
eine Phase des friedlichen Aufbaus erlebt.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 476-477