Beschreibung
Ustinov, Peter
Titel: Nero
Reych: Nr. 246 Gaudia Mundi (Schwäbisch-Gmünd)
Geb.: 16.04.1921 in London
Gest.: 29.03.2004 in Genolier
Volltext
multinationaler Schauspieler und Schriftsteller Ebenso wenig, wie man dem Kosmopoliten Peter Alexander Baron von Ustinov eine Staatsbürgerschaft zuordnen kann, kann man sein Schaffen auf einen Bereich der Kunst reduzieren. Seine Vorfahren kamen aus Russland, Frankreich, Italien, der Schweiz und Äthiopien, er selbst war Brite, sah sich aber als Weltbürger. Ustinov sagte später: „Ich wurde in St. Petersburg gezeugt, in London geboren und in Schwäbisch Gmünd getauft.“ und „Ich war ethnisch sehr schmutzig und stolz darauf.“ Er lernte früh 8 Sprachen und begeisterte sich für die Schauspielerei, für die er sich nach Besuch der Eliteschule Westminster ausbilden ließ. In den 40er Jahren folgten erste große Filmrollen, am Theater wirkte Ustinov als Schauspieler, Autor und Kritiker. Sein großer Durchbruch kam 1950 mit der Rolle des Kaiser Nero in „Quo Vadis“. Für diese Rolle erhielt Ustinov einen Golden Globe und eine Oscarnominierung. Es folgten Filme wie „Beau Brummel“, „Wir sind keine Engel“, „Spartakus“ (Oscar für die beste Nebenrolle), „Topkapi“ (Ustinovs 2. Oscar), „Das Millionending“ (für das er auch das Drehbuch mitverfasste), und natürlich seine unvergessene Darstellung des Hercule Poirot in „Tod auf dem Nil“, „Das Böse unter der Sonne“ und „Rendezvous mit einer Leiche“ sowie Fernsehproduktionen wie „In 80 Tagen um die Welt“. Seit 1962 betätigte sich Ustinov zudem in der Inszenierung von Opern u.a. Mozarts „Zauberflöte“ und „Don Giovanni“. Lesenswert sind auch seine Bücher wie „Der alte Mann und Mr. Smith“, „Achtung! Vorurteile“ oder die Autobiographie „Ich und ich“. Auch als Reporter und Journalist („Ustinovs Russland“) tat er sich hervor. Dennoch blieb Zeit für die Leitung von 2 britischen Universitäten, dem Engagement als Sonderbotschafter für UNICEF und UNESCO und der Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen. Hierfür gründete er Universitäten in Durham und Budapest sowie das „Sir-Peter-Ustinov-Institut“ in Wien. Humanität und Pazifismus waren Ustinov, der sich im Alter verstärkt für Völkerverständigung und Equilibrismus einsetzte, Grundbedürfnis. geschlagen, Bundesverdienstkreuz am Bande. Das H.R. Gaudia mundi (246) hat am 3.11. a. U. 145 den Schriftsteller und Schauspieler Peter Ustinov zum Ehrenschlaraffen Nero ernannt, nicht nur weil er im profanen Schwäbisch Gmünd getauft wurde, sondern auch „ob seiner Verdienste um die Menschheit und der Menschlichkeit, sowie seiner Lebenseinstellung die der schlaraffischen Grundhaltung sehr nahe kam“. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt