Reych Nr. 25

Keller, Gottfried

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Keller, Gottfried
Titel: Grüner Heinrich
Reych: Nr. 25 Basilea (Basel)
Geb.: 19.07.1819 in Zürich
Gest.: 15.07.1890 ebenda

Volltext

schweizer Dichter und Schriftsteller Sein Vater, ein tüchtiger Drechsler, war nach seiner Vermählung mit Elisabeth, geb. Scheuchzer von Glattfelden, nach Zürich übersiedelt. Leider starb er schon, als Gottfried erst fünf Jahre alt war. Nach einem ungerechtfertigten Ausschluss aus der Schule bildete sich der Heranwachsende selbständig als Maler aus, bis er kurze Zeit Unterricht bei dem begabten Aquarellisten Rudolf Meyer nehmen konnte. Als er zwanzig Jahre alt war, ermöglichte ihm die Mutter den Besuch der Münchner Kunstakademie. Hier blieb er bis November 1842 in immer größerem Zwiespalt mit sich selbst. Auch nach seiner Rückkehr entsagte er der Malerei nicht, bis in ihm der Plan aufstieg, einen Roman über den tragischen Abbruch einer Künstlerlaufbahn zu schreiben, an dem Mutter und Sohn zugrunde gehen. Unter dem Einfluss von Herwegh und Anastasius Grün entstanden seine ersten „Gedichte“, die 1846 erschienen sind. 1848 erhielt er vom Kanton Zürich ein Reisestipendium und ging in der Absicht, sich zum dramatischen Dichter auszubilden, zunächst nach Heidelberg. Der Literaturhistoriker Hettner, mit dem Keller auch später befreundet blieb, war für seine Entwicklung von großer Bedeutung. Ein Trauerspiel „Theres“ wurde begonnen, aber nicht vollendet. Fruchtbares Schaffen begann erst in den Jahren 1850-55 in Berlin. Hier entstanden „Neuere Gedichte", „Der grüne Heinrich", „Die Leute von Seldwyla“ und der Plan zu den „Sieben Legenden". Von der Künstlergesellschaft „Tunnel über der Spree", wo es für Keller zu sehr nach Literaturbetrieb roch, hielt er sich bald fern. Die Freundschaften mit Heyse und Storm haben sich erst später gefestigt. Ende 1855 kehrte Keller nach Zürich zurück. Hier vereinigte ihn geistiger Verkehr mit Theodor Vischer, Gottfried Semper und Jakob Burckhard. 1861 wurde er zum Ersten Staatsschreiber von Zürich gewählt, ein Amt, das er 15 Jahre lang mit großer Pflichttreue wahrgenommen hat. Der alternde Junggeselle hat nach der Amtsniederlegung noch folgende Werke geschrieben: „Die sieben Legenden" (1872), einen zweiten Teil über „Die Leute von Seldwyla" (1874), „Züricher Novellen" (1878), die Umarbeitung des „Grünen Heinrich" (1880), „Das Sinngedicht" (1882), „Gesammelte Gedichte" (1883) und „Martin Salander" (1886). (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt