Beschreibung
Kopernikus, Nikolaus Dr.
Titel: Astronom
Reych: Nr. 125 Pons Drusi (Bozen)
Geb.: 19.02.1473 in Thorn
Gest.: 24.05.1543 in Frauenburg
Volltext
deutscher Astronom und Humanist Als Sohn deutscher Eltern in Thorn geboren, zählt er mit seiner in verschiedenen Orten der Wissenschaft (Krakau, Bologna, Padua u.a.) erworbenen umfassenden Bildung und sehr weitgespannten geistigen Interessen zu den größten Geistern der Menschheit. Schon mit 23 Jahren wurde er in dem im Ermland an der Ostsee gelegenen Kloster Frauenburg Domherr und betätigte sich als beauftragter Diplomat, Finanzenreorganisator, Güterschaftsverwalter, Arzt u.a. 1503 promovierte er in Ferrara zum Dr. jur. des Kirchenrechts und 1505 in Padua zum Dr. med. Seine große Leidenschaft galt jedoch bis an sein Lebensende der Astronomie, die er mit den damals noch primitiven Mitteln zu der umwälzenden Auffassung führte, dass unsere Erde sich im Sonnensystem nicht nur um sich selbst, sondern wie jeder andere Planet bewegte. Er war von aufrechtem Charakter, liebte den Frieden, suchte weder Ruhm noch Feindschaft, und so war es zu erklären, dass seine ersten Veröffentlichungen nur wenig durchdrangen. Dennoch trugen ihm seine im krassen Gegensatz zu dem damals unumstößlichen Glaubenssatz von der Erde als Mittelpunkt der Welt stehenden Erkenntnis, die schwere Gegnerschaft der damals maßgeblichen Wissenschafts- und geistlichen Kreise ein. Seine Ergebnisse wurden vielfach als ketzerisch, zügellos, absurd, geradezu als närrisch angesehen. So ist es zu erklären, dass die Wahrheit sich erst durchsetzte, nachdem sein großes umfassendes Werk „Revolutiones orbium coelestium“, das ihm auf dem Sterbebett mit einer von einem Schüler verfassten Zusammenfassung überreicht wurde, erschien, das nach der in Nürnberg erfolgten Übersetzung ins Deutsche seinen Siegeslauf antrat und die Frucht seiner Mühen reifen ließ. Mit seiner unentwegten Betrachtung und Erforschung des Sternenhimmels hat er uns allen das wahre Weltbild geschenkt! Um ihn kurz zu charakterisieren, sei er selbst zitiert: „Von den Künsten und Wissenschaften, von denen sich der menschliche Geist erhebt, sind jene vorzugsweise zu pflegen, welche sich dem Herrlichsten und Wissenswürdigsten zuwenden. Zu ihnen gehört die Wissenschaft, welche von den wunderbaren Umwälzungen im Weltall handelt.“ (Text: Rt. Medihymnicus (125) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt