Beschreibung
Ries(e), Adam
Titel: 2 x 2
Reych: Nr. 27 Kyborgia (Coburg)
Geb.: um 1492 in Staffelstein
Gest.: 30.03.1559 in Annaberg
Volltext
deutscher Rechenmeister Adam Ries wurde in eine bewegte Zeit, den Beginn der Neuzeit, hineingeboren. Der Buchdruck war erfunden, Kolumbus entdeckte die Neue Welt und Martin Luther begründete die Reformation. Unterschiedliche Maße und Gewichte im „Deutschen Flickenteppich“ erschwerten den Handel, zudem war die Kunde von Lesen, Schreiben und Rechnen nur wenigen Privilegierten vorbehalten. Ries zog 1518 nach Erfurt, wo er Rechenunterricht erteilte und in den Erfurter Humanistenkreis aufgenommen wurde. Um die Rechenkunst dem einfachen Volk zugänglich zu machen veröffentlichte er sein erstes Lehrbuch „Rechnung auff der linihen, gemacht durch Adam Riesen vonn Staffelstein“ auf deutsch und nicht wie üblich in Latein. Hierin behandelte er das Rechnen mit dem Abakus und Rechenpfennigen. 1522 eröffnete er seine erste Rechenschule und schrieb „Rechenung auff der linihen und federn“, in dem er erstmals sich dem Rechnen mit indisch-arabischen Zahlen statt den bisherigen lateinischen Zahlen zuwandte. Sein drittes Rechenbuch „Practica“ fasste 1850 die beiden ersten Bücher zusammen. Von Erfurt zog es Ries nach Annaberg, wo er die Bürgerrechte erhielt und als Rezessschreiber angestellt wurde. Die Festsetzung der Brotpreise, die Mitwirkung an der Münzprägung und zahlreiche mathematische Arbeiten im Bergbau und Handel waren Ries´ Metier. 1539 wurde Ries zum Hofmathematicus ernannt. Doch Ziel seines Schaffens war die Verbreitung des Rechnens, das er keineswegs neu erfunden, sondern nur regelmäßig angewandt hat, damit die Menschen alltägliche Geschehnisse nachvollziehen konnten und vor Betrug geschützt wurden, denn diese konnten nicht rechnen, bestenfalls zählen. Rechnen blieb einer Elite vorbehalten, die diesen Wissensvorsprung zu ihren Gunsten ausnutzte. Dies erreichte er durch die Verbreitung der arabischen Zahlen, mit denen im Gegensatz zu den römischen Ziffern gerechnet werden konnte. Seine in deutsch gehaltenen Lehrbücher enthielten viele anschauliche, praktische Beispiele, die vom Volk aufgenommen und umgesetzt werden konnten. Ein Denkmal setzte ihm das deutsche Volk mit der Redewendung „nach Adam Riese“, die noch heute weit verbreitet ist und von jedem verstanden wird. (Text: Rt. Koi (247) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt