Reych Nr. 19

Schoeck, Othmar

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Schoeck, Othmar, Dr. h.c.
Titel: Don Ranudo von Selisberg
Reych: Nr. 19 Turicensis (Zürich)
Geb.: 01.09.1886 in Brunnen
Gest.: 08.03.1957 in Zürich

Volltext

schweizer Komponist Schoeck verlebte die Jugendjahre in Brunnen am Vierwaldstätter See, besuchte die Industrieschule in Zürich und wandte sich zuerst dem Wunsch seines Vaters, dem Maler Alfred Schoeck folgend, der Malerei zu. Bald siegte jedoch die Liebe zur Musik, die sich schon während der Schulzeit in Liedern und einem jugendlichen Opernversuch geltend gemacht hatte. 1905-1907 besuchte Schoeck das Konservatorium in Zürich, wo K. Attenhofer, R. Freund, F. Hegar und L. Kempter seine Lehrer waren. In Schüleraufführungen wurden während seiner Konservatoriumszeit bereits ein Symphoniesatz und die Serenade op. 1 aufgeführt. Im April 1907 wurde er von M. Reger aufgefordert, seine Musikstudien bei ihm in Leipzig fortzusetzen. Schoecks musikalische Eigenart war jedoch bereits so stark ausgeprägt, dass Reger keinen nennenswerten Einfluss auf sein Schaffen auszuüben vermochte. 1908 kehrte Schoeck in die Schweiz zurück, wo seine Serenade op. 1 beim Schweizerischen Tonkünstlerfest in Baden (1908) starke Beachtung fand und wo nun seine ersten Liederhefte erschienen. 1909-1915 leitete er den Männer-Chor Aussersihl-Zürich, 1911-1917 den Lehrer- Gesangverein Zürich. 1917 wurde er zur Leitung der Sinfonie Konzerte in St. Gallen berufen, die er ohne seinen Wohnsitz in Zürich aufzugeben bis 1944 leitete. Er widmete sich hauptsächlich dem kompositorischen Schaffen, war aber auch als Begleiter der Geigerin Stefi Geyer, der Altistin Ilona Durigo, des Bassisten Felix Loeffel und seiner Gattin, der Sopranistin Hilde Schoeck, geb. Bartscher, und als Gastdirigent tätig. Nachdem Schoeck 1944 während eines St. Galler Sinfoniekonzertes einen schweren Herzanfall erlitten hatte, musste er auf das Dirigieren verzichten und sein Wirken als Begleiter seiner Lieder mehr und mehr einschränken. 1928 verlieh ihm die Phil. Fakultät der Universität Zürich den Titel eines Dr. h.c., 1936 wurde er mit dem Erwin-Steinbach-Preis, 1943 mit dem Musikpreis der Stadt Zürich, 1945 mit dem Komponisten- Preis des Schweiz. Tonkünstlervereins, 1956 mit der Hans Georg Nägeli-Medaille der Stadt Zürich und mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 1934 fand in Bern eine Schoeck-Festwoche statt, 1936 veranstalteten viele Schweizer Städte zu seinem 50. Geburtstag Festaufführungen und 1956 wurde Schoeck zum 70. Geburtstag mit vielen Aufführungen geehrt. Von Schoecks acht Bühnenwerken sind 5 an deutschen Bühnen, die übrigen in Zürich uraufgeführt worden. Es sind vor allem seine Opern „Don Ranudo", „Venus", „Massimilla Doni", „Das Schloss Dürande" sowie „Das Wandbild" mit einer Szene und einer Pantomime von F. Busoni, „Penthesilea" und die dramatische Kantate „Vom Fischer un syner Fru". Neben seinen rund 160 Liedern schrieb er 11 Liederzyklen und eine Reihe Orchesterwerke sowie Streichquartette, Konzerte für Violine, Horn und Cello. Eine Othmar Schoeck-Gesellschaft widmet sich der Pflege seines Schaffens. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt