Beschreibung
Slezak, Leo
Titel: Lohengrin
Reych: Nr. 337 Prima Canadensis (Edmonton)
Geb.: 18.08.1873 in Mährisch-Schönberg
Gest.: 01.06.1946 in Rottach-Egern
Volltext
deutscher Opernsänger und Schauspieler Er wuchs in Brünn auf und gab ein kurzes Gastspiel als Gärtnerlehrling, wurde nach einer dreijährigen Lehrzeit Maschinenschlossergeselle und entdeckte als Statist seine Leidenschaft fürs Theater. Noch während seiner Militärzeit nahm der junge Slezak Gesangsstunden und bald wurde sein herrlicher Tenor auf allen großen Bühnen Europas berühmt, sei es in München, Zürich, Breslau, Prag, Hamburg, Budapest, Berlin, St. Petersburg, Moskau oder London und an der Skala in Mailand. Er sang mit anderen berühmten Sängern wie Molba, Placon und Clavé. Von 1901 bis 1926 war er an der Wiener Hofoper tätig. Eines der wichtigsten Ereignisse in seinem Leben war das Jahr 1908, als er sein Repertoire, durch Jean de Retzke in Paris unterstützt, in die französische und italienische Oper eingliedern konnte. 1909 machte er sein Debüt im Covent Garden in London als Othello, von 1909 bis 1912 sang er an der Metropolitan Oper in New York. Auch hier war seine erste Aufführung Othello mit G. Mahler als Dirigenten. Erst später begann seine zweite große Karrie0re als Operettensänger und in Musicals für den Tonfilm mit Kaiserwalzer, Wiener Wald. Unsterbliche Melodie mit A. Jerger, La Paloma und Frühling in Wien mit Ch. Kuhlmann. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in seinem Landhaus in Egern am Tegernsee, wo er 1946 starb. Aus seinem ruhm- und erfolgsgekrönten Leben hat Slezak in mehreren vielgelesenen humoristischen Büchern erzählt: „Meine sämtlichen Werke", (zuerst 1922, später 1934), „Der Wortbruch", (1927), „Der Rückfall", (1940). 1926 wurde Slezak zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt. Slezak bewies Zeit seines Lebens einen ausgeprägten und ihm eigenen Humor, so als Sänger in seinem Lohengrin zu Fuß: Vor Jahren spielte er noch nicht den bärbeißigen Vater im Film, sondern entzückte als silberglänzender Lohengrin. Nur der Schalk saß ihm schon damals im Nacken. Einmal stand er hinter der Szene, um sogleich mit dem Schwan die Schelde hinaufzufahren, um der armen Elsa von Brabant aus ihrer Klemme zu helfen. Aber anstatt auf die Musik zu hören. erzählte er schnell noch ein Paar G-spassln. Plötzlich flüsterten ihm ein paar Bühnenarbeiter zu: „Einsteigen! Einsteigen!“ Aber es war schon zu spät, der Schwan schwamm bereits auf der Theaterschelde ohne Er machte sich also zu Fuß auf, aber nicht ohne die Untenstehenden schnell noch zu befragen: ,,RITTER, WANN FÄHRT HIER DER NÄCHSTE SCHWAN?" (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt