Reych Nr. 344

Storm, Theodor

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Storm, Hans Theodor
Titel: Häwelmann
Reych: Nr. 344 Perla Sylta (Westerland)
Geb.: 14.09.1817 in Husum
Gest.: 04.07.1888 in Hanerau-Hademarschen

Volltext

deutscher Schriftsteller und Dichter Theodor Storm wurde in der „Grauen Stadt am Meer" als Sohn eines angesehenen Advokaten und einer klugen und schönen Mutter aus einem alten Patriziergeschlecht geboren. In dieser kleinen weltfernen Stadt hat Storm schon in frühester Jugend so viele Eindrücke aus dem Leben seiner Großeltern schöpfen können, die später in seinen Erzählungen als Erinnerungen aufblühten. Ein inniges Zusammenleben mit der eigenartigen Natur seiner Heimat verschaffte der Empfindungswelt des werdenden Dichters den fruchtbarsten Untergrund. Nach der Schulausbildung in der Heimatstadt kam er auf das Gymnasium nach Lübeck, wo sich ihm im Verkehr mit gleichstrebenden Freunden das Reich der deutschen Dichtung erschloss. Seine ersten Anregungen fand er in den Dichtungen Heines und Eichendorffs und in Goethes Faust. 1837 begann Storm ein Jurastudium in Kiel. Hier lernte er die Brüder Tycho und Theodor Mommsen kennen, mit denen zusammen er nach Kenntnis der Dichtungen Mörikes 1843 das „Liederbuch dreier Freunde" herausgab. Vier Jahre später ließ er sich in Husum als Advokat nieder, nachdem er sich mit seiner Base Konstanze Esmarch vermählt hatte. Sein häusliches Glück wurde jedoch alsbald getrübt, als Schleswig-Holstein unter dänische Herrschaft kam. Seiner vaterländischen Gesinnung getreu, verließ er 1853 die Heimat und trat in preußische Dienste, zunächst als Assessor beim Kreisgericht in Potsdam. In Berlin gewann er neue literarische Beziehungen, Heyse, Fontane und Kugler wurden seine Freunde. Auf einer Reise nach Süddeutschland lernte er Mörike kennen. 1856 wurde er als Kreisrichter nach Heiligenstadt im Eichsfeld versetzt, wo er glückliche Jahre verleben konnte. Als schließlich 1846 nach der Niederwerfung der Dänen Husum ihm die Stelle eines Landvogts anbot, kehrte er freudigen Herzens wieder in die Heimat zurück. Bald nach der Rückkehr starb seine Frau. Ein Jahr später gab er seinen sieben Kindern in Dorothea Jensen, einer Jugendfreundin, eine zweite Mutter. Nachdem er 1879 zum Amtsgerichtsrat befördert wurde, trat er bald darauf in den Ruhestand und erwarb sich ein Haus in dem holsteinischen Kirchdorf Hademarschen, wo er im Kreise seiner Familie Seinem Wunsche gemäß wurde der Verstorbene in Husum in einem Familiengrab beigesetzt. Ein schönes Denkmal im Schlosspark zu Husum hütet das Andenken des Dichters auch für kommende Geschlechter. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt