Beschreibung
Stoß (Stoss), Veit
Titel: Meister Veit
Reych: Nr. 17 Norimberga (Nürnberg)
Geb.: 1447 in Horb am Neckar
Gest.: 20.10.1533 in Nürnberg
Volltext
deutscher Steinbildhauer und Bildschnitzer Das Werk von Veit Stoss ist uns - soweit erhalten - weitgehend präsent, während seine Persönlichkeit für die meisten im Halbdunkel liegt. Wir wissen, dass er etwa 25jährig nach Nürnberg kam, dort heiratete, aber die Reichsstadt 1477 schon wieder verließ, um 20 Jahre lang in Krakau zu arbeiten. Dort schuf er im Auftrag der „deutschen Gemeinde" eines der schönsten Werke der Hochgotik, den Marienaltar mit ungewöhnlichen Ausmaßen: Höhe 15,85 m und Breite 11 m. Dieses Meisterwerk brachte ihm in Krakau hohe Ehren ein. Außerdem hatte er dort mehrere Grabmäler für Bischöfe geschaffen und anscheinend die Stadt in Architekturfragen beraten, was ihm einige Privilegien einbrachte. In Krakau hatte er eine große Bildhauerwerkstatt aufgebaut. Hier kamen auch die Söhne zur Welt, die später als Bildhauer, Maler und Goldschmiede seinen Stil verbreiten sollten. Doch treibt ihn die Erkrankung seiner Frau 1496 wieder nach Nürnberg zurück. Dort fasste er rasch wieder Fuß und bekam Ansehen und Aufträge, bis ihm die böse Geschichte mit der Urkundenfälschung passierte. Stoss hatte sich in obskure Finanzgeschäfte eingelassen, wurde das Opfer eines Bankrotteurs und fälschte einen Schuldschein, um wieder zu seinem Geld zu kommen. Die Geschichte kam auf, er wurde zur Strafe im wahrsten Sinne des Wortes gebrandmarkt und so für sein Leben gezeichnet. Solche Dinge wissen wir alle, aber seine Lebensgeschichte bleibt doch im Halbdunkel, sein genaues Geburtsdatum und manches seiner Werke. Glücklicherweise sind viele davon, insbesondere in der alten Reichsstadt Nürnberg, erhalten geblieben, wie die vier großen Kruzifixe in den Kirchen St. Lorenz, St. Sebald, im Heilig-Geist-Spital und in der Kapelle der Nürnberger Kaiserburg, die zwischen 1505 und 1520 geschaffen wurden sowie die „Hausmadonna am Weinmarkt", die „Rosenkranztafel" in der Frauenkirche und sein reifstes Werk, der „Englische Gruß" in St. Lorenz. Sein Tun wurde immer wieder überschattet durch die Nachwirkungen seines „Brandmals". Daran änderte auch nichts der Gnadenerlass im Jahre 1506 durch Kaiser Maximilian I. Die Stadt lehnte die Veröffentlichung ab. Stoss arbeitete für „seinen“ Fürsten an dessen Aufträgen in Ulm und Innsbruck, dem Grabmal des Kaisers. Dass Stoss trotz aller widrigen Umstände es schaffte, seine Werkstatt wieder aufzubauen, Vermögen zu erwerben, forderte einen kaum vorstellbaren Energieeinsatz. Ans Wunderbare aber grenzt, dass er unter diesen Umständen noch künstlerische Höchstleistungen vollbrachte, wie den „Englischen Gruß" und im Auftrag des Karmeliterklosters, dem sein Sohn Andreas vorstand, den Hochaltar für die Karmeliterkirche und späterem „Bamberger Altar" im Dom. Neben diesen unschätzbaren Werten birgt das Germanische Museum in Nürnberg noch zahlreiche Werke, die uns die Kunst eines Nürnberger Bürgers zeigen. Als am 20. Sept. 1533 in Nürnberg die Totenglocken läuteten, galten sie dem größten Bildhauer der Stadt, der auch weit über die Dürerzeit hinaus ihr größter bleiben sollte. Sein Grab auf dem Johannisfriedhof liegt 50 Schritte von dem Albrecht Dürers entfernt, dem ES Holzschuher der Norimberga. Veit Stoss wurde am 2.12. a.U. 124 in einer Festsippung im Rittersaal der Kaiserburg der Reichsstadt von der Norimberga zum Ehrenschlaraffen „Meister Veit" erkürt. (Text: Rt. Jur-Ass (17))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt