Beschreibung
Villon, Francois Dr. (auch Montcorbier, Francois de)
Titel: Galgenstrick
Reych: Nr. 385 Lulutetia Parisiorum (Paris)
Geb.: 1431 in Paris
Gest.: nach 1463
Volltext
französischer Dichter Im Todesjahr der Jungfrau von Orleans kam er in Paris zur Welt, geboren aus „niedriger Ahnen Kette". Der Vater starb früh und Villon, der eigentlich Montcorbier hieß, lebte mit seiner Mutter, die er sehr geliebt haben muss. 1438 wird er seinem Onkel, dem Kleriker Guillaume de Villon, zur Erziehung überantwortet und übersiedelt in das Kloster Saint Benoit. 1443 inscribiert er an der Pariser Universität, wird 1449 Baccalaureus und erhält 1452 die Doktorwürde und die licentia docendi. Bis dahin war er unbescholten, aber sicher hat er sich an den Studentenkrawallen um den „Pet au Diable", dem Teufelsfurz beteiligt. Die Entführung dieses steinernen Wahrzeichens war Anlass und Symbol der blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Universität und der Stadtverwaltung unter dem Prevoten Robert d'Estouteville. 1455 ersticht Villon bei einem Streit auf dem Universitätsgelände den Priester Philippe de Sarmoise und flieht aus Paris. 1456 von König Karl VII. begnadigt und durch ein Dekret rehabilitiert, kehrt er zurück und begeht kurz darauf mit Colin de Cayeux und Guy Tabane den folgenschweren Einbruch im College de Navarre. Er verfasst seine „Lais“ und flieht erneut aus Paris. 1458 und 1459 verbringt er einige Monate bei Charles d`Orleans in Blois und bei Herzog Jean von Bourbon in Moulins, der „Guten Stadt". 1460 wir er in Orleans in den Kerker geworfen, vermutlich zum Tode verurteilt und von Charles d'Orleans begnadigt. 1461 wird er erneut eingekerkert, diesmal in Meung-sur-Loire. Es ist das berüchtigte Gefängnis des Bischofs d'Aussigny, wo er gefoltert wurde und wohl auch umgekommen wäre, hätte ihn nicht wieder die Generalamnestie des eben gekrönten Ludwig XI. gerettet. Er schreibt, wahrscheinlich schon körperlich gebrochen, sein „Großes Testament". 1462 wieder verhaftet, wird er ins Chitelet gebracht, aber auf Betreiben der Theologischen Fakultät bald freigelassen und zum Ersatz der beim Einbruch ins College de Navarre erbeuteten Summe verurteilt. Villon verspricht die Summe im Laufe von drei Jahren ratenweise zu zahlen, aber wenige Tage nach seiner Freisetzung wird er erneut wegen eines Raufhandels festgenommen und zum Tode verurteilt. 1463 wird er begnadigt und für zehn Jahre aus Paris verbannt. Von nun an verliert sich seine Spur. es ist anzunehmen, dass er den Winter nicht überlebt hat. Am bekanntesten wurde seine „Ballade der Gehängten". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt