Reych Nr. 249

Li-tai-pe

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Li-tai-pe
Titel: Sam-Schu
Reych: Nr. 249 Peihonia Asiatica (Tientsin)
Geb.: um 689 in J-tschou, Szetschuan
Gest.: 762 in Tang-tu, Kiang-nan

Volltext

chinesischer Lyriker Mit 20 Jahren graduiert, begann er alsbald ein unstetes Wanderleben, ohne sich um ein Amt zu bewerben; seine Gedichte machten ihn rasch berühmt. 744 begab er sich nach Tschangngan und fand die Gunst des Kaisers Ming-hoang (713 – 756), der ihn zum Mitglied der Han-lin-Akademie ernannte. Intrigen jedoch verleideten ihm den Hof. Er wurde Taoist und führte wieder sein abenteuerliches Vagabundenleben. Der Sturz Ming-hoangs verwickelte auch ihn in eine Verschwörung, und er wurde 758 zum Tode verurteilt, dann nach Ve-liang verbannt, jedoch 759 völlig Li-tai-pe war der bedeutendste Dichter der glänzenden Literaturepoche unter der Dynastie Tang (618 – 906); er schrieb Naturschilderungen, Kriegsgedichte, Trinklieder von eigentümlich pessimistischer Färbung, zarte Frauenlieder und Elegien aus der Verbannung, alles in einer edlen, feinziselierten Sprache und von hoher Originalität. Viele Lieder werden bis heute in China allgemein gesungen. An Ruhm und Popularität kommt ihm nur sein Zeitgenosse und Freund Tu-fu gleich. Kaiser Kein-lung ließ seine sämtlichen Gedichte mit großem kritischen Apparat in 34 Heften herausgeben (1759), eine Ausgabe, die immer neu gedruckt wird; das sehr verbreitete „Tang-schi“, eine Anthologie von Gedichten aus der Tang-Zeit, enthält eine Auslese seiner berühmtesten Stücke. Übersetzungen findet man bei d´Hervey-Saint-Denys, Poésies de l`èpoque des Thangs (Paris 1862), Herbert A. Giles, Chinese poetry (London 1898), A. Forke, Blüten chinesischer Dichtung (Magdeburg 1899). Die erste Sonderausgabe einer reichhaltigen Auslese aus Li-tai-pes Gedichten in deutscher Übersetzung besorgte Otto Hauser (Leipzig 1806). Zur Biographie vgl. außerdem K.A. Florenz, Beiträge zur chinesischen Poesie (in den „Mitteilungen“ der Deutschen Ostasiatischen Gesellschaft in Tokio, Bd. 5, Yokohama 1892). Das am 8.11. a.U.65 in Tientsin gegründete Reych hat den chinesischen Dichter etwa um 67/68 zum Ehrenschlaraffen Sam-Schu erkürt. Der Komponist Gustav Mahler hat sein Gedicht „Lied an die Erde“ (Text: Rt. Diabest (4) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt