Beschreibung
Güll, Friedrich Wilhelm
Titel: Hoppe-hoppe Reiter
Reych: Nr. 31 Onoldia (Ansbach)
Geb.: 01.04.1812 in Ansbach
Gest.: 24.12.1879 in München
Volltext
deutscher Lehrer und Dichter Der Kinderpoet Güll wurde als Sohn eines Goldschmieds und begeisterten Flötisten in Ansbach geboren. Nach dem frühen Verlust des Vaters fand er 1816 einen Schneidermeister als seinen Stiefvater, der dem bisher von den beiden Großmüttern im „Wechselbad" Erzogenen das Lesen, Schreiben und Rechnen beibrachte. Nach dem Besuch des Platen-Gymnasiums in Ansbach und des Seminars in Altdorf bei Nürnberg wagte er als Lehrer in Flachslanden die ersten tastenden poetischen Versuche mit Sonetten an seine Jugendfreundin und spätere Braut und Gattin, denen bald die ersten Kinderlieder folgten. Seit 1833 wieder in Ansbach, zunächst als Armenschullehrer, dann als zweiter Lehrer an der „Königlichen Unterrichtsanstalt für höhere weibliche Bildung" (dem heutigen Theresien-Gymnasium) publizierte er 1836 das 1. Bändchen der „Kinderheimat in Liedern" mit einem Vorwort von Gustav Schwab und illustriert vom ungenannten Stuttgarter Julius Nisle. 1840 folgten „Weihnachtslieder", die später in die „Kinderheimat“ aufgenommen wurden. 1842 begann seine Lehrertätigkeit an der Evangelischen Pfarrschule am Glockenbach in München. Trotz täglicher Fron durch viele Privatstunden neben dem Unterricht, die er der Familie wegen erteilte, blieb er, allerdings ohne die frühere Kraft und Könnerschaft, dichterisch tätig und publizierte 1846 die erweiterte „Kinderheimat“. Gemahlin und drei seiner acht Kinder gingen ihm im Tod voraus. Als er 1877 in den Ruhestand trat, war seine Kraft erschöpft. Seine Poesie, aus Substanz gezeugt und geboren, ist so grundehrlich, so wahrhaftig, so klar und durchschaubar, dass sie keiner Interpretation bedarf. Man nannte ihn den König des Kinderliedes, den Goldschmied der Kinderverse, Meistersinger und Vater unserer Jugenddichtung. Ein herrliches Denkmal ward ihm geschenkt im „Kaulbach-Güll-Bilderbuch", wozu sein vormaliger Privatschüler Hermann Kaulbach, Sohn des berühmten Wilhelm von Kaulbach, die Zeichnungen lieferte. (Text: Rt. Triolett (324))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt