Reych Nr. 378

Fux, Johann Joseph

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Fux, Johann Joseph (auch die Grundlage für den typischen Klang der österreichischen Musik, durch den diese so weltberühmt wurde.)
Titel: Harmonicus Parnassus
Reych: Nr. 378 Graetz a.d. Mur (Graz), erk. 14.12.151
Geb.: um 1660 in Hirtenfeld bei Graz
Gest.: 13.02.1741 in Wien

Volltext

österreichischer Komponist und Musiktheoretiker Johann Joseph Fux wurde als Sohn eines Bauern in dem kleinen Weiler Hirtenfeld in der Oststeiermark im Jahre 1660 geboren. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er im Pfarrhof von St. Marein, wo zur damaligen Zeit die instrumentale Barockmusik eifrigst gepflegt wurde. Als 1673 Kaiser Leopold I. Claudia Felizitas von Tirol in Graz heiratete, wurde ihm bei den Hochzeitsfeierlichkeiten im Schloss Eggenberg der 13jährige Fux als großes Musiktalent vorgestellt. Von da an stand die Gunst der kaiserlichen Familie immer über ihm. Über Fürsprache des Pfarrers von St. Marein und des Bischofs von Seckau, die seine besondere Begabung erkannten, kam Johann Joseph Fux 1680 nach Graz. Als 20jähriger fand er als Priesterseminarist Aufnahme in der von Erzherzog Karl kurz vorher gegründeten Jesuitenuniversität. Dort erhielt er Unterweisungen in Musiktheorie, Orgelspiel sowie in der Handhabung von Streich- und Blasinstrumenten nebst einer Gesangsausbildung. 1681 wurde er als Zögling und kaiserlicher Stipendiat im Ferdinandeum aufgenommen. Die Zucht war dort sehr streng und hart, außerdem mussten sich die Zöglinge für drei Jahre verpflichten, in der damaligen Hofkirche (dem heutigen Dom) musikalische Dienste zu verrichten. Fux ertrug diesen Zwang nicht und kehrte dem Ferdinandeum den Rücken. 1683 ging er nach Ingolstadt, wo er an der Universität Logik und Rechtswissenschaft studierte. Als sogenannter „studiosus pauper“ musste er sein Studium selbst bezahlen, und war daher drei Jahre lang nebenbei als Organist an der Pfarre St. Moritz in Ingolstadt tätig. Er war nicht nur ein ausgezeichneter Organist, er hatte auch für die geeigneten Musikstücke zu sorgen. Im Bedarfsfalle musste er diese selbst komponieren. Der weitere Lebensweg führt ihn nach Italien, wo er Einflüsse von Corelli, Scarlatti und vor allem von Palestrina aufnahm. Über Prag wandte er sich nach Ungarn, wo er in Diensten des Erzbischofs von Kollotschau stand. Dort wurde er von Kaiser Leopold wiederentdeckt und gegen den Widerstand der damals am Wiener Hof dominierenden italienischen Hofmusiker nach Wien berufen. Vorerst wurde ihm nur der Titel „Hofkompositeur“ verliehen, doch damit war er wirtschaftlich in der Lage die Tochter eines Hofkammer-Konzipisten zu heiraten. Von 1696-1702 wohnte er im Schottenkloster, wo er in der Kirche als Organist tätig war. Nach dem Tode Leopold I (1705) dirigierte er die Kapelle der Kaiserwitwe und versah gleichzeitig das Domkapellmeisteramt im Dom zu St. Steil stieg nun Johann Joseph Fux auf der Erfolgsleiter empor. 1713 wurde er Vice-Hofkapellmeister und 1715 endlich Erster Hofkapellmeister am Hofe des Habsburgerkaisers Karl VI. Fux führte nicht nur die Hofkapelle zu ihrer letzten Reife, seine Musik verklärte auch die großen Tage des Wiener Barock. Er war in erster Linie Kirchenmusiker und ein Meister der polyphonen Vokalmusik. Seine Hauptwerke sind Messen, Oratorien, Kammermusik, Reqiuen sowie 20 Opern. Fux merzte den sinnlichen Stil der neapolitanischen Oper, der damals unter dem Einfluss der italienischen Hofmusiker auch in die Kirchenmusik eingedrungen war, aus. Er führte diese wieder auf den alten Stil, den „stile antico“ zurück, den Stil des vokalen Kontrapunktes. Dieser bildete die Grundlage für sein Hauptwerk der Musiktheorie „Gradus ad Parnassum“. Diese in lateinischer Sprache verfasste Kompositionslehre und gewaltige Kompendium des Kontrapunktes welche Kaiser Karl VI. gewidmet war, ist wohl das bedeutendste Vermächtnis von Johann Joseph Fux. Es ist dies das zeitlos gültige, auf dem „stile antico“ Palestrinas basierende Fundament des Satzes und damit aller späteren Kontrapunktlehren und wurde in alle Sprachen Europas übersetzt. Viele Jahrhunderte noch war dieses Werk Grundlage für den typischen Klang der österreichischen Musik und selbst Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert und Bruckner haben aus diesem großen Wissen geschöpft. So schuf Johann Joseph Fux Die Bedeutung von Johann Joseph Fux ist auch daraus zu ersehen, dass Ritter und Köchel ihm neben Mozart ihr Lebenswerk widmeten. Mit der Ernennung zum „Ersten Hofkapellmeister“ am Kaiserhof der Habsburger in Wien hatte nun Johann Joseph Fux den Höhepunkt seines Erfolges erreicht. Aus dem Steirischen Bauernsohn war der erste bedeutende deutsche Musiker der Barockzeit geworden. (Text: (gekürzt) DZS 04/152)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt