amerika, in ~ordamerika und in der
Schweiz. Die große Sorge des Coneil:;
war die Sicherstellung des Weiter
bestehens Allschlaraffias, auch dann,
wenn die Allmutter Praga unter
sollte. Es wurde vorgeschla
gen,
daß
sich
die
verbliebenen
Reyche des Uhuversums innerhalb
der profanen Grenzen ihrer Länder zu Landesverbäl1den zusammenschließen
sollten, und daß an die Stelle des Allmutterrates ein Allschlaraffenrat aus
16 Vertrete1'l1 der noch treuen Reyche zu bilden sei. Ein Beschluß wurde nicht
denn immer noch glaubte vor allem die hohe
an eine uner
wartete Wendung der Dinge.
In den Monaten nach dem Concil scheint aber auch die geliebte Allmutter
ihr unabwendbares Schicksal erkannt zu haben. In Sendboten und über den
Draht suchte man nach einem Unterschlupf für sie, in einem sicheren Lande,
und bot u. a. audl der T u r i c e n s i s die Führung der Geschäfte an. Allein die
helvetischen Schlaraffen lehnten ein solches Ansinnen einmütig ab. Wenn die
Allmutter Praga erlöschen sollte, so sagten sie, dann bleibt sie uns auf ewige
Zeiten ein leuchtendes Symbol, allen menschlichen Schwächen und Unzuläng
lichkeiten entrückt. Dagegen machte Hkt. Rtler;al1us der h. Berna CDr. med.
Alfred Hauswirth, Stadtarzt) den Vorschlag, die Schweizer Reyche sollten sich
nun doch fest zusammenschließen, vielleicht sogar
bis bessere
Zeiten wiederkehrten. Vor allem müsse jeglichem Verdacht, die Schlaraffen in
der Schweiz könnten Keimträger fremder
sein, energisch
~~f,~b'''~' werden. Dies um so mehr, als der Bund Deutsche Schlaraffia versucht
hatte, seinen Fortbestand zu sichern, indem er sich als
deutscher Kultur
in aller Welt bezeichnete. Hkt. Rtlel1al1us empfahl das
seines Vor
~~.u'"'<'" und Stellungnahme dazu noch vor Jahresende.
Der Antrag ,Rtlel1al1us' fand bei den Schweizer Reychen einhellige Zustim
mung, und am 1. des Lethemondes war der L a n des ver b a 11 d S chi a
r a f f i a Hel v e t i c a mit voller Billigung der h. Allmutter Wirklichkeit
geworden. Am 4. des Windmondes wurde daraufhin inoffiziell die Auflösung
der
gemeldet. Allein schon am 11. trafen aus Frag die neuen Posonitlln
Spiegel ein mit der lvleldung, daß das Reych weiterbestehe, wobei allerdings
die Schriftführung nach außen eingestellt werden müsse, so daß man sich nun
offiziell verabschiede. Trotzdem erreichte am 30. des Christmondes der Dank
der
für Treue und Verständnis die helvetischen Reyche.
Am 11. des Hornungs a. u. 80
fand in den Gemarkungen der h.
Gallia die erste, helvetische Freund
schaftssippung statt. Dieser Sippung
vorgeschaltet wurde auf Antrag von
Hkt. Fantasio (Eugen Krämer, Bau
unternehmer) eine Besprechung aller
helvetischen Oberschlaraffen. Dazu
259
erschien als Abgesandter der Allmutter
Hkt. Sostopsil, der die äußerst ver
zweifelte
seines Reyches und sei
ner Stadt schilderte. Wiederum seien
eine ganze Anzahl Bll1'gen geschlossen
pousJDrusi
worden, sagte er, so daß nur noch ganz
wenige Stützpunkte übrig blieben. So
beschlossen denn die versammelten Oberschlaraffen der Schweizer-Reyche
einen helvetischen Schlaraffenrat zu schaffen, welcher sie zu betreuen habe
und der aus einer Kantzley und je einem Vertreter pro Reych bestehen
soll. Die erste helvetische Freundschaftssippung am Abend verlief in voller
Harmonie, wobei Hkt.
besondere Ehrungen erfuhr.
Am 3. des Lenzmondes a. U. 80 ist der letzte Sendbote der h. Praga in
Helvetica eingeritten. Es war der Dank an die helvetischen Reyche für den
glanzvollen Empfang ihres Abgesandten und ein Ausdruck der Zufriedenheit
über die Haltung der Schlaraffen in der Schweiz. Hkt. Sostopsil dankte eben
blls für die schöne Sippung, die er in der Gallia miterleben durfte und für
die rrroßzügige Gastfreundschaft, die ihm sein Ambtsbruder Fantasia so seJbst
verst;'indlich gewährt hatte. Am gleichen Tage, als dieses letzte Lebenszeichen
der Allmutter ihre Freunde in der Schweiz erreichte, erkürten die helvetischen
Reyche Hkt. Rl1eI1Clt1US zum schweizerischen Allschlaraffenrat. Die Turicensis
wurde für drei Jahre als Vorort bestimmt, dann sollte in regelmäßigen Ablö
sungen ein Wechsel stattfinden und zwar in der Rangordnung dem Alter der
Reyche entsprechend:
T uricensis
79-82
1938-1941
Basilea
82-8;
1941-1944
Berna
85-88
1944-1947
Gallia
88-91
1947-1950 usf.
Es wurde auch beschlossen, daß für die Schlaraffia Helvetia besondere
Satzungen auszuarbeiten seien.
In der Mitte des Lenzmondes besetzten deutsche Truppen die Tschecho
slowakei und damit mußte mit wehem Herzen die
endgültig als er
loschen betrachtet werden. Alle direkten Nachrichten waren verstummt und
wenn da und dort zwischen einzelnen Sassen noch ein privater Briefwechsel
zu Stande kam, so war zwischen den vorsichtig abgefaßten Zeilen zu lesen,
daß die Allmutter Praga zur Kapitulation gezwungen worden war. In rascher
Folge lösten sich nun alle Reyche auf, mit Ausnahme der amerikanischen und
sCt1weizerischen, die sich ihren Weg
l1t1ll selber suchen mußten. In der
Schweiz gab es keine andere Mög
lichkeit, als den einmal geschaffenen
Landesverband zu festigen und aus
zubauen, die schweizerische Eigen
art zu fördern und zu betonen und
als Sassen zur Hauptsache Schweizer
-
260
Bürger aufzunehmen. Nur die Un
antastbarkeit der damaligen uoer
schlaraffen ist es gewesen, die es
fertig brachte, daß die Schlaraffia.
nicht zu den auslandhörigen Ver
einen gezählt wurde, was die Ge
fahr eines Verbotes heraufbeschwo
ren und den einzelnen Sassen viele
Unannehmlichkeiten gebracht hätte. Am 2. des Herbstmond~s loderte der
2. Weltkrieg auf und schon in den ersten
der großen, blutigen Ausein
wurden in der Helvetka die Vorbereitungen getroffen,
um nach dem Kriege allen notleidenden Schlaraffen im Ausland
nach besten Kräften zu helfen,
um allen Freunden die Hand zu bieten zu einem gesunden Wie
deraufbau Allschlaraffias durch die Schaffung von selbständigen,
gleichberechtigten Landesverbänden,
um einen Spiegel zu schaffen, der auf die veränderten Verhältnisse
Rücksid1t nehme,
-
um die Allmutter
als bleibendes Symbol zu behalten und
ihr so die verdiente Anerkennung zu sidlern.
Damit wäre das erste Kapitel des helvetischen Berichtes über dis Jahrungen
79-100 abgesdl1ossen, soweit es sich aus den Archiv-Belegen zusammenstellen
ließ. Der Berichterstatter hat sich dabei große Mühe gegeben, über gar viele
Dinge den Mantel der schlaraffischen Nächstenliebe auszubreiten, in der
es sei für die Zukunft das Vergessen wid1tiger als das Ankreiden,
man müsse über die Grenzen der Länder hinaus Vertrauen haben zueinander
und es gelte damit der profanen Welt ein Beispiel zu geben. Aber eines gilt
es doch !lod, zu ergänzen, was in allen den vergangenen Jahren in mancher
Sippung einen unauslöschliu1en EindruCk hinterließ. Im
Strom der
Gehetzten und Flüchtenden, der sich vom Norden nach dem Süden und über
schwamm mancher verzweifelte Schlaraffe mit und klopfte,
an die Burgpforten der helvetisdlen Reyche. Mit Freude
wurde ihm aufgetan und man versuchte ihm unter den Fittichen Uhus
schwerelose Stunden zu bieten, um ihm den Glauben an die
Freundschali neu zu weCken und zu stärken. Aber auch manches Fähnlein
aus untergegangenen
ritt ein, den schwarzen und braunen Stiefeln
spottend, um zu beteuem, daß das schlaraffische Feuer unter der Asche der
Gewalt weiterglühe in alle Ewigkeit.
Einige Monate nach dem Ausbruch
des 2. Weltkrieges, am 12. des Eis
mondes a. u. 81 ist es auf Initiative
von Hkt.
hin gelungen, einen
Teil des
P rag a - Are h i v e s
zu
retten und in die Schweiz zu bringen.
An diesem Wunder waren verschiedene
politische Prager und Schweizer Per
~ 261
sänliebkeiten beteiligt, wobei ein
Verdienst
dem
getreuen
Eb.-K. Parafratello der trutzigen
q~i
Berna zukommt
Hermann,
Beamter). So ruht nun gar
t rr"k·rti,
manches, was die Urschlaraffen ge-
."...Ulu.v
schaffen haben in sieherer Obhut
des Trutzreyches in der Zähringerstadt und kann dort angestaunt werden.
Die Sassen der Berna hüten diesen Schatz mit ihrem Herzblut und wer ibm
allzunahe kommt, kann ein mißmutiges Brummen hören.
Als endlich nach
bangen Jahru
[… Fortsetzung im Originalband]