Turicensis

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 19 — Turicensis (Zürich, Schweiz). Geschichte aus Band I der Allschlaraffischen Chronik.

Volltext

fische Banner neuerlich aufgepflanzt und das Reych Nr. 154 Aemona gegründet
werden. Am 29. des Brachmonds a. u. 48 (1907) führte das Reych in Veldes
(Oberkrain) ein Sommerfest der südlichen Reyche durch, das einen glänzenden
Verlauf nahm. Am 5. des Ostermonds a. u. 79 (1938) ist die Aemona aus
dem Verbande Allschlaraffia ausgetreten. In den Stammrollen a. u. 100 (1959)
werden in bestehenden Reychen erwähnt: Sieben seßhafte und drei fahrende
Sassen.
Nr. 19 TU R leE N S I S (Zürich, Schweiz)
gegründet 5. 10. a. u. 21 (1880)
Am 5. 10. 15 SO hat Graf Blol1del der
zusammen mit bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt
Zürich die "Turicia" gegründet. Der Name wurde
später in "Turicensis" umgeschrieben, um dem kor~
rekten Latein Genüge zu tun. ,~1utterreych war die
h. Wratislavia. Aus der Turiccnsis hinwiederum sind
10 Tochterreyche hervorgegangen: a. u. 45 (1904)
die h. Gallia Helvetica und a. u. 93 (1952) die h.
Aquae Helveticae! Dann die indessen erloschenen
Reyche oder Reyche, die infolge großer, räumlicher Trennung sidl eine ,,fremde"
Mutter zulegten: 1581 die h. Onoldia und die h. Strasseburgia. 1582 die
h. Mediolana, 1583 die h. Assindia, 1585 die h. Novum Strelitium, 1586 die
h. Metis, 1587 die h. Aquisgranum und a. u. ;, (1914) die h. Castrum
Bonnense.
Daß der zündende Uhufunke von Zürich in so manche andere Stadt über~
sprang, mag beweisen. wie das stolze und stets vürnehme Reych an der
Ummat nadl allen Himmelsrichtungen hin enge, schlaraffisme Beziehungen
unterhielt. Diese Tatsache wurde auch in den berühmten, allschlaraffismen
Sommerfesten a. u. 39 (1898), 46 (1905) und 68 (1927) sichtbar, mit Einritten
aus über 100 Reymen, Dampferfahrten auf dem Zürimsee, Dampfroßfahrten
auf die Jungfrau und ArtiJ1cium ignis in Interlaken.
Das große Ereignis in der Geschichte war jedoch unbestritten das VIII. Concil
vom 16. bis 18. des Brammondes a. u. 55 (1914) in der Tonhalle. 198 ritter­
lime Legaten oder Abgesandte waren zugegen mit einem Begleittroß von
insgesamt 1700 Köpfen. Im Theater der Stadt Zürich fand eine gar ergötz~
liche, smlaraffisme Festvorstellung statt: "Schirin und Gertraute" . Es war
dies die wunderlime Gesmimte des Grafen von Gleichen, welmer zur Zeit
der Kreuzzüge gelebt und nebeneinander zwei Ehefrauen besessen haben solL
Ein Wendepunkt in der Erlebnisfolge der Turicensis bedeutete die am
23. des Eismondes in Zürid1 erstmals durmgeführte "Helvetisdle FreuJ1d~
schaftssippung",
die
zur
unvermeidlichen
Gründung
des
Helvetismen
Landesverbandes führte. Längst waren die Reyche im Norden und Osten
fast alle untergegangen, nicht immer bloß der Not gehormend und
oft von sonderbaren Geräusmen begleitet, die man heute noch im wohl intak­
testen und vielseitigsten Archiv der Turicensis in mancherlei Pamphleten und
Rundsendboten abhören kann. Wiederholt war die T uricensis aufgefordert
-
408
,.Die ,Turicensis' sippt!"
worden, die Nachfolge der Allmutter Praga anzutreten, aber in weiser Vor­
aussicht vlurden solche Anträge immer wieder abgelehnt. Immerhin hat das
Reych a. u. 80 (1930) eine "Europäische Stammrolle" herausgegeben, die
eine besondere historische Bedeutung besitzt und noch 10 Reyche umfaßt,
nämlich: No. 19 Turicensis, No. 2, Basilea, No. H3 Gallia Helvetica,
No. 10 Amstelodamia, No. 48 Budapestia, No. 133 Mursa, No. 160 Bosna­
Saray, No. 202 Luka Banensis, No. 288 Beogradia, No. 299 Begapolis.
Die damals noch bestehenden drei rumänischen Reyche wagten es aus
profanen Gründen nicht mehr, sich dieser öffentlichen Dokumentation der
Zusammengehörigkeit anzuschließen und die Reyche Ahamerikas mußten
aus politischen Gründen eigene Wege gehen.
Im Wellental der äußeren, allschlaraffischen Organisationen galten in der
Turicensis
Grundsätze:
-
allen notleidenden Schlaraffen im Ausland nach besten Kräften zu
helfen. (So W1lrde denn auch ein großes Hilfswerk aufgezogen, das viel
Freude machen konnte)
-
409­
Hand anzulegen, sobald ein gesunder Wiederaufbau Allschla­
raffias möglich wurde.
Die Schaffung selbstständiger Landesverbände zu befürworten, um
der Allschlaraffia nie mehr ein
politisches Schicksal herauf­
zubeschwören, dem man mit knapper Not entgangen war.
Das Leben und Treiben der stets vürnehmen Turicensis ist im Turicenser­
von a. u. 34 (1892) und in den Chroniken
1. Das Gedenkbüchlein zum 50.
2. Die Chronica der Jahrungen 71(72 bis 80(81 (1930/31 bis 1939140)
3. Die Chronica zum 75. Stiftungsfest
gar trefflich dargestellt. Aus diesen Schriften
auch hervor, wie das
in der
Rosenburg, Musenburg, Windburg, Burg Sorgenlos, Quell-
burg,
Karlsburg, Wasserburg, Dianaburg, Limmatburg und
Schmidenburg sippte, bis am 28. 10. a. u. 93 (1952) die heutige, wunder­
schöne Limmatburg bezogen werden konnte, die von allen Gastrecken immer
wieder gebührend bestaunt wird.
Nr. 20 HA N N 0 VER A
(HamlOver)
gegründet 20. 10. a. 11. 21 (1880)
Zwei ungeschriebene Gesetze bestimmen den
Glanz und das lUlsehen eines Reyches, und mit
Vorbedacht hat
GleicheH, der Gründer und
Künstler ohne Gleichen, dessen Nachfahre heute als
Herrlichkeit des
auf dem Thron der Han­
l10vera sitzt, die Kunst zum ersten Leitstern All­
schlaraffias erhoben, denn das Reychsniveau steigt
und fällt mit dem prozentualen Anteil echter Künst­
ler an der Sassenzahl.
Das zweite, mehr äußer­
liche, aber doch mitbestimmende Gesetz lautet: Der
Pilgerzustrom zum Reych wädlst mit ihrem Wohlbehagen in der Burg. Beide
Gesetze haben nachweisbar entscheidenden Einfluß auch auf die Entwicklung
der Hannovera gehabt und wirken bis heute noch nach. Ihr fast 80jähriges
Bestehen zerfällt in drei Zeitläufe : Von 18 80 bis 1919, vom Ende des ersten
Weltkrieges bis zur erzwungenen Auflösung der Schlaraffia 1934 und endlich
von der
1947 und dem Wiederbeginn der Freiheit bis heute.
1.
a. u. 21 -
60 (1880
1919)
Zwei in Hannover ansässige Künstler des Hoftheaters gründeten am 20. 10.
a. u. 11
80) die neue Colonie: Der Schauspieler R. FloEt der }ylilde (Sieg­
mund Bol1mann) und der Sänger R.' Nordltiiuser der Besdtnittene (Alexander
Rotter). Floh war a. u. 14 (1873) in der h. Berolina zum Ritter geschlagen,
während Nordl1iiuser aus der h. Lipsia kam. Als fahrender Ritter der Ham­
l110nia war es für Flol1 selbstverständlich, daß sein zweites Reych die Mutter
-
410­
Quelle: Chronik Band I, S. 423-425