Dresdensia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 33 — Dresdensia (Dresden). Geschichte aus Band I der Allschlaraffischen Chronik.

Volltext

Nr. 33
D RES DEN S I A (Dresden)
gegründet H. 10. a. U. 22 (1881)
Die Gründung der Dresdensia erfolgte von Lipsia
aus durch deren Ritter Mo/the der Sogel1C11mte, nach­
malige Herrlichkeit
Schubert). Vom Leipziger
Stadttheater wurde er an das Dresdner Hoftheater
verpflichtet. Er sammelte in Dresden einen Kreis
gleichgesinnter Männer um sich zu dem Zweck, mit
ihnen eine Schlaraffia zu gründen, was ihm auch
gelang.
Am 15. Oktober 1881 Ca. u. 22) fand die Grün­
dungsversammlung statt, die Hkt. Graf Moltke (Emil Schubert) mit einer
begeisternden Darstellung des Wesens, des Zweckes und der Ziele der Schla­
raffia einleitete.
Aus der Wahlurne gingen hervor: 0 lviolthe der SogcrJa/mte (Emil Schu­
beTt), 0 Reif von ReifliJ1gen (Alfred Emicke) Norimberga, K Riibezahl der
Gewaltige (Hans Hohn) Teplitia, 0 Capitcll10 der Welw111segler (Emil v. cL
Osten) ehem. Knappe d. Wratislawia, M u. C Kostilnu der Kleidsame (Heinr.
Eberius), Sch R. Schmalhmls der Geldgierige (Alex Rüdinger), J R. Säurig der
Verflossene (Gustav Erdmann) ; weiter gehörten dem Reyche an: R. Möpsel
der UHglüchsrabe (EmU Bauer), Cartouclte der GHtfHiituige (Franz Oden), fer­
ner 6 Junker und 6 Knappen.
Unter den Erschienenen konnte Hkt. Molt!~e außerdem begrüßen: R. Car/­
ehen von WlieHMorst d. h. Norimberga und je einen Knappen der h. Reyche
Lipsia und Wratislawia.
Nachdem die Beitrittserklärungcn abgegeben waren, wurden die Profanen
zu Knappen ernannt und die Ämter der Würdenträger besetzt. Das über die
Gründung ausgefertigte Protokoll wurde der h. Allmutter eingereicht und kam
schon nach wenigen Tagen mit der von Hkt. Raps der Gro{1e gefertigten Ge­
nehmigung zurück. Bis zur Sanktion entwickelte sich in der Dresdensia ein
reges schlaraffisches Leben. Die jungen Schlaraffen waren äußerst gebefreudig,
so daß die Burg bald mit dem Notwendigen ausgestattet werden konnte.
Die Sippungen waren durch die Fülle und Qualität der Vorträge sehr an­
regend, so daß der Sanktion mit Vertrauen entgegengesehen werden konnte.
Sie erfolgte am 18. des Lethemondes a. u. 23 (1882) in der Rabenburg. (Hotel
"Drei Raben"). Als Vertreter der h. Allmutter war Hkt. Raps der Grolle er­
schienen. Mit ihm mehrere Ritter der h. Praga, der h. Lipsia, Teplitia u. a.
Die Sanktion vollzog Hkt. Raps, die Grüße und Glückwünsche der !'v1utter
Lipsia entbot deren Hkt. PlafoHd.
Die Ritter Moltl?e (Lipsia), Reif von ReifliHgel1 (Norinbergia), Rübezahl der
Gewaitige (Teplitia) und Capital10 (Wratislawia), die sämtlich in erster Linie
als Grunder und zugleich Stifter der Dresdensia zu Erzschlaraffen erküret
wurden, waren alle a~ Dresdener Hoftheater tätig. Die erste Stammrolle zählte
22 Ritter (darunter 18 Schauspieler, 6 Junker und 6 Knappen).
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Beim großen COlleil zu Praga a. u. 24 (1883) war Dresdensia durch Hkt.
Moltke vertreten. Beim Coneil zu Monachia vertrat der Legat (Hkt. Moltke)
bereits 5' 5 Sassen und 6 Ehrenritter.
Bemerkenswert war: das Co n eil zu D res den s i a, das in den Tagen
vom 26.-30. des Lenzmondes a. u. 34 (1893) einen würdigen Verlauf nahm.
Dresdensi.a zählte damals 73 Sassen und 8 Ehrenritter. Die Festsippung im
großen Saale des Gewerbehauses nahm einen glänzenden Verlauf und hinter­
ließ unauslöschliche Eindrücke. Oberschlaraffen waren damals Moltke, Rossi
und EiseHbart.
Bis zur Jahrung ,,5 (1914) war das schlaraffische Leben in der Dresdensia
durch die leidigen Burgverhältnisse behindert. Erst in diesem Jahre gelang es,
durch ein festes Vertragsverhältnis mit dem Dresdener Männcrgesang-Verein
einen Saal mit Nebenräumen in der Landhausstraße 13 zu bekommen. in einem
Gebäude, das schon zu Zeiten August des Starken errichtet wurde und mancher­
lei höfische Prunkfeste gesehen hatte. Hier hatte Dresdensia nun ihre Eulen­
veste, die von den Rittern Tube, Wal/ot. HerrjemersdlHee und Ftmdamel1tus
zu einer wirklich schönen Burg gestaltet worden war.
Am 1. und 2. des Brachmondes a. u. 48 (1907) fand in Dresdensia ein all­
schlaraffisches Frühlingsfest statt, das in feierlichem Rahmen mit dem 25jäh­
rigen Stiftungsfest verbunden wurde.
Oberschlaraffen waren damals: St. Georg die sd1öHe IambeHseele, Nord­
{Iäuser der DanubeHsokn, Bal1aderid1 vor! der Pleisseltburg. Von den dama­
ligen Würdenträgern haben nur St. Georg. Delil<at und Tube das Ende der
Dresdensia überstanden.
Beide Feste verliefen unter großer Anteilnahme von Schlaraffen vieler
Reyche in Harmonie und im Geiste echt schlaraffischer Freundschaft. Sie wurden
durch eine Dampferfahrt in die Sächsische Schweiz abgesdllossen.
Für Dresdensia war es ein Gewinn und eine hohe Freude, daß a. u. 46 (1905)
Erb-Hkt. Schmerze11reich der Gesetzeshlmdige und a. u. 47 (1906) der ehern.
Reychsschatzmeister Dynamo der Tanl1hätlser aus der h. Allmutter in die
Dresdensia übersiedelten. Sie haben sich wundervoll in das Wesen der Dres­
densia eingelebt und Freud und Leid herzlich mit ihr geteilt. Das kam beson­
ders zum Ausdruck, als am 11. des Christmondes a. u. 48 (1907) eine große
Feier aus Anlaß des 80. Geburtstages von Eb-Hkt. Sd1l11erzeltreich celebriert
wurde, der außer einer Abordnung der h. Allmutter Sassen aus vielen Reychen
beiwohnten, auch aus Österreich und der Schweiz. Es war eine unvergeßliche
Huldigung für den Achtzigjährigen. der in bewundernswerter geistiger und
körperlicher Frische die ganze Nacht mit seinen Freunden sippte. Ihm wurde
als erstem Schlaraffen der Großlmippenorden verliehen.
Am 16. bis 20. des Brachmondes a. u. 52 (1911) fand in Dresdensias
Gemarkungen das allschlaraffische Sommerfest statt, das wegen der gleichzeitig
hier stattfindenden Internationalen Hygieneausstelhmg Hunderte von Schlaraf­
fen. sehr viele mit ihren Burgfrauen, aus allen Teilen des Uhllversums nach
Dresden gezogen hatte. Ausflüge nach Moritzburg und Meißen, in die Säch­
sische Schweiz umrahmten die große Festsippung, deren erhebender Verlauf
noCh lange den Teilnehmern in Erinnerung blieb.
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Eine neue Ära begann für Dresdensia, als a. u. 54 (1913) R. Ivo der selb­
Lyriker als Oberschlaraffe des Äußeren neben St. Georg und Klopp­
stoch die Leitung des Reyches übernahm und a. u. 58 (1917) nach St. Georg
der R. Ettclid mit dem fertigel1 Profil vom Reych auf den Thron berufen wurde.
Damit strebte das Reych einer neuen Blüte entgegen, und sein Ansehen wuchs
in den Schwesterreychen.
In die lüa Ivo fiel der erste Weltkrieg mit allen seinen schlimmen Folgen.
Zahlreidl mußten die Sassen der Dresdensia ins Feld. Und besonders ehrenvoll
sei der Gefallenen gedacht, seien sie nun Recken unseres Reyches oder Söhne
von solchen gewesen, die aus hoffnungsvoller Entwicklung durch Ohos Flügel­
gen Ahall abberufen wurden.
Neuer Zuzug zum Reych entschädigte für die erlittenen herben Verluste,
und allmählich kam auch der Humor wieder zu seinem Recht. Viel trug hierzu
R. Redeflttt bei (vordem Junker Georg von Atzmannshausen), dessen Name
in vielen Reychen bekannt wurde. Mit den Tochter- und Nachbarreychen ver­
band Dresdensia allezeit eine herzliche und auf häufigen Gegenbesuch gegrün­
dete Freundschaft, besonders auch zu den böhmischen Reychen Porta Boltemiae
und Polzcll1Cl.
Hkt. Ivo, der das Reych in seiner gemütvollen Art zur Freude aller Sassen
befiel eine schwere Augenkrankheit, die ihn veranlaßte nach
wo er mit seinem Sohn die h. Cast rum Brigantium
Nach ihm war Hkt. Euclid der anerkannte Führer des Reyches, bis
ihn die
Entwicklung mit anderen Sassen zwang, Dresdensia zu ver­
lassen. Unter seiner
gedieh Dresdensia unentwegt. Fast jede Sippung
wurde zu einem Erlebnis gestaltet, und die besonderen Feiern wurden durch
wertvolle
auf ein beträchtliches Niveau gebracht.
An der Florestan-Feier der h. Allmutter a. u. 68 (1927) nahm fast die
gesamte Sassenschaft der Dresdensia teil, ein schönes Zeichen gemeinsamen
schlaraffischen Strebens.
Am 30. des Eismondes a. u. 61 (1920) veranstaltete Dresdensia eine Fest~
sippung zu Ehren der h. Allmutter und konnte dabei zu ihrer großen Freude
Hkt. Devast und Kantzellar Recurs nebst zahlreichen anderen Gastrecken
begrüßen und von Hkt. Devast Wo

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band I, S. 464-474