Burckhardia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 266 — Burckhardia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

266 Burckhardia
Unser wienerwaldfröhliches Reych, an der westlichen Stadtrenze zu Wien gelegen, hatte zu Jah-
rungsende 124/125 insgesamt 39 eigene Sassen. Damals wurde in der Burg im Gasthof zum Golde-
nen Adler im Sinne unseres Erzschlaraffen Rt Nymrod gesippt, der die Burckharden als ein „lustig,
vergnügliches Völklein” charakterisierte.
Dem Umbau des Hauptplatzes zu einer Fußgängerzone fiel a.U 131 auch unsere Burg zum Opfer.
Durch Uhus Fügung gelang es in einem nicht genutzten Keller der Schöffel-Hauptschule einen
Raum zu finden, der wegen des vorhandenen Gewölbes für das Errichten einer Schlaraffenburg wie
geschaffen war.
Durch ernormen Arbeitseinsatz, zahlreichen Spenden aus befreundeten Reychen sowie durch 12
Sassen, die als Bürge und Zahler die Ausfallhaftung für einen namhaften Kredit übernahmen, konn-
te unsere neue Burg errichtet werden. Bereits im Lethemond a.U. 132 wurde unsere Burg, auf die
wir heute sehr stolz sind, geweiht.
Das zweite große Ereignis, das aus Sicht der Burckhardia im Berichtszeitraum erwähnenswert er-
scheint, ist unser 75-jähriges Stiftungfest, das wir am 13.10. a.U. 142 im feierlich dekorierten Stadt-
saal von Purkersdorf unter Teilnahme zahlreicher profaner und schlaraffischer Honoratioren zeleb-
rierten. In einer 30 Seiten umfassenden Chronik haben wir Vergangenheit und Gegenwart unseres
Reyches dokumentiert.
Bei unserem 80 Stiftungsfest, das wir gleichzeitig mit unserer 2.000 Sippung feierten, konnten
wir wieder eine große Zahl schlaraffischer Freunde und Ehrengäste in unserer Burg begrüßen. Von
den 39 Sassen, die vor 25 derer Jahrungen bei uns sesshaft waren, sind inzwischen 29 gen Ahalla
geritten.
Erwähnen wollen wir einige, die sich besondere Verdienste um die Burckhardia erworben haben.
Unser Rt Nockwell der Benzinrossbändiger, hat in seiner 40-jährigen Zugehörigkeit zu unserem
Bunde in unserem Reych viele Würden, darunter 16 Jahre die eines Oberschlaraffen bekleidet. Darü-
ber hinaus hat er 14 Jahre als Landeskantzler und 10 Jahre als Mitglied des Schlaraffenrates Austria
gewirkt. Unser Rt Stelzerl der Dorfpoet war mit seinen 8 Ehrenhelmen sicher unserer liebenswür-
digster Botschafter, den Burckhardia jemals im Uhuversum hatte.
Als Erbschatzmeister hat er vor allem beim Bau unserer derzeitigen Burg dafür gesorgt, dass wir
unseren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Kreditgebern stets ohne Verzögerungen nach-
kommen konnten. Wir sind stolz auf ihn, denn wie kaum ein anderer hat er den Geist Schlaraffias
auch gelebt.
Unser am weitesten ausgerittener Sasse war Rt Jeton der Spielerschreck, der als einziger Ritter
Burckhardias alle damals bestehenden Schlaraffenreyche im Uhuversum besucht hat und deshalb
Träger des Wiking-Ordens war. Rt Singfein der Kinderbader ist im 97. Lebensjahr gen Ahalla gerit-
ten. Er hat uns im Laufe seiner 47-jährigen Mitgliedschaft immer wieder mit seinem Singsang auch
noch bei der Verleihung des Großkristall zum GU erfreut.
Ein fester Bestandteil unseres Sippungsgeschehens sind heute die von unserem Generalmusikdi-
rektor Rt Kurtzi gestalteten Tonheroensippungen. Im Laufe der letzten 25 Jahrungen haben wir 36
Knappen aufgenommen. Bei einem Sassenstand von derzeit 27 geben 4 Knappen und 2 Junker an
unserer Junkertafel Anlass, dass wir auch weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken können.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
267 Porta Alpina Constantiae
Die größte Herausforderung für unser Reych in den letzten 25 Jahrungen war wohl die Errichtung
der neuen Seeburg im „Haus zum Kranich” im Herzen von Konstanz.
Im ersten Stock des in der Altstadt stehenden 600-jährigen Wohnturms entstand unter kraftvollem
Zupacken und erheblichem finanziellem Aufwand in einjähriger Bauzeit aus alten unansehnlichen
Räumlichkeiten eine gar prächtige Burg, die im Uhuversum ihresgleichen sucht. So urteilen jeden-
falls unsere einreitenden Freunde. Jeder Sandstein und jeder eichene Balken trägt Zeugnis von der
historischen Geschichte dieses Gemäuers.
Neben zahlreichen Sponsoren hat sich hier unser Großfürst Rit-jus außerordentliche Verdienste
erworben, dem wir durch Namensgebung unser „Rit-jus-Stüble” für immer gewidmet haben. Die
festliche Burgeinweihung im Lethemond a.U. 124 wurde für die Sassen und deren ebenso aktiven
Troß zum bleibenden Erlebnis. In diesem stilvollen Ambiente konnten wir in der Folge zahlreiche
grandiose Feste und schlaraffische Begegnungen erleben. Schade, dass all dies unser großer Rt
Hilfinot nicht mehr erleben durfte.
Bleibende Erinnerungen waren dann auch diverse exzellente Junkersippungen, sei es die Auffüh-
rung der „Dreigroschenoper” u.a. mit einer atemberaubenden Seeräuberjenny oder der brillant in-
szenierte „Einritt” des damaligen Ministerpräsidenten L. Späth, der doch (Zitat): „zu gerne wieder
einmal im Kreise geistvoller Menschen weilen wolle”.
Nach intensivem Schriftwechsel unseres K mit der Landesregierung in Stuttgart und Sondersitzun-
gen des OR war dann die Überraschung groß, als der eingerittenen Sassenschar aus den Landes-
verbänden nur „des Kaisers neue Kleider” in Form eines schwäbischen Schwellkopf-Präsidenten
dargeboten wurde. Die Junkertafel hatte wieder einmal glänzend zugeschlagen und niemand hat es
erahnt, aber dennoch haben alle spontan mitgespielt.
Das Reych wuchs von 36 in der Folge auf 50 Sassen an mit einem stets umtriebigen Nachwuchs.
So hat es sich wieder zu einem begeisterten musikalischen Hort entwickelt. Auch stellte die Porta
für 10 Jahrungen die DSZ-Chefredaktion und derer sieben den Landesredakteur Deutschland. Mit
Stiftung des „Bodenseereyters” und des ihm folgenden „Korsarenritts” schuf wld Rt Fürst Argu sich
stets festigende freundschaftliche Bindungen nicht nur unter den Bodenseereychen. Sie sind noch
heute ein beliebter Einrittsgrund für auswärtige Freunde. Nebenbei sei erwähnt, dass im „Haus
zum Kranich” aus Anlass des Konstanzer Konzils (anno 1414/18) eine der zahlreichen sog. Hübsch-
lerinnen Quartier genommen haben soll.
Honoré de Balzac setzte der schönen Kurtisane Imperia in seinen „Tolldreisten Geschichten” ein
literarisches Denkmal und der Bodensee-Künstler Peter Lenk (auch als Eulenspiegel der Neuzeit
apostrophiert) schuf im Konstanzer Hafen eine 9 m hohe Statue. Anfangs heftig umstritten, ist sie
heute beliebtes Wahrzeichen der Stadt. So grüßt sie auch unsere Schlaraffenbrüder von „Übersee”
bereits beim Einritt in unsere Gemarkungen.
Die Ausrittfreudigkeit der Porta hält im übrigen unvermindert an, zeugen davon doch mehrere Bas-
ta-Ritter und einer der wenigen Wiking-Ritter Allschlaraffias in unseren Reihen. A.U. 147 wurde das
Reych zum zweiten Male einer sich prächtig entwickelnden Tochter entbunden.
Neben dem höchstgelegenen Töchterlein Ad Villingam (357) im Schwarzwald lässt uns auch unser
jüngster Nachwuchs Unter‘m Mehlsack (420) in Oberschwaben hoffnungsfroh in die Zukunft bli-
cken.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 369-370