Moguntia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 45 — Moguntia (Mainz a. Rhein). Geschichte aus Band I der Allschlaraffischen Chronik.

Volltext

geritten und die h. Allmutter Praga ehrte die Dessavia durch die Entsendung
der HerrliChkeiten Fic11te redivivus und ArHoroso der Wandelbare; beide
übernahmen abwechselnd mit den Herrlichkeite~ der Dessavia die Funktion.
Das 50. Stiftungsfest war die letzte große Feier des Reyches.
Nach a. u. 74 (1933) schmolz die Schar der Treuen beträchtlich zusammen.
Fast schien es, zum al dem Reych die Räume der Bärenburg in der Schloß~
straße, die die Dessavia mit kurzer Unterbrechung 50 Jahre in Besitz hatte,
kurzfristig gekündigt wurden, als ob es "aus" wäre. Aber die Herrlichkeiten
Tsc11in-Tsdlin, Lorbeer und Le olm Loc~', der Erbkantzellar Dr. StillfroJt, der
treue Marschall Kurwnaal und noch einige beherzte Recken einten die Reste
der Sassenschaf't. Hkt. Le olm Loch' fand in der Breitenstraße die passenden
Räume, die Burg wurde nach dort verlegt. Durch Uhus Gunst war es dem
Reych vergönnt, noch vier Jahrungen in dieser schönen Burg in einer Har­
monie sondergleichen zu sippen. In der denkwürdigen 1557. Sippung, am
27. des Hornungs a. u. 7S (1937), mußten die letzten
es waren noch
über 20, Abschied von der Burg nehmen, da sich die Dessavia auf den
"verbindlichen Wunsch" der profanen Macht nach zähem Kampf auflöste.
Nr. 44 H I L D BUR GI A
Thüringen)
gegriindet 3. 10. a. u. 23 (1882)
Die Hildburgia wurde am 3. des Lethemonds 1582 als Tochter der Revalia
gegründet. Nach neun Jahren, 1591, als erloschen betrachtet und infolge des
Spruches des AUschlaraffischen Schiedsgerichtes gestrichen.
Nr. 45 MO GUN TI A (Mainz a. Rhein)
gegründet 7. 10. a. u. 23 (ISS2)
Wie bei der Gründung der h. Allmutter Pl'aga, so
war diese Tat auch in der h. Moguntia das unbestreit­
bare Verdienst der Jünger vom Musentempel. Graf
Sdmeiderti:Jdter von der Pl'egt1itz (Fritz Hitzigrath) und
WolfrarH der Erhabel1e (H. Pfeiffer) gründeten als
7. Tochter der h. Colonia Agrippina am 7. 10. a. u. 23
(1882) das Reych. Beide gehörten zuvor bereits in dem
profanen Nürnberg den "Rittern von der Pegnitz" an.
Während R. SOll1eiderti:Jdter dann in der h. Colonia
Schlaraffe wurde, war es R. Wolfram erst vergönnt, alz Ez. der Moguntia
unserem Bunde beizutreten. Mit R. Carl (Stutgardia), Lyrihol1 (Grazia) und
R.uoel! (Basilea) sowie 17 Erzschlaraffen, teils vom Musentempel, teils aus
profaner Welt, schufen sie ein herrliches Reych. Vom 3. 11. a. u. 23 (1882)
bis zu seinem Ahallaritt hatte das Reych die Freude, den großen Urschlaraffen
R. Huppel di Hax als Sassen zu besitzen.- Bezeichnend für die Sehergabe
des Reychsgründers war es, daß er den Jk. ,A,;lax (Max Weller) sorort nach
seinem Ritterschlage zum O-R bestimmte, weil er seine überragende Be­
fähigung erkannt hatte. Als Hkt. Kreol1 der hflprovisator hat dieser für das
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Reydl Hervorragendes geleistet. Die Zeyttungen brachten später sein Konterfei
mit der Untersdlrift: "Der Oberschlaraffe wie er sein soll". Das Reych
nannte siru das "Gutenberg-Reyru" naru dem Ehrensrularaffen und großen
Sohn der Stadt. Ebenso stolz ist es auf die Ritter Joeus (Carl Laufs), Sapllir
(Wilhelm Jacoby), Pitsch (Hans Pfitzner), der leider später 1n Berlin sein
Srularaffentum freiwillig aufgab. COr1trapur1ht (Oscar Strauss) und Bemuard
(Seckies). Aus der benarubarten Tarimundis kommend, zelebrierte Graf
Gleid!Cn der Lir1delHHüller am 14. 4. a. u. 37 (1896) an 14 Junlcem den
Rittersrulag und erkürte die Erzsrularaffen Kunz, Tamtal1t und Vir der Eine
zu Erbsrularaffen. Mit diesem Höhepunkt fanden die ersten Jahre der h.
Moguntia ihren Absruluß.
Der 15. Reyrusgeburtstag wurde vom 13. bis 14. 11. a. u. 38 (1897) als
die große "Kunz-feyer" festhru begangen. Sie war eine wohlverdiente Ehrung
des Ez und OK Kunz VOI1 Stadinger (Carl Nohasrueck), der an diesem Tage
zugleiru zum "Graf Gänse/dein vom guten Borseh" erkürt wurde. Dieses
Spiel sollte zugleiru Vorbild und Auftakt zum großen Gutenbergfest des
profanen Jahres 1900 in Mainz werden.
Die Sommerung a. u. 24 (1883)
brachte die erste "combinierte Sippung der Mittelrhein-Reyche". Sie war
die Vorgängerin der auru heute noru celebrierten "Rhein-Main-freundsruafts­
sippung", die in jeder Jahnmg die h. Reyrue Asciburgia, Wormatia, Wies­
badensia, Francofurta und Tarimundis um die Freundsruaftskette streiten
läßt. -
A. u. 40 (1899) besruloß das Reyru endgültig, Johannes Gutenberg
zum Ehrensrularaffen "GeHsf/eisdl" zu erküren.
Aber auru am profanen Gesruehen nahm das Reyru Anteil. Enthi.eIt sruon
NI. 61 der Zeyttungen (a. u. 24) einen Berirut von der katastrophalen Ver­
wüstung, die der über die Ufer getretene Vater Rhein anrirutete, so ver­
wandelte bald darauf ein neues Horuwasser das Land längs des Stromes in
eine einzige Wüstenei. Dem Aufruf der Moguntia, Mammon für die Ge­
sruädigten zu spenden, wurde nicht nur aus den eigenen Reihen entsproffien,
sondern aus den befreundeten Reyruen (Berolina, Hammonia, Wiesbadensia,
W ormatia und Hannovera) trafen Spenden ein.
Die ersten Ehrenritterhelme verlieh das Reych aus Anlaß des 25. Grün­
dungstages der h. Allmutter deren Obersrularaffen Raps, Tl1cra11 und Disraeli
sowie dem Kantzler Bamabas und dem R. Wuchtig. Leider mußte es bereits
am 12. 1. a. u. 34 (1893) das Banner auf Halbmast setzen. Der Ursruiaraffe
und Moguntiasasse R. Huppel di Hax war gen Ahall geritten. -
A. u. 27
(1886) teilte die h. Allmutter die Sanktion der Tochterreyrue der Moguntia,
Nova Yorkia und Gedania. mit; das Reyru selbst erhielt am 31. 5. a. u. 2S
(1887) den Aha-Orden. -
Ein Einritt in die h. Wiesbadensia soll hier fest­
gehalten sein. Mit 4 "PS" vor dem größten Möbelwagen der Gebrüder ViI'
ritten die Sassen gen Wiesbadensia. Dort angekommen, wurden zunächst
die Recken dieses Reyrues in der rollenden Burg begrüßt. Ansruließend wurde
fröhliru gesippt. Der Heimritt
erst "früh" auf demselben Wege.
Am 9. 8. a. u. 50 (1909) setzte das Reyru abermals das Banner auf Halb­
mast. Fürst Kreol1 war gen Ahall geritten I Tief und ehrliru war die Trauer
des Reyrues, aber sie lähmte nirut den unersruütterliruen Willen der Sassen.
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Das vom 7. bis 8. 12. a. u. 53 (1912) celebrierte 30. Gründungsfest war ein
Beweis dafür. daß
für immer gegen Wogen und Sturm gefeit ist. -
Wenige Monde
brach der 1. Weltkrieg aus und es galt, auch in Mo­
guntia Absdlied zu nehmen von vielen Uhubrüdern, leider auch von manchem
für immer. 1m 3.
brachte die Erkürung des verdienstvollen OA
Atropi11g zum Eb-O wieder einen Höhepunkt. Sonst gaben die Sippungen
in dieser schweren Zeit nur
Frohsinn Platz. Das Kriegsende
bradlte die
des
durch Truppen einer Macht, die keine
Schlaraffia kennt. So
es das Reych schwer und mußte viele Einschrän­
kungen hinnehmen, aber es durfte sippen. Mit einem sdllaraffischen Künstler­
Konzert brachte das Reych 4000 Mark auf, die dem städtisdlen Kinderhilfs­
fonds zugeführt wurden. Es war der Auftakt zu neuem schlaraffischen Leben,
das in der 1000. Sippung, die am 17. 1. a. u. 62 (1921) celebriert wurde,
und am 40. Gründungsfest (Gutenberg-Casino) wieder voll aufleuchtete. In
dieser Zeit besaß das Reych eine fast eigene Burg im "Weißen Roß" in der
fröhlich gesippt und frohe Feste gefeiert wurden. Die Kinderfeste unter
R. BaSSermal1i1 und seiner Burgfrau, sowie die große Ahamerika-Feier für die
in der alten Heimat weilenden ahamerikanischen Recken bildeten die Höhe­
punkte.
Bald aber wehte wieder das Banner auf Halbmast. Drei von den letzten
vier Erzschlaraffen der Moguntia, Vir der Eine, Vir der Andere und Hans von
Stadillger, waren gen Ahall
- Das 50. Gründungsfest a. u. 73 (1932)
fiel leider wieder in eine Zeit schwerster wirtschaftlicher Depression. T rotz­
dem sollte es noch einmal ein froh-schlaraffisches
werden. Das Fest
wurde im Festsaal der profanen Liedertafel am 22. und 23.10. a. u. 73 (1932)
celebriert. Fünfzig Fähnlein befreundeter Reydle, an der Spitze Legaten der
h. Allmutter, der Urahnen Lipsia und Wratislavia sowie der Mutter Colonia
Agrippina, waren eingeritten. Die Feier gipfelte in einer Ehrung des einzigen
noch lebenden Erzschlaraffen des Reyches, Eb-O K~mz von Stadil1ger, dem der
Großursippenorden ve

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band I, S. 486-489