172 Castrum Plaviense
Das erste Zeichen der beginnenden Wiederbelebung des Reyches nach dem 2. Weltkrieg ist ein
Eintrag im großen Schmierbuch, dass am 30.10. a.U. 98 die 634. Sippung in der Heimburg des Rt
Sp`Literat stattfand. Die drei OS Rtt Sp`Literat, Tantalus und Höhenrauch hauchten dem Reych
nach 20 Jahren Uhufinsternis wieder Leben ein, wenn auch nur im Verborgenen – in Heimburgen. 5
weitere Ritter und ein Junker wagten den Neubeginn in Plauen im Vogtland (DDR), wenn auch bis
zur nächsten Sippung eine Jahrung vergehen sollte.
Ab a.U. 99 wird monatlich einmal gesippt. Uhu fügte es, dass ab dem 22.11. a.U. 99 der Pilger
Schönfeld, der spätere Rt Confectio, gewonnen werden konnte. Ab dem 21.4. a.U. 103 stellte dieser
seine große Wohnung als feste Burg dem Reych zu Verfügung. Dem Rt Confectio ist es zu ver-
danken, dass unser Reych überleben konnte. Ihm zur Seite stand der unvergessene Rt Hedebo,
der dänischer Staatsbürger war und seine Fronburg einmal jährlich für Freundschaftssippungen
zur Verfügung stellte, wobei nur Sassen der Ostreyche einritten, da Westkontakte ausgeschlossen
waren. Es sollten noch weitere 5 Jahrungen vergehen, bis a.U. 113 erstmals, durch die vereinbar-
ten Reiseerleichterungen, die Rt Bonjour (2)und Jur Ass(17)einreiten konnten. Ab diesem Zeitraum
bildeten die Rt Jur Ass(17), Bonjour(2), Flock(316) und Ben Confectio(11) die Kontaktpersonen für
alle Schlaraffen, die dieses im verborgenen blühende Reych besuchen wollten. Ab a.U. 118 war ein
Umzug des Rt Confectio in die Str.d.DSF (Deutsch-Sowjetische-Freundschaft) in die „Elsterburg”
erforderlich. Hier wurde bis a.U. 125 gesippt,bis der Rt Lotricht der Nestbauer den Keller seiner
Heimburg zur „Rolandsburg” ausbaute. In die Ära der Elsterburg fallen der Beginn der Vogtlandsip-
pungen. Ihnen lag der Gedanke zu Grunde, die Freunde unseres Schwesterreyches d.h. Geraha mit
unseren Freunden aus dem oberfränkischem Reych Curia Salensis zusammenzuführen. Die feierli-
che Wiederaufnahme in Allschlaraffia erfolgte a.U. 133 in der Festburg in Jößnitz. In der Rolandsburg
fand auch die 75. Sitzung des ASR am 16.10. a.U. 133 statt. In den 100 Jahren des Bestehens des
Castrum Plaviense wurde 52 Jahre lang verdeckt, getarnt mit einem reychseigenem Sicherungssys-
tem, aber immer nach Spiegel und Ceremoniale, gesippt. 10 Jahre vor der politischen Wende hatte
das Reych 15 Sassen. Im profanem Jahr 1989 war dann endlich die Mauer weg. Die Sassen unseres
Reyches besuchten spontan die Sippung am 1. Dienstag nach Grenzöffnung der Curia Salensis.
Eine Sippung, wo man sich der dort geflossenen Tränen nicht schämen musste. Seither finden auf
Vorschlag Rt Confectio jährlich im Windmond, anlässlich der Maueröffnung, Freundschaftssippun-
gen der beiden Reyche statt. Die Rolandsburg musste aufgegeben werden und man zog in das Haus
der IHK an der Friedensbrücke in Plauen. Die Brückenburg war das Domizil bis zum Beginn der
Winterung a.U. 138. Ohne Ankündigung wurde das Reych aus der Burg geworfen. Spontan stellten
uns die Freunde der Curia Salensis ihre Clausenburgk zur Verfügung und so ritten sie bei Sippungen
unseres Reyches als Gäste in ihrer eigenen Burg ein. Unser Kn 136, heute M Rt De-De-Ron, stellte
dem Reych uneigennützig Räumlichkeiten seines Hauses als Burg zur Verfügung und so sippte das
Castrum Plaviense bis zum Ende der Winterung a.U. 142/143 in Treuen i. Vogtl. in der Treuenburg.
Glückliche Umstände unter den Schwingen des Uhu ermöglichten es, das dass Reych ab Winte-
rungsbeginn a.U. 143/144 eine eigene Burg, die Spitzenburg, erbaut und finanziert in Eigenleistun-
gen, besitzt. Das Reych Castrum Plaviense hat gegenwärtig, a.U. 149, einen Sassenstand von 28
Schlaraffen mit einem Durchschnittsalter von 55,4 Jahren. Gemessen am Durchschnittsalter des LV
Deutschland ist es nach dem h.R. Erforda das zweitjüngste Reych. Das Castrum Plaviense dankt
allen Sassen und Freunden die es ermöglicht haben, die uhufinstere Zeit überleben zu können.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
173 Porta Hercyniae
Nachdem wir a.U. 120 unsere neue Burg bezogen hatten, waren die Voraussetzungen geschaffen,
um unserem Reych eine kontinuierliche Entwicklung zu gewährleisten. Die Portasassen und viele
Recken umliegender Reyche schufen ein reges, abwechslungsreiches Sippungsgeschehen. Auch
unsere Reychsausritte zeichneten sich durch eine gute Beteiligung aus. Höhepunkte waren stets
unsere Stiftungsfeste, die wir alle 5 Jahre im Kloster zu Maulbronn feierten - einer Sehenswürdigkeit,
die inzwischen zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Unsere Feste mit Burgfrauen zu Beginn jeder
Jahrung sprengten fast in jedem Jahr auch dank vieler Gäste die Mauem unserer Burg.
Nach einem Besitzerwechsel des Anwesens, in dem sich unsere Burg befand, steigerten sich die
Probleme von Monat zu Monat unerträglich, obwohl wir einen 25-jährigen Mietvertrag mit Verlän-
gerungsoption besaßen. Wir waren darum froh, als unser Rt. Mol a Mol uns die Möglichkeit zum
Erwerb einer eigenen Burg aufzeigte.
Nach langen Diskussionen und Abwägungen beschloss das Reych, mit dem Kauf eines Anwesens
im Frühjahr a.U. 138 das Wagnis einer eigenen Burg einzugehen. Nach der grundbuchmäßigen
Trennung eines Hauptgebäudes mit Gaststätte und eines Saals wurden nach Plänen unseres Rt Mol
a Mol Teile abgerissen, der Saal neu gestaltet und der Wirtschaftsteil mit Sanitäreinrichtungen neu
erbaut. Viele dieser umfangreichen Arbeiten wurden von unseren Sassen in unzähligen Stunden
selbst durchgeführt. Unser Rt Dinomax krönte das Werk mit einem beieindruckend großformatigen
Wandbild, einer Umsetzung des Merianstiches von Alt-Pforzheim. Am 16.12. a.U. 138 konnten wir,
stolz auf das Geleistete, unsere Burg feierlich einweihen.
Das Werk hätte aber nicht gelingen können ohne die Bereitschaft unserer Sassenschaft, den Kauf
und den Umbau unserer Burg mit bedeutenden Spenden und zinsfreien Krediten zu unterstützen.
Hierdurch war es uns auch möglich, die Fremdfinanzierung in Grenzen zu halten. Zur Tilgung tru-
gen viele Freunde bei, so auch das hohe Reych Stutgardia mit mehreren musikalischen Matineen,
deren Reinerlös unserem Burgbaufond zufloss. Ende a.U. 145 war unsere Burg schuldenfrei.
Leider mussten wir in den letzten 25 Jahren den Ahallaritt von 36 Sassen unseres Reyches bekla-
gen, stellvertretend für all diese Freunde seien die Rt Holzher, Jampus, Taktoplast und Medicant
genannt, die das schlaraffische Leben der Porta Hercyniae besonders prägten. Durch Austritte und
Reychswechsel verloren wir 20 Sassen, konnten aber durch Neueintritte und Zuzug im selben Zeit-
raum 30 neue Sassen gewinnen.
Die erfreulich vergrößerte Junkertafel lässt unser schlaraffisches Leben auch für die Zukunft gesi-
chert erscheinen. Nun sind wir damit beschäftigt, das 100-jährige Jubiläum unseres Reyches vorzu-
bereiten, das wir am 25.4. a.U. 150 im Kongresszentrum Pforzheim feiern werden.
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