Ferrostadia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 231 — Ferrostadia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

231 Ferrostadia
Zwei Burgen prägten diese Periode. Die alte Burg hat sich im Keller eines Hauses unseres ehema-
ligen Oberschlaraffen Rt Schnitzler, am Pfarrplatz in Eisenstadt befunden. Nach dessen Ahallaritt
lief der für 20 Jahre abgeschlossene Mietvertrag aus und wurde von den Erben, wegen Eigenbedarf,
nicht mehr verlängert.
So waren wir gezwungen uns auf die Suche nach einer neuen Unterkunft zu machen. Nach län-
gerem Suchen und Prüfung mehrerer Möglichkeiten, brachte Rt Miraculix die Mitteilung, dass im
sogenannten „ Leinnerhaus” in Eisenstadt, Rusterstraße 10-12, Räumlichkeiten seien, die für unsere
Anforderungen eventuell geeignet wären.
Dieses Haus ist urkundlich erstmalig im Jahre 1755 erwähnt worden. Die Mauern bestehen zum Teil
aus echtem Sandstein, zum anderen Teil aus „ altösterreichischen” Mauerziegeln. Die Decke wurde
aus einer Vielfalt unterschiedlich gemauerten Bögen gebildet, aus denen Historiker die einzelnen
Bauperioden gut ablesen können. Allerdings war alles in einem sehr schlechten Erhaltungs- Zu-
stand, so dass es uns bei der ersten Besichtigung unvorstellbar war, dass hier die neue Schwalben-
burg mit Storchennest entstehen könnte.
Wir gingen trotzdem ans Werk. Viel Mammon und sehr viel Arbeit in Eigenregie waren gefragt,
die von einer Reihe Sassen unseres Reyches, wie selbstverständlich, geleistet wurde. Von den Rtt
Bank-Kraxi und Miraculix wurde ein Finanzierungsplan erstellt. In Absprache mit einem Architekten
und dem Vertreter des Hauseigentümers erstellte Rt Konserverl eine generalstabsmäßige Gesamt-
planung der Arbeitsabläufe, die von den am Umbau beschäftigten Firmen und auch den eigenen,
arbeitenden Sassen präzis eingehalten werden konnte.
Dazu kamen noch weitere Aufgaben für einige unserer Sassen: Heizung und Klima, Rt Lüfterl;
Strom und Licht, Rtt Am Bär, Düsentrieb, Oku-lar und Uri; Farbe und teilweisen Bodenbelag, Rt
Tapeto; Atzung und Labung für die Fronarbeiter organisierten die Rtt Reim-di und G-Dur A-Moll.
Der Aufwand für den Umbau hat trotz sehr vieler Eigenleistungen ca. 73.000 Euro verschlungen.
Viele Reyche, viele Sassen aus dem eigenen, aber auch anderen Reychen haben gespendet. Der
Storchenritter-Orden und einzelne Storchenritter haben eine sehr beachtliche Summe zusammen-
gebracht, so lief es auch mit der Finanzierung gut. Planmäßig konnten wir die Burgweihe in der
ersten Sippung am Beginn der Winterung a.U. 140 vornehmen und sippen seither fröhlich in einer,
wie wir glauben, der schönsten Burgen des Uhuversums.
Zum Sippungsgeschehen: Zahlreiche Einritte verzeichnen immer wieder unsere traditionellen Groß-
Sippungen. Die Storchensippung am ersten Samstag im Wonnemond, seit a.U. 97. Die Sauschä-
delsippung im Eismond, seit a.U. 100. Die Martini Sippung im Windmond, seit a.U. 97. Dazu noch
die „Jägersippung” gestaltet von des Reyches Waidmännern. Die Sippung der „Blauen Blume”und
schließlich die zweijährig stattfindende Sippung des Regimentes der „Ganz blauen Dragoner zu
Kismarton” seit a.U. 120. Am 3.12. a.U. 148 konnten wir in unserer neuen Burg die 2. 000 Sippung
unseres Reyches feiern.
Als das östlichste Reych im westlichen Uhuversum bemühen wir uns sehr, schlaraffische Tradition
weiterhin zu pflegen. Die Vielzahl der Einritte zu unseren Sippungen beweist, dass uns das auch
gelingt.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
232 Am Erlenanger
Das Reych „Am Erlenanger“ nennt sich, einer Formulierung unseres Sprengelfürsten Horakles fol-
gend, seit einiger Zeit „Die Perle im mittleren Franken“ – ein Titul, der bisher noch zu keinen
Reychsfehden geführt hat. Manche Rededuelle im Reych selbst löste die augenzwinkernd in den
Raum gestellte Drohung aus, ein konkurrierendes Feldlager im benachbarten Möhrendorf zu grün-
den. Friedlich vereint die inzwischen traditionelle alljährliche Möhrendorf-Krystalline im Eismond
die Separatistenminderheit und ihre Gegner.
Zu den Neuerungen der letzten 25 Jahrungen gehören z.B. die wechselnde Verleihung eines „Kud-
dels“ für gereimte Blitzfechsungen oder die Bestellung eines Hofnarren (mit viel positivem Echo:
Rt Mega-Bim). Ansonsten ist das letzte Vierteljahrhundert von mancherlei Kontinuitäten geprägt,
auch in den Personen wichtiger Würdenträger.
Rt Kuni-fechs fungiert seit a.U. 127, unser „eiserner Kanzler“ Canevas amtiert seit a.U. 123, ebenso
lange Schatzmeister Rt Halt-die-Klapp, und der Marschall Rt A-to-micus verfasst seit a.U. 136 die
Amtlichen Protokolle. Hier darf auch unser Rt Sag-so-krates, einer unserer großen (Schmierbuch-)
Fechser, genannt werden, der demonstriert, wie man auch im 9. Lebensjahrzehnt noch Schwung in
eine Sippung bringen kann.
Alter Tradition folgend feiern wir weiter unsere jährliche Lethesippung mit Freunden des h.R. An
der Meyenburg. Gerne besucht sind unsere Hubertussippungen, die seit vielen Jahrungen auch
von profanen Jagdhornbläsern mitgestaltet werden. Und natürlich strömen Sassen anderer Reyche
mit ihren Burgfrauen stets zu unserem sommerlichen Rosenfest herbei. Manche Freunde reiten zu
Themensippungen aus Anlass von Jubiläen berühmter profaner Persönlichkeiten ein, aber auch zu
unseren „normalen“ Sippungen finden viele Gäste den Weg zum Erlenanger.
Vielleicht liegt das auch an den schmissigen Begrüßungsfanfaren und daran, dass wir als ein „Mu-
sikalisches Reych“ gelten. Überraschend viele Sassen spielen ein Instrument. Unsere „Stubn-Musi“
ist über die Reychsgrenzen hinaus bekannt, Rt Canevas zählt gar zu den Gründungsmitgliedern des
Allschlaraffischen Orchesters und war dessen langjähriger 2. Vorsitzender. Das Reych kann stolz
auf seine bekannten Clavicimbelspieler sein, neben Rt Net-so-forte auch wld. Rt Quetsch und Rt
Musenfreund.
Eng wurde es in der Erlenburg, als unser im Uhuversum weitbekannter Ehrenritter Rundolino (399)
am 7. 3. a.U. 143 wieder in seinem Heimatreych Am Erlenanger sesshaft wurde in(Ahalla seit a.U.
150). Schon a.U. 139 feierten wir unser 75. Stiftungsfest mit großer Festsippung. Aus Anlass des
Jubiläumsjahres entstand die „Chronik des Reyches Am Erlenanger 75 Jahrungen a.U. 64 bis a.U.
139“. Großfürst Rt van Tast und seine Mitarbeiter schufen damit eine eindrucksvolle, facettenreiche
Reychsgeschichte der profanen Jahre 1923 bis 1998 (mit einem bis 2002 reichenden Nachtrag), um
die uns manches Reych beneidet
Am 14.10. a.U. 145 folgte die Erkürung unseres wld. Rt Waldkauz zum Ehrenschlaraffen des Reyches
(profan der Zeichner, Maler und Grafiker Willi Hilpert, 1909-1986). Zu Ehren dieses Künstlers und
schlaraffischen Urgesteins erschien wieder eine reich bebilderte, von einem siebenköpfigen Redak-
tionskomitee geschaffene ansehnliche Broschüre.
Wer nun aber glaubt, dass wir Am Erlenanger nur Bücher verlegen, der besuche unser lebendiges
Reych, die „Perle im mittleren Franken“!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 352-353