Zweckdienlich ist es, diesen Hinweis in den verschiedenen Ländern auch in der jeweiligen Landes-
sprache zu vermerken. Beim Deutschen Schlaraffentag am 01.04. a.U. 141 zu Lübeck hat ASR Rt
Van der Goschen das Plenum über den Sachstand umfassend informiert und eine Anleitung zur
Anwendung und Verwendung der Wortmarken angekündigt, die dann auch kurzfristig erschien.
Möge nun der Allschlaraffenrat in Verbindung mit den derzeitigen Landesverbänden alle Maßnah-
men ergreifen, um den beiden Wortmarken zu dauernden Bestand zu verhelfen zum Schutz des
„Schlaraffischen Spiels“ in aller Welt.
Tonio (29)
Kristallinengespräch
„Was sagt Ihr denn zu Eurer Burgfrau, wenn Ihr so spät beschwipst in die Heimburg kommt?
„Ich sage nur hallo Liebes, das Andere sagt dann meine Burgfrau!”
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SCHLARAFFIA UND DIE
SOS-Kinderdörfer
Es war im schlaraffischen Jubeljahr a.U. 100, als im h. Reych Gamundia (205) die Idee geboren
wurde, in der noch immer bitteren Nachkriegszeit auch etwas für verlassene Kinder zu tun und
ein HAUS SCHLARAFFIA im SOS-Kinderdorf Altmünster am Traunsee zu stiften. Der Gedanke war
deshalb naheliegend, da in nächster Nähe von Gmunden ein SOS-Kinderdorf zu bauen begonnen
wurde. Wie aber sollte man das viele Geld für ein so großes Projekt aufbringen? Das konnte nur be-
wältigt werden, wenn viele Schlaraffenreyche mitmachen würden. Mit dieser Idee „in der Rüstung“
zog damals ein großes Fähnlein der h. Gamundia zur Einhundertjahrfeier der Schlaraffia in das
hohe Reych Norimberga. Was war das doch für ein herrliches schlaraffisches Ereignis! Unser Fähn-
lein aus der Gamundia stand etwas verzagt vor der mächtigen Burgpforte der Nürnberger Festung.
Wie sollten wir unsere Idee präsentieren können?
UHU aber hatte vorgesorgt. Unser Vorschlag kam zu Gehör und fand begeisterte Zustimmung
tausender damals anwesender Schlaraffen. Ein Stein des Guten war ins Rollen gekommen. Der
Mammon floss. Das HAUS SCHLARAFFIA konnte gebaut werden. Eine Kinderdorfmutter zog bald
darauf mit neun verwaisten, ärmsten Kindern dort ein. Ein neues Daheim war geschaffen. Und
seither sind in diesem Haus in Altmünster mehr als 50 Kinder groß geworden und ins Leben hinaus
gewachsen. Das h. Reych Gamundia hält seine sorgende Hand über dieses Haus und viele Reyche
lassen immer wieder ihren Schnorrbeutel zugunsten dieser schlaraffischen SOS-Familie umgehen.
Inzwischen hat Schlaraffia auch die Hauspatenschaft für zwei weitere SOS-Kinderdorffamilien über-
nommen: Im SOS-Kinderdorf Moosburg in Kärnten und im SOS-Kinderdorf Pinkafeld im Burgen-
land.
Schlaraffisches Stelldichein im August 2009 im SOS-Kinderdorf, Haus Kärnten, in Moosburg bei Klagenfurt.
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Und ob österreichische, deutsche, schweizerische oder amerikanische Reyche - überall sammelt
man gerne für diese Kinder und wer immer in die Nähe dieser Schlaraffenhäuser kommt, besucht
sie, wird stürmisch von einer Kinderschar begrüßt, lässt die Kinderdorfmutter erzählen - und er-
hält sogar einen Einrittskleber. Die Idee der SOS-Kinderdörfer stammt von dem Österreicher HER-
MANN GMEINER, der leider 1986 verstorben ist. Er war das jüngste Kind einer neunköpfigen Kin-
derschar eines Bergbauern in Vorarlberg. Seine Mutter starb, als er 5 Jahre alt war. Seine älteste
Schwester übernahm die Mutterstelle. Von daher schöpfte Hermann Gmeiner, der später in Inns-
bruck Medizin studierte, sein Studium aber zuletzt seinem sozialen Engagement opferte, den Ge-
danken einer Pflegemutter. Er erkannte, dass jedes aus dem Nest der Familie gefallene Kind wieder
eine Mutter und ein bleibendes Daheim braucht. So baute er ein erstes SOS Kinderdorf für sozial
verwaiste Kinder in Imst in Tirol. Von dort weg ist die Idee bald über ganz Europa und schließlich
über die weite Welt gedrungen.
Für diese weltweite Ausbreitung zeichnete Gmeiners engster Mitarbeiter Hansheinz Reinprecht ver-
antwortlich, der 30 Jahre lang als Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International dafür sorgte,
dass in möglichst allen Ländern der Welt SOS-Kinderdörfer entstanden. Heute ist dieses Ziel fast
erreicht. Es gibt mehr als 1.500 SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in 137 Ländern der Welt, die insge-
samt für mehrere hunderttausend Kinder sorgen. SOS-Kinderdorf ist die größte private Institution
für sozial verwaiste Kinder. Und Hansheinz Reinprecht war niemand anderer als wld Rt Don Qui-
chotte (221), seit a.U. 92 Mitglied der Schlaraffia, Großursippe, Erbherrlichkeit und Hofnarr seines
Reyches, der im Ostermond a.U. 150 seinen letzten, einsamen Ritt antreten musste.
Von diesem bewährten Schlaraffen, der 22 Bücher auf den Markt brachte, stammt auch die Ge-
schichte der SOS-Kinderdörfer („Abenteuer Nächstenliebe“, Styria), eine Biographie Hermann
Gmeiners („Vater der SOS-Kinderdörfer“, Molden) und der Bestseller „Verdammt zum Leben“,
Molden. Reinprecht legte seine Erfahrungen im Umgang mit Kindern aber auch in zahlreichen Er-
ziehungsbüchern nieder und verfasste zuletzt mehrere Märchenbücher und zwei religiöse Werke. Er
war a.U. 100 in Nürnberg mit dabei und sagt bis zu seinem letzten Atemzug: „Das war eine große
Stunde für Schlaraffia und für SOS-Kinderdorf!“
Rt Paintyfex (126) - ein gern
gesehener Stammgast im
SOS-Kinderdorf in Moosburg
- begeisterte auch in diesem
Jahr mit seinen Schnellzeich-
nungen die Kinder.
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150 Jahre
Schlaraffischer Geist
Aus einer kühnen Idee geboren,
die ein philosophischer Feingeist ersann,
als Favorit vom UHU erkoren
wuchs der Bund Schlaraffias heran.
Umwoben von klugen Gedanken,
durchdrungen von tiefer Humanität,
beseitigt er geistige Schranken,
adelt er Mut und Spontaneität.
Während Banner der Freundschaft wehen,
unter denen Schlaraffia sich schart,
soll sich das Rad der Erinnerung drehen.
So werden Traditionen gewahrt.
Ehren wir unsere Urschlaraffen
mit einem herzlichen Dreifach-Bangk.
Jenes Regelwerk, das sie geschaffen,
setzte flott einen Turbo in Gang.
Kraftvoll begann er zu werben
für Freundschaft, Kunst und Humor.
Tausende wollten Ritter werden.
Ein Reych spross aus dem andern hervor.
Könige gingen, Bonzen stürzten.
Der weise UHU behauptet sein Nest.
Dank mächtiger Säulen und Stützen
steh’n seine Burgen – trutzig und fest.
Die Stabilität wirkt von innen,
hier waltet schlaraffischer Geist.
Mit Toleranz lässt sich gewinnen,
was Freundschaft und Frohsinn verheißt.
Der UHU blinzelt zufrieden
ins Parkett und hinüber zum Thron.
Alt und Jung - vom Profanen geschieden –
genießen die köstliche ‚Fron’.
Seit 150 turbulent-heiteren Jahren
wird Allmutter Praga verehrt.
Lasst uns ihre Ideen bewahren,
die sich so glänzend bewährt.
Mögen sie weiterhin inspirieren,
auch wenn’s OHO nicht immer gefällt.
Indem wir uns im Spiele verlieren,
verändert sich ein Stück dieser Welt.
Schlaraffia schärft das Gewissen,
lässt dich spüren, wer du seiest.
Ich möchte den Bund nicht missen,
liebe seinen feinen, belebenden Geist.
Kerndl (307)
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Erste große Erfolge (1859 1919):
Es begann alles im Jahre 1859 in Prag. Prag war damals die Hauptstadt Böhmens, eines Kronlandes
der K&K-Monarchie. In Pr
[… Fortsetzung im Originalband]