315 Paixhanslia
In den Jahren, über die zu berichten ist, feierten wir a.U. 141 das 50. Stiftungsfest und 145 Jahre
Paixhanslia, die 1855 - vier Jahre vor Schlaraffia - gegründet und a.U. 90 in den schlaraffischen Welt-
bund aufgenommen wurde. Die Paixhanslia hat sich trotz der jahrzehntelangen vorschlaraffischen
Eigenständigkeit schnell in Schlaraffia eingelebt und ist heute in Schlaraffia und im schlaraffischen
Ideengut tief verwurzelt.
In der Festschrift zum 50. Stiftungsfest kommt dies auch dementsprechend zum Ausdruck: „Es wa-
ren gute Jahre, Jahre in denen wir die beglückende internationale Gemeinschaft Schlaraffia erfahren
und erleben durften. Jahre, die von tiefen persönlichen Freundschaften von Reych zu Reych und
über die Generationen hinweg geprägt waren.”
Auch über die Herkunft des Namens Paixhanslia und welche Bedeutung unsere Reychskanone hat,
konnte endlich Klarheit gewonnen werden. Die bislang offizielle Auffassung, dass sich der Name
von einem französischen Artillerieoffizier namens Jean Paix ableitet, der sich als Rüstungseinkäu-
fer längere Zeit in Vöcklabruck aufhielt, Mitbegründer der Paixhanslia gewesen sein soll, und zu
dessen Ehre die Kanone als Vereinsemblem gewählt wurde, hat sich als nicht richtig herausgestellt.
Eine genaue Sichtung des Archives förderte eine Vereinszeitung aus 1876 zutage in der es heißt:
„Ihr Zeichen ist die Kanone Paixhans. Sie (Anm: die Paixhanslia) will damit (Anm: mit der Kanone)
andeuten, dass sie sich berufen fühle, durch eigenes Bestreben, durch Frohsinn und gute Laune,
durch Witz und Satire Bresche zu schießen in die Bollwerke des Zopfthums, der Gleißnerei, Schein-
heiligkeit, Wohldienerei und der melancholischen Kopfhängerei.”
Der Paixhans war eine Bombenkanone mit großem Kaliber und trägt seinen Namen nach seinem
Erbauer, dem am 22.1.1783 in Metz geborenen Ingenieur Henri Joseph Paixhans.
Eine Besonderheit der Paixhanslia ist die „Paixhansliatische Arkeley”. Sie wurde a.U. 111 als Dank
und Anerkennung gegründet für Schlaraffenfreunde, deren Anrittsstrecke von ihrem Heimatreych
zur Paixhanslia mehr als 500 km beträgt. Da sich die Mobilität der Sassen wesentlich verbessert
hat, wurden die Satzungen, die sogenannte „Wehrgesetz-Verordnung” a.U. 135 dahingehend geän-
dert, dass zur Erreichung der verschiedenen Dienstgrade mehr Einritte als bisher nötig sind.
40 Jahre hatte die Paixhanslia im Gasthof Asanger in der Salzburger Straße ihr Uhunest. Die Auf-
lassung des Gastbetriebes machte einen Burgwechsel notwendig. In einer einzigartigen Geschlos-
senheit waren sich alle Sassen einig, das Burgproblem ein für alle mal zu lösen und erwarben ein
geeignetes Objekt am Stadtplatz, das mit viel Einsatz und Begeisterung zur neuen Burg gestaltet
wurde.
Am 4.10. a.U 141 (2000) wurde mit Freude und Stolz über das Geleistete die neue Burg eingeweiht.
In Anlehnung an das Reichsmotto „A lustige Eicht”, das der unvergleichliche Mundartdichter, unser
Ehrenmitglied Franz Stelzhamer, Ehrenschlaraffe Piesenham, der Paixhanslia 1872 gewidmet hat,
wurde mit dem Statut vom Lenzmond a.U. 146 der Willkomm-Orden „Ritter der lustigen Eicht” für
den Einritt in alle oberösterreichischen Schlaraffenreyche ins Leben gerufen.
Und schließlich hat das Reych seinen 14 Ehrenschlaraffen einen fünfzehnten hinzugefügt: Viktor Ka-
plan als Ehrenschlaraffe Turbine (a.U. 126). Das Reych zählt 37 Ritter, 1 Junker und 2 Knappen. Der
Altersdurchschnitt beträgt 61,5 Jahre. Die bisherige gute Entwicklung des Reyches ist in erster Linie
dem harmonischen Miteinander der Sassenschaft zu verdanken, das nicht nur fröhliche Sippungen
im Geiste Uhus fördert, sondern auch eine gesunde Reychsentwicklung gewährleistet. Diese Ge-
schlossenheit ist auch ein Garant für die Zukunft. Das walte Uhu.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
316 Curia Salensis
Das Reych Curia Salensis war zu Beginn des Berichtszeitraumes 33 Jahre alt und zählte 40 Sassen.
Heute, 25 Jahrungen danach, gehören 48 Sassen dem Reych an. Vorsitzender des profanen Vereins
Schlaraffia Curia Salensis war bis a.U. 144 Rt Großfürst Colomed der Lethefrohe vom Rhein. Nach
30 Jahrungen in dieser Funktion wurde Rt Töff-Töff der Nothelfer in das Amt berufen.
Am 9.3. a.U. 126 konnte die 1.000 Sippung in der Festburg „Gartengesellschaft” gefeiert werden.
Unter den Gästen befand sich der letzte Praga-Sasse, Rt L´enfant der Rüppel. Eine Freundschafts-
sippung mit den Rittern des Metisordens wurde am 16.4. a.U. 129 zelebriert, ebenfalls in der Fest-
burg „Gartengesellschaft”. Es war die 1.130 Sippung am 14.11. a.U. 130, als völlig überraschend ein
Reychseinritt des Castrum Plaviense erfolgte. Fünf Tage zuvor war die innerdeutsche Grenze geöff-
net worden. Ein historischer Moment, der alle Sassen berührte. Seitdem begehen Curia Salensis
und Castrum Plaviense an jedem zweiten Dienstag des Windmondes eine „Freundschaftssippung”,
alternierend in Hof und Plauen.
Am 23.10. a.U. 131 feierte die Curia Salensis ihren vierzigsten Geburtstag in der Festburg „Gartenge-
sellschaft”. Vom 11. bis 15.2. a.U. 135 wurden die Uhulympischen Winterspiele in den Gemarkungen
der Curia Salensis veranstaltet. Einen weiteren Höhepunkt a.U. 135 bildete die Sommersippung
am 9. d. Heumondes anlässlich der Bayerischen Landesgartenschau in der Festburg „Haus The-
resienstein”. Die 1-3-6 Reyche trafen sich am 28.10. a.U. 136 zu einer gemeinsamen Sippung in
der Clausenburgk. Beteiligt waren Budissa (136), Perla Palatina (163), Curia Salensis (316) und Am
Grimmingtor (361). In der Schlaraffiade am 5.11. a.U. 137 entschied sich die Sassenschaft, künftig
Rittermäntel zu tragen. Das erste Sommerfest der vogtländisch-thüringischen Reyche Castrum Pla-
viense, Curia Salensis und Geraha wurde am 11.7. a.U. 139 im historischen Gasthof Wiedersberg
veranstaltet. Seitdem ist es fester Bestandteil des alljährlichen Sommerprogramms der drei Reyche.
Ein großes Fest feierte die Curia Salensis am 21.10. a.U. 141 aus Anlass ihres 50jährigen Bestehens
in der Festburg „Gartengesellschaft”. Die große Gästeschar war gekrönt von der Anwesenheit der
ASR Rt Inkasso, Rt Comet und Rt Van der Goschen.
Der 8.4. a.U. 141 stand im Zeichen einer Junkertafelfehde in der Festburg „Freiheitshalle” zwischen
der Herbipolis und der Berolina. Die Junkertafel der Herbipolis ging als erster Sieger aus der Fehde
hervor. Ein weiteres Mal war die „Freiheitshalle” Schauplatz einer Junkertafelfehde. Am 13.4. a.U.
143 rangen die Junker und Knappen von Herbipolis und Norimberga um den Firlefanzhumpen. 153
Sassen kürten den Nachwuchs der Herbipolis zum ersten Sieger. A.U. 146 ereilte die Curia Salensis
ein schweres Schicksal: die Clausenburgk, seit 25 Jahrungen Heimstätte für den Uhu, musste quasi
von heute auf morgen aufgegeben werden. Als Notburg fungierte „Herpichs Culinarium”. Eine neue
Burgk wurde schließlich im Haus Unterkotzauer Weg 55, Am Teufelsberg, gefunden.
So konnte am 10.10. a.U. 147, nach monatelangem Arbeitseinsatz seitens der Curianer, die feierliche
Burgweihe vorgenommen werden. Dankbar zu erwähnen sind die Sassen, die mit Mammonspen-
den die Schaffung der neuen Burg ermöglichten. Besondere Verdienste erwarben sich Rt Töff-Töff
und Rt Allhatschi Gecko für die Gesamtleitung des Projekts, Jk Thomas für die innenarchitekto-
nische Gestaltung und Rt Picutast für die Stiftung eines neuen Clavicimbels. Die Curia Salensis
darf auf ein Vierteljahrhundert zurückblicken, das geprägt war von Harmonie, Lebendigkeit, Aus-
rittfreudigkeit, stets gut bestückten Fechsungslisten, einem zufrieden stellenden Reychsschatz und
gut besuchten SommerKrystallinen. So geht das Reych voll Freude und Zuversicht in das nächste
Vierteljahrhundert.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n
[… Fortsetzung im Originalband]