Beschreibung
Kulmbach, Hans von (auch Suess, Hans)
Titel: Culminahus
Reych: Nr. 245 Culminaha (Kulmbach)
Geb.: 1480 in Kulmbach
Gest.: 29.11.1522 in Nürnberg
Volltext
deutscher Maler Über Hans von Kulmbach schreibt Joachim Sandrart in seiner 1675 erschienenen „Akademie der Bau- Bild- und Malerey-Künste": „Ware ein Discipel Albrecht Dürers und wurde von seinem Lehrmeister wegen wol erriffener Manier sehr geliebt und in alle befördert, weil er ihme in seinen Werken trefflich an die Hand gienge. Seine Geburtsstadt ware der gemeinen Sage nach Kulenbach in dem Fürstenthum Barayt; er ließe viel in Holzschnitt ausgehen in unterschiedlichen Büchern, alles nach seines Lehrmeisters Weis". Er war Schüler von Jacobi di Barbari, der auch in Nürnberg wirkte, vor allem jedoch bei Dürer. Seine frühen Altarbilder beweisen, dass er auf seinen Wanderschaften auch Berührung mit der niederländischen Schule hatte. 1514-16 arbeitete er in Krakau, sonst in Nürnberg. Am Beginn seines malerischen Schaffens standen die Tafeln des Nikolausaltares zu St. Lorenz, dann folgten in der Form etwas weicher geworden die Flügel des Annen-Altars in St. Lorenz. 1513 schuf er nach einer Zeichnung Dürers den Tucher-Altar in der Sebalduskirche in Nürnberg, der eines seiner Hauptwerke war. Auf der Mitteltafel thront Maria im Gehäuse festlicher Renaissancearchitektur, flankiert von den zierlichen Gestalten der heiligen Katharina und Barbara. Auf den Seitentafeln treten Propheten, Apostel und Heilige sowie der Stifter Lorenz Tucher hinzu. In Krakau hat Kulmbach gleich seinem Landsmann Veit Stoß Altarbilder für den Katharinen- und Johannesaltar in der Marienkirche geschaffen. Bekannt ist Kulmbach aber vor allem durch seine Bildnisse geworden. Das 1511 geschaffene Bildnis des Markgrafen Casimir von Brandenburg- Kulmbach zählt zu den besten Portraitleistungen der Zeit. Eine Reihe seiner Werke sind auch in Wien, Berlin, New York, Schloss Schleißheim mit dem bekannten Rosenkranzbild und in Florenz zu bewundern. 1522 ist er 45jährig auf der Höhe seines Schaffens, als eine der großen Hoffnungen des Dürerkreises, verstorben. Von mehreren angeblichen Selbstbildnissen scheint nach Ansicht der Kunsthistoriker der bärtige Reiter der „Anbetung des Königs" (Berlin-Dahlem) das glaubwürdigste zu sein. Die etwa 1840 entstandene Steinzeichnung dürfte eine Nachahmung eines von Sandrart beschriebenen Portraits unbekannter Herkunft sein. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt