Beschreibung
Schlegel, Ferdinand
Titel: Singfroh von der Heimat
Reych: Nr. 207 Castrum Brigantum (Bregenz)
Geb.: 18.09.1900 in Bregenz
Gest.: 13.12.1980 ebenda
Volltext
deutscher Mundartdichter Weiland Sasse des H.R. Castrum Brigantum Ritter Singfroh von der Heimat, Fürst Reimer vom Hoamatle, war Erb-Kantzler des Reyches Castrum Brigantium, Großursippe, seit a.U. 75 begeisterter Schlaraffe. Nach seinem Ahallaritt a.U. 121 wurde er zum Ehrenschlaraffen mit seinem Ritternamen erkürt. Dem ausrittfreudigen Sassen wurden mehrere Ehrenhelme befreundeter Reiche zuteil. Ein Leben lang hat er seine Heimat als Mundartdichter besungen: „O Ländle du, mi Hoamatland, wie hon i di so gern, jeds Gräsle, Hisle, Struch und Bomm, jeds Tierle, d'Little brav und fromm, am Himml jeda Stern." So mancher Schwank entstand und manch köstliche Schnurre aus schlaraffischem Abenteuer. Die Quellen seiner Dichtkunst entstanden aus seiner großen Heimatliebe. All die Stätten seiner Jugendzeit sind mit dem Glanz der Erinnerung übergoldet worden und jeder Winkel seiner Stadt Bregenz wurde von seinen Augen durchleuchtet und dann festgehalten. In bewegten und lebensnahen Bildern ziehen all die wichtigen Ereignisse seines erlebnisreichen Lebens mit zwei Weltkriegen an uns vorüber, Wendepunkte seines Lebensabends, auch all die Hauptstufen eines menschlichen Daseins, all die Feste und Jahreszeiten. das gesamte Volkserleben. Wer kann je vergessen die gemütvollen Schilderungen vom Klosetag, oder vom Lidour Jahrmarkt oder der Klos kummt. Besonders aber nahm der Humor in seinen Gedichten einen breiten Raum ein, was uns Schlaraffen besonders berührt und wohl auch der Grund war, dass wir ihn zum Ehrenschlaraffen erkürten, womit wir über den Ahallaritt hinaus unserem Dichterfürsten die Dankbarkeit bezeugen wollen. Denn mit ihm wurde das mundartliche Bild, das schon sehr geschwächt erschien, wieder belebt, besonders wo in der Grenznähe zweier Länder die verständnisvolle Begegnung der ihnen eigenen Mundart so mancher Vorzug auch sprachlich eingeräumt wird und nicht zu verkennen ist, dass durch die um sich greifende Volksbildung der Einfluss der Schriftsprache in allen Ständen spürbar wird. Aber sein Verständnis für Tradition und ein gutes sprachliches Beharrungsvermögen konnten der Verschmelzung mit fremden Sprachelementen eine Barriere bieten. Doch lassen wir ihn selbst zu Worte kommen in seiner „D'Wallfahrt uff Flueh": „O gib mr doch amol an Ma, O tue mr doch oan schenke! I hett jo sovl Freid dra, des muesst doch selbr denke! As ist mr gli grad wie nar ist, bloss muess scho eppas dra si!" Und sein Humor im „s'Rhematische": „A Mändle frogt de geistlich Herr: „Wo kummt denn des Rhematisch her?" Dr Pfarrar schimpft druff und schreit'n an: „dass oan bloss so dumm froge ka. Des kummt vom Sufe, Rouche, Mäle. verbarme tuest me it a kläle, i säg 'drs ganu, i mach koan Handl, des kummt vum schleachte Leabeswandl!" Druff seit der Ma und kratzt im Hor: ,,Jo, do schou her, jo is des wohr, i wer die Sach wohl nie verstoh, der Bischof solls so firchtig ho!" Und sein Wunsch für uns alle soll lauten: „Die schä Wealt: Jedam Resle wachset Dernle, und jeds Bliemle hot si Blatt, jeds klenn Spätzle findt si Kernle und jeds Fischle frisst se satt. Gär jeds Scheakle hot si Hisle und jeds Fixle wohnt im Bou, jeder Acker nährt si Misle und jeds Gräsle netzt dr Tou, und für alle lacht d'heall Sunne, tränkt de Reage Flur und Feald: bloss sotts oas dm andre gunne. denn wärs schä uff dere Wealt! (Text: Rt. Amourl (207))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt