Reych Nr. 311

Schmid-Wildy, Ludwig

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Schmid-Wildy, Ludwig (auch in kleineren Filmrollen, u.a. an der Seite von Hans Moser und Luis Trenker zu sehen. In Heidelberg lernte er)
Titel: Münchner Kindl
Reych: Nr. 311 Am Hohenwaldeck (Miesbach), erk. 10.03.155
Geb.: 03.05.1895 in Aachen
Gest.: 30.01.1982 in Rosenheim

Volltext

deutscher Volksschauspieler wld. Sasse der h.R. Haidelberga und Am Hohenwaldeck (Rt. Schlawuzi, der wilde Altbayer) Ludwig Schmid-Wildy wurde am 3. Mai 1896 in Aachen, das damals zum Königreich Preußen gehörte, geboren. Sein Vater, Anton Schmidt, genoss einen guten Ruf als Bildhauer in München. Als er den Auftrag für das „Münchner Kindl“ auf dem Turm des neuen Rathauses erhielt, diente ihm der kleine Ludwig als Modell. Seine Kindheit verbrachte Schmid-Wildy in München. 1909 beendete er die Volksschule und wurde von seinem Vater zu einem Konditormeister in München in die Lehre geschickt. In diese Zeit fällt die Bekanntschaft mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt, die zu seinen Stammkunden gehörten. Nach eineinhalb Jahren gab Ludwig seine Bäckerlehre zum Bedauern des Vaters, der das damals noch übliche Lehrgeld bezahlte, auf und wurde “Kocheleve“ im Hoftheaterrestaurant, dem heutigen „Spatenbräu“ am Max-Joseph-Platz. Dort blieb er nur ein Jahr, dann „hing ihm die Arbeit zum Hals raus.“ Umsatteln war nicht möglich und so suchte er sich auf eigene Faust eine Stelle in einem Herrschaftshaus. Hier lernte er das Kochen mit allem Drum und Dran. Die harte und lange Ausbildungszeit war für den späteren Darsteller und Regisseur von nicht zu unterschätzendem Nutzen. Im Ersten Weltkrieg diente Schmid-Wildy fünf Monate als freiwilliger Krankenpfleger in einem Lazarettzug in Russland und Serbien. Als sein Zug auf eine Mine fuhr, wurde er verletzt und kam zur Behandlung in ein Lazarett in Bad Tölz. Dort imitierte er bei Aufführungen besonders gerne Karl Valentin. Bereits in den 1920er Jahren war Ludwig Schmid-Wildy in verschiedenen Bühnenstücken in Bayern und ganz Deutschland und ab den 1930ern 1927 die Kammersängerin Malie Franz, seine spätere Frau, kennen. 1933 übernahm er als Oberspielleiter das „Münchner Volkstheater“. Nach 1945 zog er sich in sein Haus bei Irschenberg zurück und bastelte an eigenen Erfindungen. Neben einer Knödelmaschine und einem Turbinenmotor entwarf er eine weltweit patentierte, unbegrenzt lagerfähige Batterie. Das Patent ermöglichte die Eröffnung einer eigenen Batterie-Fabrik mit 50 Angestellten. 1952 kehrte Ludwig Schmid-Wildy in seinen alten Beruf zurück. Er übernahm für 23 Jahre die künstlerische Spielleitung des „Münchner Platzl“. Über 200 Stücke schrieb er für die Bühne. Nebenbei trat das Naturtalent, das nie eine Schauspielschule besucht hatte, auch selbst immer wieder auf der Bühne und in Filmen auf und wurde in den 1960er Jahren für den Komödienstadel des Bayerischen Rundfunks engagiert, wo er u.a. neben Stars wie Maxl Graf, Max Grießer und Erni Singerl zu sehen war. Berühmtheit über Bayern hinaus erlangte er durch die TV Serie „Königlich-Bayerisches Amtsgericht“ mit Hans Bauer und Georg Blädel, in der er eine wiederkehrende Rolle - den schlitzohrigen Nachtwächter Veitl - übernahm. Ebenso ist er für seine Rolle neben Gustl Bayrhammer in dem berühmten Stück „Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“ bekannt. In den 1970 er Jahren veröffentlichte Schmid -Wildy seine Autobiografie „Allerhand Durcheinand“. 1980 erhielt er dem bayerischen Poetentaler. Seine letzte Rolle spielte er in zwei Folgen der Kinderserie „Meister Eder und sein Pumuckl“, ebenfalls an der Seite von Gustl Bayrhammer. Beide Schauspieler waren Mitglied im Weltbund Schlaraffia. In diesen war er in das Reych Heidelberga 1923 eingetreten und erhielt den Ritternamen „Rt. Schlawuzi der wilde Altbayer“. Er war am 3.des Windmonds a. U. 190 Mitbegründer des Reyches „Am Hohenwaldeck“, in dem der Erzschlaraffe bis zu seinem Ahallaritt als humorvoller und allseits beliebter Sasse wirkte. Am 30. Januar 1982 verstarb Ludwig Schmid-Wildy im Alter von 85 Jahren. Er wurde auf dem Friedhof in Irschenberg beigesetzt. „Ludwig Schmid-Wildy war ein deutscher Volksschauspieler, Regisseur, Autor und Erfinder. Er war der „Ur-Vater“ der Münchner Schauspielkunst und verkörperte in seinen Rollen mit hintergründigem Humor und mit einem Schuss Melancholie das liebenswürdige Schlitzohr.“ (Wikipedia) (Text: Rt. Eurikarus (311))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt