Reych Nr. 291

Schoder, Thilo

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Schoder, Thilo
Reych: Nr. 291 Geraha (Gera)
Geb.: 12.02.1888 in Weimar
Gest.: 08.07.1979 in Kristiansand / Norwegen

Volltext

deutsch-norwegischer Architekt und Designer Weiland Sasse des H.R. Geraha Thilo Schoder studierte von 1907 bis 1911 an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar Innenarchitektur, es folgte ein Volontariat an der Modeabteilung der Wiener Werkstätte, die den Begriff der Kunst in alltägliche Gebrauchsgegenstände transferierte. 1912 wurde er in Weimar Assistent seines ehemaligen Lehrers Henry van der Velde. 1916 kommt Schoder nach Gera, seine expressionistisch geprägten Bauten machen ihn nach dem Ersten Weltkrieg zu einem der bedeutendsten Vertretern des Neuen Bauens. Hier entwarf Schoder, Bauhaus-Bewegung, Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule hervorging, nicht nur Wohnsiedlungen wie die am Galgenberg, sondern auch öffentliche Gebäude und Industriebauten. Besonders zu erwähnen ist die 1929 von Dr. Ernst Schaefer in Auftrag gegebene Frauenklinik, in der heute die „Häselburg“ des h. R. Geraha beheimatet ist. Über die Bauten hinaus gab Schoder alltäglichen Gegenständen wie Bucheinbänden, Schmuck, Möbeln und Autokarossen ein neues Gesicht. Infolge der Weltwirtschaftskrise und den politischen Veränderungen gab Schoder anfangs der Dreißiger Jahre sein Büro in Gera auf und emigrierte nach Norwegen. Dort eröffnete er in Kristiansand ein Architekturbüro und nahm später auch die norwegische Staatsbürgerschaft an. Auch hier entstanden namhafte Bauten wie das Wohngebiet Hannevik Terrassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schoder zu einem bedeutenden Vertreter des Sorlandmodernismus. Bereits im Gründungsjahr des h.R. Geraha wird Schoder als Sasse dieses Reyches geführt. Ein langes verweilen in diesem Reych blieb ihm jedoch aufgrund der Flucht aus Deutschland versagt. (Text: Rt. Koi (247)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt