Brooklynia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 123 — Brooklynia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

123 Brooklynia
Die in Band III der Chronik ausgedrückte Hoffnung auf eine bessere Zukunft hat sich anfänglich
nicht erfüllt. Im Gegenteil, das Reych schrumpfte weiter. Der Tiefstand war a.U.126 mit 16 Sassen
erreicht, wovon 7 Sassen fahrend gemeldet waren. Da kam ein Pilger daher, der späterhin als Rt
ReiseFroh für eine erhebliche Vermehrung der Sassenzahl sorgte, wie auch den Reychsschatz und
Brandlethekonsum steigerte, bis wir a.U.142 einen fünffachen Ritterschlag celebrierten und 27 Sas-
sen zählten. Die Freude währte nicht lange. Bald meldeten sich drei der Jungritter fahrend, und ein
vierter verschlief permament den Sippungstag.
Der fünfte aber, Rt Eid der grosszügige Genosse, ist heute einziger aktiver Oberschlaraffe, die an-
deren beiden sind schwer bresthaft. Mit 19 Sassen, wovon ein Drittel fahrend ist, bleibt uns wieder
einmal nur die Hoffnung auf bessere Zeiten.
Durchgehend konnten wir an derselben Adresse im Liederkranz sippen, wiewohl wir a.U.128 vom
vierten Stock in den Keller ziehen mussten. Kürzlich wurden die Möbel und andere Kleinode in
einen Schuppen verlagert, denn künftig müssen wir die Räumlichkeit mit anderen Organisationen
teilen und unser Spielzeug zu jeder Sippung auf- und abbauen.
Wie schon zehn Jahrungen zuvor, versuchten wir a.U.128 eine gemeinsame Lösung mit unserer
Mutter Nova Yorkia zu finden. Leider wieder erfolglos, denn kein Reych wollte seine Identität oder
seinen Standort aufgeben. Brooklynia hat es bislang überlebt, Nova Yorkia musste ihre Pforten
a.U.129 für immer schliessen.
Zu dieser Zeit war Rt Unser Erz Kantzler, Archivar und Adelsmarschall. Archiv, wie auch Orden und
Ahnen, waren in seiner Heimburg gelagert, bis alles zu Asche wurde und Brooklynias Geschichte in
Rauch aufging. Vielleicht aus Gram darob ritt er a.U.132 gen Ahalla.
Eine andere Säule der Brooklynia war OÄ Archifix, der a.U.130 gen Herbipolis zog und damit eine
grosse Lücke bei uns hinterliess.
Ein steter Mentor war uns Rt Unser Wanderbild, der, schon lange in Florida wohnhaft den Stamm-
tisch Mannesota betreuend, weiterhin den Kontakt mit uns pflegte. Selten voll war die Burg a.U.
143 anlässlich der Verleihung der Brillianten zu seinem GU. Nicht lange darnach ritt auch er gen
Ahalla.
Einer unserer schlaraffischen Höhepunkte war es zweifelsohne a.U.135, in den Gemarkungen un-
serer Zwillingsschwester Hippolytana (124) das 100-jährige Gründungsfest gemeinsam zu feiern.
Für dessen vorzügliche Organisation und Durchführung wollen wir Hippolytana stets dankbar sein.
Anfänglich war es üblich, wöchentlich zahlreiche Gastrecken willkummen zu heissen, meist von den
Nachbarreychen, aber oft auch von Übersee. Dies hat unsere Sippungen erheblich belebt. Die Re-
cken der Nachbarreyche sind nicht jünger geworden, selten können oder wollen sie heute mehrmals
pro Woche sippen und dabei die langen Strecken in tiefer Nacht zurücklegen.
Die Einritte sind spärlicher geworden, umso grösser die Freude, wenn einer kommt. Nichts auf
dieser Welt ist konstant, vieles ist zyklisch. Die Liebe, wie der Mond, sie nehmen zu, sie nehmen ab.
Wollen wir hoffen, dass auch Brooklynia wieder Tage der Grösse erleben wird, wie einstmals, als es
eines der lebhaftesten und beliebtesten Reyche Nordamerikas war.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
124 Hyppolitana
Anfangs sei ein kurzer Überblick auf die numerische Entwicklung unseres Reyches in den letzten 25
Jahren gegeben. A. U. 124 zählte Hippolytana 49 Sassen, a.U. 149 sind es derer 53 wackere Recken,
die unser Reych gestalten.
In diesen 25 Jahren hatten wir 29 Ahallaritte zu beklagten, hervorragende Freunde, die unser Reych
jahrzehntelang getragen und geprägt haben.
An die 50 hoffnungsvolle Knappen wurden uns in dieser Zeit geschenkt, heute trägt unser jüngster
Sasse die Knappennummer 300.
Es sei nun über viele spezielle Ereignisse berichtet, die in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten
das Reych bewegt haben. Nach unserem ES Barock (Jakob Prandtauer) erkürte Hippolytana den
berühmten Lyriker Josef Weinheber, der ja in unseren Gemarkungen lebte und wirkte, zum ES „Hier
ist das Wort”.
Als Besonderheit unseres Reyches wird seit a.U. 47 jährlich der Alte-Esel-Orden verliehen. Ab a.U.
128 findet die Dreiländersippung Linzia-Hippolytana-Castellum Cellense abwechselnd in einer der
drei Burgen statt, ins Leben gerufen von Hippolytana zur engeren Verbundenheit dieser drei Diens-
tagreyche. A.U. 129 stiftete unser unvergessener Rt Banafex die nach ihm benannte wertvolle Kette
und das dazugehörige Turney zur Pflege der deutschen Sprache, welches seither regelmäßig abge-
halten wird.
A.U. 134 richtete unser Reych die 6. und zugleich vorletzte Sippung der sieben an Rhein und Donau
gelegenen Nibelungenreyche im festlichen Rahmen aus. Am 12.11. a.U. 135 erlebte Hippolytana
einen der größten Höhepunkte der bisherigen Reychsgeschichte. Zusammen mit dem h.R. Brook-
lynia, das am selben Tag das Licht Allschlaraffias erblickt hatte, celebrierten wir, wohl einmalig im
Uhuversum, unser beider Reyche 100. Stiftungsfest in der Festburg der Stadtsäle.
Über 200 Sassen aus 56 Reychen durften wir dazu begrüßen. Es war eine erhebende Dokumen-
tation schlaraffischer Freundschaft und Verbundenheit über die Kontinente hinweg. Mit unseren
beiden Nachbarreichen Kremisia Wachaviae und Medelike verbindet uns innige Freundschaft, nicht
nur durch die jährliche Dreiecksippung und das schon seit a.U. 62 regelmäßig durchgeführte Ni-
belungenturney.
Die gegenseitige Verbundenheit beweist sich allein schon durch jeweils acht Ehrenritter in den bei-
den anderen Reychen, also insgesamt 24 an der Zahl. Die drei Reyche gelten nicht umsonst als das
Goldene Dreieck in Austrias Gemarkungen. Im Lenzmond a.U. 143 durfte Hippolytana eine grimmi-
ge Reychsfehde zwischen Kremisia Wachaviae und Medelike ausrichten. In einer festlichen Sippung
mit beiderseits fürtrefflichen Hieben gab es einen großen Sieger, nämlich die starke Freundschaft
zwischen den Dreiecksreychen.
Seit 110 Jahrungen sippen wir nun in unserer altehrwürdigen Traisenburg, was wohl auch eine
Seltenheit im Uhuversum sein dürfte. Möge es Hippolytana gegönnt sein, noch unzählige frohe
Sippungen im Geiste unserer verehrten Allmutter in dieser traditionsreichen Burg ausrichten zu
dürfen. Das walte Uhu!
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Quelle: Chronik Band IV, S. 298-299