Gladebachum Monachorum

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 252 — Gladebachum Monachorum. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

252 Gladebachum Monachorum
„Wenn die Zeitläufe es erlauben, sollte das Reych Gladebachum Monachorum einer guten Entwick-
lung entgegensehen.” Damit endet der Bericht im Band III der Chronik.
In der neuen Burg, die sicherlich zu den schönsten im Uhuversum zählt, entwickelte sich das schla-
raffische Leben dank einer straffen Führung des Thrones, den im Laufe der Jahrungen die Rt Antipa-
thos, van Deych, Gugl-Hupf, Alkibiades, Com-bit und Hawiwi zierten, neu.
Besonders die Rt von Blödelsteyn und Alkibiades belebten durch ihre zahlreichen Ausritte in die
Nachbarreyche die schlummernden Beziehungen, knüpften neue und machten so die Gladebachum
wieder interessant. Die Gemeinschaftssippung mit den Aquisgranen („Hart an der Grenze, aber ge-
konnt”) wurde zu einem Höhepunkt im rheinischen Sprengel.
Ein spielfreudiger Thron, heitere Fechsungen, eine muntere Sassenschaft – alles das lockte immer
mehr Sassen aus nah und fern in die Geroburg, auch wenn die Gladebachen alles andere als spie-
gel- und ceremonialefest sind.
Diesen Umstand fasste Rt Alkibiades in das Epitheton „Das unkomplizierte Reych am Niederrheyn”,
das Rt Hawiwi in einen graphisch wunderschönen Aufkleber umsetzte. Indem das Reych (altersmä-
ßig) junge Schlaraffen zu Ehrenritter erkürte, unterstrich es einmal mehr seine Unkompliziertheit.
Mehrtägige Reychsausritte (mit Burgfrauen), Sommerfeste, Uhubaumfeste festigten nicht nur die
Gemeinschaft der Sassen untereinander, sondern trugen auch dazu bei, dass die Gladebachum
Monachorum über die Grenzen des rheinischen Sprengels hinaus einen guten Namen erhielt.
Das zeigte deutlich das 75. Stiftungsfest, das die Sassen am 15.1. a.U. 141 im Festsaal der Gesell-
schaft Erholung feierte. Unter der spielfreudigen Funktion der Herrlichkeiten Com-Bit, Ro-stratege
und Öff-Öff bewies das Reych einmal mehr, dass es das unkomplizierte Reych am Niederrhein ist.
Unvergessen der Ritterschmaus, bei dem Messer und Gabel vom Tisch verbannt waren!
Wer dieses Fest erlebt hat, spürte, dass die Gladebachum Monachorum auf einem guten Weg ist,
das schlaraffische Spiel auch im profanen 21. Jahrhundert mit Leben zu erfüllen.
Der von den Altvorderen vorgegebene Weg ist vom „jungen” Nachwuchs aufgegriffen und in seiner
Art weitergeführt worden. Der Rahmen ändert sich, nicht aber das Bild!
So hat die Gladebachum Monachorum einen Generationswechsel durchgeführt - ohne Zwist und
Unstimmigkeiten. Voller Optimismus blickt sie der schlaraffischen Zukunft entgegen, die auch
nicht eine drohende Kündigung des Mietverhältnisses für die Gero-Burg trüben kann.
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253 Möllmia
Im Sinne des Wortes 25 bewegte Jahre der Möllmia. Die Sassen mussten mit ansehen, wie ihre
Burg Nibelheim gleich zweimal trotz erbitterter Gegenwehr geschliffen wurde. Der Vertreibung aus
den Hinterzimmern des Hotels Handelshof folgte in der Winterung 138/139 ein Neubeginn in den
Räumen der evangelischen Gemeinde am Kirchenhügel.
Hier blieb dem Burgvogt nur wenig Spielraum zur Ausschmückung des Rittersaales. Umso eifriger
und fröhlicher ließen sich aber die Sassen vom schlaraffischen Spiel mitreißen.
Es war eine Zeit, in der gerade die Unvollkommenheit der Burg die Sassen scheinbar zur Vollkom-
menheit im Spiel animierte, etwa dann, wenn Rt Don Akkordo (Musikdirektor Arnold Kempkens)
zuliebe Heerscharen von Musizi einritten und der Kunst huldigten.
Regelmäßig zählten diese Sippungen zu den Höhepunkten, insbesondere aber die 1.417. am 1.1.
a.U. 132, als das Reich im Rittersaal des Schloss Broich mit vielen Freunden ein Feuerwerk schlaraf-
fischen Tuns erleben durfte.
Zu den herausragenden Festlichkeiten gehörten auch das 66. Stiftungsfest am 7.12 a.U. 131 sowie
das 77. am 8.12. a.U. 142 jeweils im Festsaal des Hotels Handelshof.
Der Schwung ließ auch nicht an jenen Tagen nach, als gegen Ende der Winterung 144/145 wieder
die Burg aufgegeben werden musste und man von den tristen Äußerlichkeiten ungetrübt im Keller
eines im Umbau befindlichen Sportgeschäftes sippte. Seither hat das Reich nun Unterschlupf im
Logenhaus Friedrichstraße gefunden. Auch hier gilt es, der Phantasie Raum zu geben und sich von
der Nüchternheit des Rittersaales das Spiel nicht verderben zu lassen.
Aber vielleicht ist gerade das ein Markenzeichen der Möllmia, dass sie es allen Äußerlichkeiten zum
Trotz versteht, den güldenen Ball im Spiel zu halten. Dies gelingt offenbar ganz gut, denn die Anzahl
der Sassen steigerte sich in den 25 Jahren trotz einiger schmerzlicher Ahallaritte kontinuierlich.
Im Jahre a.U. 124 führte die Stammrolle 20 Ritter, 4 Junker und 2 Knappen. Zu Beginn der Win-
terung a.U. 148/149 besteht das Reich aus 23 sesshaften Rittern, 2 Fahrenden, 5 Junkern und 5
Knappen. Die stattliche Anzahl an Nachwuchs lässt sich wohl an Rt Heppiness (Gerhard Schnürch)
festmachen, der sich seit Amtsantritt als Junkermeister mit viel Freude seiner Aufgabe widmet und
seine Pflicht nicht am Ende der Sippungen als erledigt ansieht.
Der Aufschwung des Reiches hat aber auch noch andere Ursachen. So prägen nicht beinharte Be-
achtung von Spiegel und Ceremoniale die Sippungsabende. Es ist vielmehr die Besinnung auf den
Ursprung der Schlaraffia und im Zweifel wird deshalb der Fröhlichkeit Vorrang gegeben.
Auf diese Weise werden in der Möllmia die Regeln niemals zum Selbstzweck. Für diese Einstellung
standen und stehen die seit a.U. 124 amtierenden Oberschlaraffen, insbesondere, obwohl sie ei-
gentlich als profane Richter zur strengsten Einhaltung der Gesetze erzogen sein müssten, die Rtt
Ju-krates (Karlheinz Joswig) und Histörchen (Erhard Wetterich), der erstmals a.U. 127 gewählt nach
kurzer Unterbrechung seit a.U. 138 wieder einen Platz auf dem Thron einnimmt. Dass die Möllmia
den Scharm von jenem „kleinen gallischen Dorf” hat und als „schräges” Reich gilt, wie es Rt His-
törchen einmal formulierte, wird auch vom Sprengelfürsten Don Attakko (166) toleriert, denn nach
ihm kann sich jeder Sprengel eine Möllmia leisten.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 363-364