Don Quichote

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 352 — Don Quichote. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

352 Don Quichote
Rt ErbO Norm prägte das Reychsgeschehen in besonderem Masse und scheute keine Mühe das
schlaraffische Treiben im Herzen der Iberischen Halbinsel zu fördern. Besonders zu erwähnen sind
die beiden Grossanlässe, d.h. das 10-jährige und das 25-jährige Stiftungsfest. Letzteres mit großem
Aufwand im Hotel Meliá Castilla. 116 Einritte aus 66 verschiedenen Reychen gaben der Festsippung
die Ehre und Glanz.
Auch sonst war immer was los in der Windmühlenburg. Über Mangel an Einritten konnten die
Sassen sich nicht beklagen. Großen Anklang fand die Rocinante bei ersteinreitern. Je nachdem wie
man sich auf den Esel aus Weidengeflecht schwang, bekam man einen Titul. Nach den Sippungen
setzte man sich zu Tisch im Nebenraum und genoss ein herrlich mundendes, zartes Fleischfilet.
Diese Krystallinen, die man in so manchem Reych vermisst, gaben jedem Sippungsabend den krö-
nenden und dankbaren Abschluss.
Durch profane, leidliche Umstände wurde die Windmühlenburg im Untergeschoss eines Wohnblo-
ckes im Stadtviertel Vicálvaro ohne Kenntnis der Sassenschaft verpfändet. Unabwendbar folgte die
Zwangsversteigerung. Trotz äußersten Bemühungen seitens der Sassen und großzügiger Hilfeleis-
tung aus dem Uhuversum, konnte der benötigte Mammon nicht aufgebracht werden, und so wech-
selte der „Besitz” in fremde Hände über. Die Burg musste kurzfristig geräumt werden. Das Mobiliar
wurde in einem unbenutzten Raum der „Katholischen Gemeinde Deutscher Sprache” eingelagert.
Das war ein harter Schlag, der, wie es sich zeigt, nicht ohne Auswirkungen blieb.
Zwangsmäßig sippte man ab dato in einem Nebenraum im Schweizer Klubhaus. Die „Burg” muss-
te an jedem Sippungsabend aufgebaut und nach dem Schlusslied auch wieder geräumt werden.
Das Fehlen der schlaraffischen Dekoration, der uhunestlichen Wärme, im profanen, seelenlosen
Saal und die aufwendigen Umstände zermürbten bei einigen Sassen langsam, doch unaufhörlich
die Lust am Sippen.
In der stillen Hoffnung, dass man in absehbarer Zukunft eine glückliche Lösung finden würde,
versäumte man es, nach Nachwuchs Ausschau zu halten und schob dieses, sich immer mehr
aufdrängende Problem vor sich hin. So verstrichen 11 Winterungen mit einer leeren Junkertafel!
Das Alter der Sassen und die gesundheitlichen Schwächen führten dazu, dass sich immer weniger
Recken zur Sippung einfanden.
In den Wintermonden a.U.148 entschieden die wenigen noch anwesenden Sassen das Reych auf-
zulösen. Das Mobiliar wurde der kürzlich sanktionierten Perla Costa Blanca überlassen und die
Barcinonensia als Tochterreych beschloss die Tradition der Don Quijote zu wahren.
Wenn auch mit einer Prise Traurigkeit darf die Don Quijote mit seelischer Zufriedenheit aus unse-
rem Bund scheiden. Der seinerzeit gelegte Same ist in anderen spanischen Regionen erfolgreich
aufgegangen. Barcinonensia (366), Medina Mayurca (419) und Perla Costa Blanca (422). Wer weiß,
was die Zukunft uns noch bringt?
„Die Eule beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug”! Warum dann nicht auch der
Uhu der Don Quijote?!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
353 Castellum Novaesium
Als wir in den Sippungen der Jahrung a.U. 129 auf unser 25-jähriges Bestehen zurückblickten, waren
43 Sassen stolz auf das Erreichte und schauten hoffnungsfroh in die Zukunft. Nachwuchssorgen
kannten wir noch nicht und dankbar konnten wir in allen Sippungen Gastrecken aus Nah und Fern
begrüßen.
Zum 25. Stiftungsfest überraschten uns derart viele Einrittankündigungen, dass wir kurzfristig das
Rosengarten-Restaurant der Stadthalle Neuss als Festburg anmieten mussten. Schlaraffen aus 24
Reychen beehrten uns. Die Festsippung verdiente ihren Namen und das überaus positive Echo
motivierte uns, den Weg zu Uhus Ruhm wie bisher fortzusetzen.
Eine damals herausgegebene kleine Festschrift ist noch heute sehr lesenswert. Unser Mutterreych,
die hohe Dusseldorpia, unterstrich in ihrem Grußwort das freundschaftlichste Verhältnis zwischen
den beiden Reychen und versprach, ihrer Tochter in diesem Sinne immer beizustehen. Unsere Mut-
ter hat ihr Wort gehalten und wir vergessen dies nicht.
Seit a.U. 116 sippten wir im Neusser Kolpinghaus in einem Raum, der von vornherein als Notburg
angesehen wurde. 8 Jahrungen suchten wir eine angemessene Heimstatt und dann fand sich, für
alle überraschend, eine Lösung.
Ein direkt neben der Notburg gelegener, geeigneter Raum wurde frei. Die ungeahnte Arbeitskraft
vieler Sassen erstaunte. Renovierungs- und Installationsarbeiten erledigten sie klaglos in 3 Monden.
Im Christmond a.U. 124 konnten wir die Burg in Besitz nehmen und einige Wochungen später wei-
hen. Wertvolle Hilfestellung bei der Ausgestaltung der Burg leistete unsere Mutter. Aber auch ein-
zelne Schlaraffen bekundeten ihre Freundschaft zu unserem Reych durch gezielte Sachspenden.
Die Großherzigkeit auch eigener Sassen hat bis heute die ständige Verschönerung der Burg und
Verbesserung der Zubereitungs- und Aufbewahrungsmöglichkeiten von Atzung und Labung er-
möglicht. Einen hochwertigen Konzertflügel konnten wir dank einer großzügigen Spende eines
Sassen und mit Hilfe weiterer „Flügelspender” erwerben. Zum fröhlichen Schlaraffenleben gehört
die Musik und wir sind stolz, dass immer wieder begnadete Sänger und Instrumentalisten zu uns
gefunden haben.
Von unseren Turneyen nimmt das Praga-Turney um des Reyches Praga-Kette zu Ehren unserer All-
mutter die herausragende Stelle ein. Nach dem 22. Turney im Lenzmond a.U. 148 sind in der Sieger-
liste 19 Ritter aus 12 Reychen verzeichnet. Auch die Turneye um die Faust-, Funke- und Minnekette
erfreuen sich regen Zuspruchs.
Den mehr als 200 Legionären – aus 65 Reychen – unserer ruhmreichen IX. Erft-Legion wurde a.U.
140 eine Ruhepause verordnet, um Kraft für neue Taten zu sammeln.
Fünf Erzschlaraffen, davon noch zwei bei uns aktiv, 12 Ehrenritter und 14 Erftritter sind eine Säule
auf die wir uns stützen. Viele von ihnen reiten regelmäßig ein. Bis a.U. 135 hatten wir stets über 40
Sassen. In dieser Jahrung verloren wir von 45 Sassen 7. In den folgenden sieben Jahrungen ging
die Sassenzahl auf 33 zurück, um a.U. 143 schlagartig auf 26 zu sinken. Diesen Stand konnten wir
in den folgenden vier Jahrungen halten.
Inzwischen geht es wieder aufwärts, die Talfahrt scheint beendet. 30 Sassen kämpfen, dass das
Schiff Castellum Novaesium weiter Fahrt aufnimmt. Sie bereiten hoffnungsfroh das 50. Stiftungs-
fest vor, mit Begeisterung und Liebe zum schlaraffischen Spiel.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 437-438