Beschreibung
Strauß, Johann (Sohn)
Titel: Frosch vom Lu-Lustigen Gefängnis
Reych: Nr. 27 Kyborgia (Coburg)
Geb.: 25.10.1825 in St. Ulrich bei Wien
Gest.: 03.06.1899 in Wien
Volltext
G´schichten aus dem Wienerwald 266 Burckhardia (Purkersdorf), erk. 30.04.154 österreichischer Komponist Josef Drexler, der erste schaffende Musiker, der dem jungen Strauß, nach seinem Vater, entgegen trat, war der Komponist der Zwischenmusiken zu Raimunds Märchenspielen. Sein treuherziges „Brüderlein fein" war längst zum Volkslied geworden. Als Johann in seine Lehre kam, hatte Drexler sich allerdings der weltlichen Komposition bereits abgewandt und wollte daher auch aus seinem Schüler einen würdigen Kirchenkomponisten machen. Also saß Johann tiefsinnig über einer geistlichen Gradualmusik, „Tu quis regis totem orbem", für Bläser und vier Singstimmen, sein erstes musikalisches Kind, das sogar - in der Kirche am Hof „Zu den neuen Engelschören" - öffentlich aus der Taufe gehoben wurde. Sonderbar genug, der künftige Walzerkönig begann mit geistlicher Musik. Aber sein Blut ließ sich nicht verleugnen. Schon einmal waren dem Johann an der Orgel zum Entsetzen der biederen Kirchengänger flotte Tanzrhythmen unversehens in die Finger gekommen. Es mag schon eine bittere Enttäuschung für den alten Herrn gewesen sein, als ihm Strauß inmitten der geistlichen Orgelfugen plötzlich seinen geheimen Wunsch, Walzergeiger zu werden, offenbarte: „Na, so gengan' S“, das waren die etwas bitteren Worte des Lehrers, „und schreiben's Woiza, wia Eahna Vota. Dazu hätten's freili kan Kontrapunkt net braucht!" Wer die Lebensgeschichte des Walzerkönigs kennt, weiß, dass sein Vater dagegen war, dass sein Sohn Musiker wird und dazu die obengenannte Geschichte, die, auch wenn sie heute als Anekdote gilt, durchaus wahr ist. Das Bindeglied war die Mutter des kleinen Johann, die das Geigenspiel und das Komponierenlernen sehr förderte. Der Fleiß des Jungen zahlte sich aus: Mit 19 Jahren hatte er bereits ein eigenes Orchester, in dem auch seine Brüder Josef und Eduard mitwirkten. Wenn schon Strauß (Vater) die Wiener Musik, den Walzer, in die Welt trug, sein Sohn vermochte es wenigstens ebenso gut, wenn nicht noch besser. Er, der Zeit seines Lebens nie tanzte und als ein nervöser, ungeselliger Mensch galt, komponierte mindestens 170 schwungvolle Walzer, so den unsterblichen ,,Donauwalzer", die Melodien „Künstlerleben", „G'schichten aus dem Wienerwald", „Wiener Blut", „Rosen aus dem Süden", „Frühlingsstimmen-Walzer", „Kaiserwalzer", zahlreiche Polkas und die unsterbliche Operette „Fledermaus" . . . und . . . und . . . und! (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt