Landesverband
Helvetica
Die vergangenen fünf Concilsperioden, von a.U. 126 - 150, umfassen einen Zeitraum, der im profa-
nen Umfeld von Ereignissen mitgestaltet wurde, die von unserem Landesverband mitunter sorgfäl-
tig zu erwägende Reaktionen forderten. Der profane Zeitgeist suggerierte uns Umbruch, Wandlung,
Fortschritt und drängte die Menschheit aus den Auen gesellschaftlicher Traditionen in die Nebel
divergierender Weltanschauungen.
Auch wenn sich der verflossene Zeitraum auf der Ebene von Forschung und Technik im Banne
enormer Errungenschaften spiegelte und viele Mysterien eine wissenschaftliche Klärung fanden,
an den Regelmechanismen der Natur, und den in ihnen eingelagerten Lebensvoraussetzungen,
änderte sich wenig bis nichts.
Unter diesen Vorgaben hat unser Landesverband seine Beiträge an die Vitalität unseres Weltbundes
geleistet. Er organisierte zwei Allschlaraffische Concile, das XX. zu Basilea a.U. 130 und das XXIII. zu
Lulucerna a.U. 145. Beide reihten sich, was Gestaltung und Durchführung betrifft, nahtlos in diese
jede Concilsperiode abschließenden Großanlässe ein.
Als Vorläufer zum Concil zu Basilea ging - einmalig in ihrer Aufmachung - eine „Dreiburgen-Sip-
pung“ in Szene, die, symbolisch für den Standort im Dreiländereck, von den Reychen Basilea (25),
Sacrodunum (351) und Lulutetia Parisiorum (385) gemeinsam gestaltet wurde. Zudem bereicherte
eine Ausstellung kunstschaffender Schlaraffen das Concil. Unter der professionellen Regie von Rt
Fitzliputzli (76) erfreute schließlich eine fulminante Festsippung Sassen samt Tross, 3.500 an der
Zahl. Das Concil zu Lulucerna stand im Zeichen einer schwergewichtigen Legatentagung. Deren
Teilnehmer befreiten sich dann in einer eindrücklichen Festsippung unter den Schwingen Uhus von
der Last einer umfangreichen Spiegelrevision, und am Sonntagmorgen genossen sie als letzten
Höhepunkt des von 2.400 Sassen samt Tross besuchten Grossanlasses eine folkloristisch geprägte
„Frühschoppen-Sippung; sie wurde herzerfrischend moderiert von Jk Sepp (324), bekannt als Co-
Moderator der Eurovisionssendung „Musikantenstadl“.
Der Landesverband Schlaraffia Helvetica wird traditionellerweise während einer Dreijahresperiode
von einem der helvetischen Reyche als sogenannter „Vorort“ geführt. In der Berichtsperiode waren
dies:
a.U. 124 - 127
Berna (70)
Landesvater: Rt Codex
a.U. 127 - 130
Gallia Helvetica (153)
Landesvater: Rt Raetus
a.U. 130 - 133
Lulucerna (324)
Landesvater: Rt Ton Cla-vi-ro
a.U. 133 - 136
Aquae Helveticae (325)
Landesvater: Rt C-Mentor
a.U. 136 - 139
Castrum Solodurum (334) Landesvater: Rt Bodoni
a.U. 139 - 142
Castrum Locarnense (359) Landesvater: Rt Elevatus
a.U. 142 - 145
Turicensis (19)
Landesvater: Rt Panfex
a.U. 145 - 146
Basilea (25)
Landesvater: Rt Lällekönig
a.U. 146 - 149
Vitudurum (397)
Landesvater: Rt Goldschild
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Während zweier Concilsperioden durfte der Helvetische Landesverband den Vorsitz im Allschla-
raffenrat führen. Von a.U. 125 bis 127 war dies Rt Codex (25), dessen Aufgabe nach seinem uner-
warteten Ahallaritt Rt Raetus (153) übernahm (bis a.U. 130), und a.U. 140 - 145 Rt Schilf (153). Trotz
beachtenswerter Leistungsausweise nahm im Zeitraum a.U. 125 - 135 im Landesverband Schlaraffia
Helvetica (LVH) der Mitgliederbestand um vorerst 27 Sassen ab.
Der Vorort Castrum Solodurum (a.U. 136 - 139) reagierte unter der Aegide von Landesvater Bodoni
und organisierte zwei Symposien mit dem Ziel, die Gründe des Mitgliederschwunds zu analysie-
ren und Korrekturmaßnahmen zu erarbeiten. Das erste fand im Lenzmond a.U 138, das zweite
im Eismond a.U. 139 statt. Der Bericht über das Symposium II fasste die Ergebnisse zusammen:
„Spiegelkonform gelebtes Schlaraffentum sichert die Aktualität unserer Idee. Diese ist nicht vom
Wohlwollen des Zeitgeistes abhängig.
Die Entspannung, die das schlaraffische Spiel dem alltagsgestressten Manne bietet, ist nach wie
vor ein kultureller Segen. Mitgliederwerbung ist schwergewichtig auf den persönlichen Einsatz der
Paten abzustützen. Öffentlicher Reklame fehlt dieses Schwergewicht. Der Informationsfluss zu Bei-
trittswilligen muss von Herzen kommen.“ Ein wirkungsvoller Einsatz dieser Thesen ließ aber auf
sich warten.
Der Sassenbestand nahm von a.U. 135 - 145 um weitere 55 Sassen ab. Die Vorortsperiode a.U. 136 -
139 stand auch im Zeichen einer Revision der Satzungen des LVH: „Die Sessionen des Helvetischen
Schlaraffenrates werden grundsätzlich nur noch einmal pro Jahrung abgehalten, und der Landes-
redaktor wird dem Vorort zugeordnet“. Tagsatzungen finden seitdem jeweils Ende der Winterung
statt. Der folgende Vorort, Castrum Locarnense, geführt von Landesvater Elevatus, vollzog diese
Neuerung in seiner Amtsära (a.U. 139 - 142).
Den Anregungen einiger Reyche folgend rief er auch die „informellen Zusammenkünfte“ der Ober-
schlaraffen des LVH ins Leben. Diese Institution fasste rasch Fuß, erfreute sich bald großer Beliebt-
heit und wird wahlweise von den Oberschlaraffen des Innern oder des Äußeren besucht. Nebst die-
sen Aktivitäten auf allschlaraffischer und Landesverbandsebene spiegelten die helvetischen Reyche
ein buntes Bild ihrer Eigendynamik ins Leben des LVH.
Da ist vorerst als helvetisches Eröffnungsfeuerwerk zur Berichtsperiode die Reychssanktionierung
der ehemaligen Colonie Vitudurum (397) im Lenzmond a.U. 126 zu erwähnen. Weitere reychsinter-
ne Großanlässe waren die runden Stiftungsfeste. So feierten die Reyche Turicensis (19) und Basilea
(25) a.U. 146 und 147 ihr 125., die Reyche Pons Drusi (125), Castrum Majense (139) und Gallia
Helvetica (153) a.U. 135, 140 und 145 ihr 100., schließlich die Reyche Lulucerna (324) und Aquae
Helveticae (325) a.U. 143 in gemeinsamer Feier und Castrum Solodurum (334) a.U. 149 ihr 50.
Stiftungsfest. Ebenfalls a.U. 149 beging das jüngste helvetische Reych, die Vitudurum, den 25. Jah-
restag seiner Gründung. Alle diese Feierlichkeiten spiegelten das Lokalkolorit und die Traditionen
dieser Reyche, aber auch die uhuversale Einheit der schlaraffischen Idee.
Zu den besonderen Ereignissen in unseren Gemarkungen zählen die helvetischen Freundschafts-
sippungen. Sie haben sich im LVH seit a.U. 102 fest etabliert. Es gehört zur Tradition,dass jährlich
das gastgebende Reych die Legaten der Tagsatzung zu Atzung und Labung lädt und anschließend
für alle zu Schild und Schwert geborenen Recken des Uhuversums eine Festsippung zelebriert.
Besonders eindrücklich waren die von den exterritorialen Reychen Pons Drusi (125), Castrum Ma-
jense (139) und Holmia (350) organisierten Tagsatzungen und Feste, stets mehrtägige Anlässe mit
gediegen konzipierten Rahmenprogrammen. Ende des Wonnemonds a.U. 138 waren die Sassen der
helvetischen Reyche samt Burgfrauen und Tross bei der Holmia und im Frühjahr a.U. 140 bei den
Südtiroler Reychen zu Gast. Aufmerksame, uhuherzliche Gastfreundschaft machte diese Ritte für
mehrere Hundertschaften zum unvergesslichen Erlebnis.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Aber auch in unkonventionellem Rahmen feierten die Reyche beglückende Feste. Kristalline Ver-
anstaltungen überbrückten die „sippungsfinstere Zeit“. Uhu machte in Helvetiens Gauen keinen
Sommerschlaf. Er lockte Sassenschaft, Burgfrauen und Tross in die Auenlandschaft ceremoniell
ungebundenen Gesellschaftslebens. Im Ablauf dieser Veranstaltungen ist allerdings ein Wandel
feststellbar. Waren es vor Jahrzehnten noch Festanlässe mit Tanzbeinschwingen, sind es zurzeit
eher Ausflüge, Exkursionen, Wanderungen oder kulinarische Exklusivitäten im Freiraum von Feld,
Wald un
[… Fortsetzung im Originalband]