291 Geraha
Der Band II der Chronik des Verbandes Allschlaraffia schloss mit der sich im Nachhinein als visio-
när im besten Sinne erwiesenen Feststellung, dass das Reych Geraha aller profanen Not trotzend,
seine Bewährungsprobe bestanden hat. Namhaften und unerschrockenen Freunden ist es zu ver-
danken, das Banner des Uhus während der Zeit der Diktatur und des großen Weltenbrandes, in
dessen Verlaufe die alte „Häselburg” in Schutt und Asche versank, immer wieder bewahrt zu haben,
um es eines Tages wieder weithin sichtbar in den Gemarkungen Geras zu errichten.
Doch blieb die Uhufinsternis noch viele Jahre über diesem Teile Deutschlands gesenkt; es galt,
unter Einbeziehung tatkräftiger Sassen aus den verlorenen Gebieten Deutschlands neue Kräfte zu
erwecken, um den Fortbestand des Reyches unter den nunmehr herrschenden Bedingungen zu
gewährleisten.
So konnte die erste denkwürdige Sippung nach dem Kriege am 1. des Heumondes a.U. 91 im Beleg-
schaftsraum des Rt Wolltaire stattfinden, zu der Herrlichkeit Rt Reimbrandt 13 Reyche, darunter das
zwischenzeitlich erloschene Mutterreych Glauchavia und das nunmehr 100jährige Schwesterreych
Castrum Plaviense begrüßen konnte.
Wie der Chronist sowohl aus eigenem Erleben, als auch aus der Sichtung des lückenlos auch über
die uhufinsteren Zeiten geführten inzwischen 4 Bände umfassenden Schmierbuches, um das sich
insbesondere Rt Loriux der zeichnende Fechser und Rt Collasch von der Schwarzen Ente in unnach-
ahmlicher Weise verdient gemacht haben, entnehmen konnte, war es vor allem Rt Tschingbum der
Notenlotse, der nahezu ein halbes Jahrhundert als Kantzler des Reyches mit Strenge und Konse-
quenz das schlaraffische Spiel einforderte.
Zu dieser Zeit gelang es auch, durch Eintritt der Kn 42 (Rt Tartar), Kn 43 (Rt Euro) und Kn 44 (Rt
Nauta) in den schlaraffischen Bund, die durch die uhufinsteren Zeiten in der Sassenschaft ent-
standene demografische Lücke zu schließen. Dem in einem Dorfgasthof festlich begangenen 25.
Stiftungsfest folgte nach weiteren 25 Jahrungen am 11. d. Lm. a.U. 121 das 50. Stiftungsfest in der
Heimburg des Rt Ampullo, zu dem neben Sassen des besonders befreundeten Reyches Asciburgia
auch Rt Jur Ass das Vollblut, ER des Reyches, dessen Wirken im Leuchten der „Blauen Kerze” immer
wieder Maßstäbe setzte, begrüßt werden konnte.
Schließlich wurden durch Mauerfall und Wiedervereinigung beider deutscher Staaten die profanen
Voraussetzungen geschaffen, dass das Reych Geraha a. U. 133 endlich wieder eine eigene Burg, die
neue „Häselburg”, in Besitz nehmen konnte. Zwischenzeitlich konnte nun auch Rt Tartar der Ge-
würzte als Nachfolger des unvergessenen Rt von Rechtswegen der Ehe-Chauffierte sein 25. Thronju-
biläum begehen und als Oberschlaraffe des Äußeren die aus nah und fern angereisten Gastrecken
zum großen Fest der Feierlichen Wiederaufnahme in Allschlaraffia am 2.11. a.U. 137, das in bewähr-
ter Weise von Solisten des Allschlaraffischen Orchesters musikalisch umrahmt wurde, begrüßen.
Eine eigens gestaltete Festschrift kündete schließlich im weiten Uhuversum vom 75. Stiftungsfest
des Reyches am 22.4. a.U. 147, zu dem 75 Gastrecken eingeritten sind.
Am 19.11. a.U. 148 konnte in einer Festsippung das 15jährige Bestehen der „Häselburg” gefeiert
werden; den Rittersaal zieren u. a. die Bildnisse der Ehrenschlaraffen Sagittarius (Heinrich Schütz),
AntiMars (Otto Dix) und Bau-Häußler (Thilo Schoder). Letzterer war Gründungsschlaraffe des Rey-
ches und entwarf als bedeutendster Vertreter des Neuen Bauens in Thüringen im Jahre 1929 das
Gebäude, in dem die „Häselburg” noch viele Jahre allen Schlaraffen vertrauten Unterschlupf bieten
möge!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
293 Nova Orleana
Die „Olle Anna” wächst wieder, aber es ist ein „stirb und werde.” Hatte die Winterung a.U. 125/6
mit 28 Sassen angefangen (davon 7 fahrend), so sind es jetzt 43 Sassen, allerdings 14 fahrend (a.U.
149). 37 Kugelungen im letzten Vierteljahrhundert deuten auf unsere Nachwuchsbemühungen hin.
A.U. 149 gehören unserem Reych 20 Sassen an, die nicht mit Deutsch als Muttersprache aufge-
wachsen sind.
Selten hat ein Reych in Ahamerika so unter nicht-schlaraffischen Einwirkungen gelitten wie die Nova
Orleana unter dem Hurrikan Katrina a.U.146. Nicht nur dass unsere Burg im „Deutschen Haus”
eine von vielen tausend Inselchen in einer endlosen Wasserwüste wurde, nein, die ganze Stadt
New Orleans hörte viele Wochen lang auf zu funktionieren. Diese Naturkatastrophe verstreute viele
unserer Sassen in weite Ferne.
Dank unaufhörlicher Bemühungen verbliebener Sassen des Reyches, besonders Rt Langsam, konn-
te im Herbstmond a.U. 146 wieder ein Neuanfang mit geringerer Sassenzahl in einer Notburg
gemacht werden. So fand die gesamte Winterung 146/47 in der Garage des OK Rt Taurrieseus statt.
Mit Hilfe einiger Sassen wurde dieser Benzinroßstall jeden Donnerstag in die Pelikanburg verwan-
delt, und unter Uhus wachsamen Auge blühte schlaraffisches Leben weiter.
Die Krönung dieser turbulenten Zeit war mit einem Jahr Verspätung unser 75 + 1 Stiftungsfest im
Eismond a.U. 148, mit großer Anteilnahme und echter schlaraffischer Freude vieler Sassen aus
befreundeten Reychen.
Es war auch unsere 1.800 Sippung mit einem Ritterschlag, dazu Ritterehrungen, Verleihung zweier
Ursippenorden, Großursippenorden für Rt Rex VI Fex und die Brillanten zum GU für Rt Navigatus.
Besonders sei erwähnt, dass die Nova Orleana jetzt alle drei Seifert-Brüder als Sassen hat (OK
Taurrieseus, Rt Aquanaut, der vom h. R. Washingtonia zu uns kam, und Rt Schrama, der einzige
Basta-Ritter unseres Reyches).
„UHU hat dem Reych zwei neue Pilger gesandt …” so begann die Jahrung a.U. 100 für die fast erlo-
schene Nova Orleana. Doch der eine, bald Kn 20, der als Rt Maltose mit Hilfe von Rt Fanfarlon dem
Reych kräftig auf die Beine half, ist heute noch als „Unser Maltose”, geschmückt mit dem Kristall
zum GU, unter uns, und erquickte uns zur 75 + 1 Feier mit seinen Geistesblitzen.
Die Nova Orleana sippt wieder im neu erstandenen Deutschen Haus, und sie hat in den letzten
25 Jahrungen zwei Reychsfehden – Los Angela/Denvera und Floridana/Tenochtitlan – als Schieds-
richterreych ausgetragen, die 6. nord-/südamerikanische Brückensippung a.U. 136 veranstaltet und
wld Rt Toleranz a.U. 142 den Großkristall zum GU verliehen. Auf der XVI. Reychstagung im h. R.
Silvana a.U. 144 wurde Rt Taurrieseus in den SRNA gewählt und bekleidet das Amt des Landes-
schatzmeisters.
Die „Olle Anna” hat vor 19 Jahrungen die traditionelle Steigbügel-Krystalline in Floridas Tallahassee
ins Leben gerufen, die jährlich im Eismond auf dem Ritt zu den floridanischen Reychen stattfindet.
Große Freude hat dieser Steigbügel schon vielen Sassen aus dem LVNA und Europas Gauen berei-
tet, besonders unseren ER Bieberle, Et-Tu, Hell-go und Longulus.
Die Olle Anna lebt! Eine gut besetzte und aktive Junkertafel lässt uns froh in die Zukunft schauen.
UHU sei Dank!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s